Seien Sie Zaungast! – Beobachtung und Dokumentation

Es ist hilfreich, wenn Sie sich als „Zaungast“ verstehen, der nicht eingreifend oder korrigierend in Handlungen oder Lernprozesse einwirkt. Nur auf ausdrücklichen Wunsch des Kindes assistieren Sie ihm, indem Sie Sicherheit vermitteln oder einen unterstützenden Impuls geben. Ihr Part ist das Beobachten.

Achten, beachten und wertschätzen Sie das Handeln jedes einzelnen Kindes auf diese Weise. Zeigen Sie durch eine zugewandte Körpersprache und aufmunternde Gestik und Mimik innere Präsenz und Empathie. Seien Sie gespannt und neugierig auf die nächsten Entwicklungsschritte des Kindes.

Eine Herausforderung hierbei ist es, sich mit Bewertungen und bewertenden Adjektiven zurückzuhalten, und die Momente, in denen sich im Lernen eines jeden Kindes etwas Bemerkenswertes zeigt, wahrzunehmen.

Achtsam sein

Grundlage Ihrer Beobachtungen ist Achtsamkeit. Erst durch einen achtsamen Umgang lernen Sie jedes Kind richtig kennen und verstehen. Es entsteht ein individuelles Bild von den jeweiligen Interessen, Kompetenzen und Ressourcen. Darauf aufbauend gelingt es Ihnen sehr viel leichter, für die Kinder geeignete Impulse zur Unterstützung der Neugier und des Forschergeistes zu finden – immer nach dem Motto: Wir formen Kinder nicht nach einem Bild der Erwachsenen und lehren kein Wissen!

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Immer im Dialog

Aus Gründen der Objektivität hatten wir schon auf den vorhergehenden Seiten angesprochen, wie wichtig es ist, möglichst unterschiedliche Sichtweisen und Erkenntnisse einfließen zu lassen, um so den eigenen Blickwinkel zu erweitern.

Beobachtungen sollten daher immer in einem dialogischen Austausch mit Kindern, Kolleginnen und Eltern erfolgen. Dies ist ein grundlegendes Selbstverständnis jeglichen pädagogischen Handelns.


Ein gelingender Dialog zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • Er kann verbal oder nonverbal erfolgen.
  • Er hat immer einen offenen Ausgang.
  • Der Dialogwird mit aktivem Zuhören geführt.
  • Er legt eine wertschätzenden Haltung mit Respekt und Toleranz zugrunde. Er wird mit einer erkundenden und interessierten Haltung sowie mit Akzeptanz meines Gegenübers und der Sache geführt.

Ein guter Dialog kann jederzeit und an allen Orten geführt werden. An manchen Tagen besteht dieser vielleicht nur aus ganz wenigen Sätzen, an anderen Tagen dauert er etwas länger.

Merke: Die Qualität eines Dialogs hat nicht zwangsläufig etwas mit dessen Quantität oder Dauer zu tun!

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Warum sind Beobachtung und Dokumentation so wichtig? Wie schreibe ich eine aussagekräftige Lerngeschichte? Und wie beziehe ich die Kinder bei der Portfolio-Arbeit mit ein? Das Beobachten und Dokumentieren ist ein wichtiger Teil Ihrer täglichen Arbeit und viel mehr als reine Zettelwirtschaft. Sie nehmen dabei jedes Kind einzeln in den Blick und widmen auch kleinen Entwicklungsschritten Ihre volle Aufmerksamkeit. Eine anspruchsvolle Aufgabe! Das weiß auch die Akademie für Kindergarten, Kita und Hort. In engem Austausch mit erfahrenen Dozenten ist so dieser Ratgeber entstanden, der Sie in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen möchte.

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Beobachtung, Dokumentation, Portfolio