ePrivacy and GPDR Cookie Consent by Cookie Consent Interkulturalität in der Kita – Herausforderungen meistern | Klett Kita

Interkulturalität in der Kita – wie Sie die Herausforderungen gemeinsam meistern

Interkulturalität geht uns alle an! Sie hat viele Vorteile wie gelebte Vielfalt oder neue kulturelle Erfahrungen. Es gibt aber auch Hürden, die bewältigt werden müssen, wie zum Beispiel der Umgang mit kulturellen Unterschieden, Sprachbarrieren oder Vorurteilen bei der Integration. Wie Sie Interkulturalität in Ihrer Kita fördern und ein kompetentes Team schaffen, das diese Hürden meistern kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Text: Bettina Beyer, Windeck
Bild: ©GemmyImages/FatCamera

Interkulturalität in der Kita – 10 Praxistipps

Im Folgenden finden Sie 10 Praxistipps, die Ihnen und Ihrem Team im Umgang mit Familien mit Migrationshintergrund im Rahmen Ihrer Leitungstätigkeit Anregungen geben.

Tipp 1: Lernen Sie die Familien richtig kennen

Bringen Sie bereits vor dem Aufnahmegespräch Hintergrundwissen über die Herkunft der Familien in Erfahrung. Die Kenntnisse darüber verschaffen Ihnen Handlungssicherheit bei der Gesprächsführung und Sie können gezielt weitere Fragen stellen, die für Ihre Arbeit relevant sind.

Tipp 2: Aufbau einer Verständigungsbasis

Schaffen Sie beim Kennenlernen eine gute Sprachbasis, damit Verständigung auf beiden Seiten möglich ist. Hier gibt es einige schon bewährte Möglichkeiten, um Sprachhürden zu bewältigen, wie zum Beispiel:

  • Nutzen Sie Übersetzungsprogramme.
  • Arbeiten Sie mit Karteikarten, auf denen auf der einen Seite der deutsche Begriff und auf der anderen Seite die Übersetzung steht.
  • Hilfreich ist auch, wenn ein Übersetzer organisiert werden kann. Dies sollte auf jeden Fall immer ein Erwachsener sein und kein Kind.

Tipp 3: Sich gegenseitig kennenzulernen benötigt Zeit

Geben Sie sich selbst und Ihrem Team Zeit, die Familien kennenzulernen. Geben Sie auch den Familien Zeit, sich mit den Rahmenbedingungen der Kita vertraut zu machen. Optische Darstellungen in der Kita sind dabei sehr hilfreich. Das können zum Beispiel eine bildliche Aufstellung von Materialien, die das Kind in der Kita benötigt, oder Fotoausstellungen von der alltäglichen Arbeit sein. In der Regel dauert es ca. 6 Wochen (ein regelmäßiger Besuch des Kindes vorausgesetzt), bis gegenseitiges Verständnis aufgebaut ist.

Tipp 4: Haben Sie Geduld mit sich und den anderen

„Ein häufiges Problem ist der Anspruch an sich selbst, alles richtig machen zu wollen. Dabei lernen wir am meisten aus unseren Fehlern, worin diese auch ihren Sinn haben. Selbstkritisch auf das zu sehen, was man erreicht hat und was anders gestaltet werden sollte, macht gute, professionelle Arbeit aus!“ (Aus der Broschüre „Interkulturelle Arbeit in der Kita praxisnah“ KiTalent)

Tipp 5: Bringen Sie Ihrem Team und den Familien Wertschätzung entgegen

Zeigen Sie Ihrem Team und auch den Eltern, wenn Sie zufrieden sind. Ein Lob, eine wertschätzende Bemerkung, eine ehrliche und authentische Rückmeldung schaffen beim Gegenüber Zufriedenheit. Dies hat eine sehr positive Wirkung auf die Kooperation und bildet eine gute Basis auch für schwierige Themen.

Tipp 6: Beobachten Sie: Welche Entwicklungen sind positiv, was ist hinderlich?

Beobachten Sie die Kinder und Familien im Umgang miteinander. Halten Sie diese Beobachtungen fest. Beobachten Sie Positives und auch Hinderliches. Was stellen Sie fest? Je konkreter Ihre Beobachtungen sind, umso dienlicher sind Sie als Gesprächsgrundlage.

Tipp 7: Zeigen Sie aufrichtiges Interesse

Als Leitung sind Sie verantwortlich für gelebtes und offenes Interesse an anderen Kulturen. Dies ist eine der wichtigsten interkulturellen Kompetenzen in der pädagogischen Arbeit. Unterstützen Sie Ihr Team darin, neugierig zu bleiben und die Kulturen in die pädagogische Arbeit einzubinden, zum Beispiel durch die Durchführung von interkulturellen Projekten, Festen und Angeboten, in denen unterschiedliche Kulturen vorgestellt werden.

Tipp 8: Unterstützen Sie die Familien bei der Integration

Das Zusammenführen der deutschen Kultur mit den Kulturen aus anderen Ländern nennt man Integration. Interkulturalität in der Kita bedeutet auch, dass wir Familien mit anderen religiösen Hintergründen auch unsere Kultur transparent machen. Viele Familien mit Migrationshintergrund kennen zum Beispiel einige Feiertage nicht, die in Deutschland gefeiert werden und wundern sich, dass die Kita an diesen Tagen geschlossen ist. Ebenso kennen viele das Brauchtum von St. Martin nicht. Hier gilt es, nicht nur den Kindern den Hintergrund zu erklären, sondern ihn auch den Eltern transparent zu machen. Die Leitung trägt dafür die Verantwortung, dass die deutsche wie auch andere Kulturen in der Kindertagesstätte zusammenleben können – eine der anspruchsvollsten Aufgaben der Leitung in der interkulturellen Arbeit.

Tipp 9: Sprechen Sie die Familien individuell an

Versetzen wir uns in die Situation von Familien, die in einem Land leben, was für sie zuerst noch völlig unbekannt ist. Damit sich Verständnis und Vertrauen bei ihnen aufbauen kann, benötigen sie stetige, wiederholende und individuelle Ansprache. Am Anfang sind einige Familien verständlicherweise mit den vielen neuen Eindrücken überfordert. Mit wiederholenden Ansprachen werden Sie dabei unterstützt, sich nach und nach einen Überblick über organisatorische Abläufe zu machen und sich einzuleben.“ (Aus der Broschüre „Interkulturelle Arbeit in der Kindertagesstätte praxisnah“ KiTalent). Die Leitung hat dafür Sorge zu tragen, dass es feste Ansprechpartner für die Familien im Team gibt, die sich dieser Aufgabe stellen. Bitten Sie zum Beispiel eine Kollegin, die die Familien begleitet und Ihnen als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht.

Tipp 10: Holen Sie sich Unterstützung

Achten Sie auf eigene Grenzen und Möglichkeiten. Sollten Sie oder Ihr Team langfristig keine Lösungen für interkulturelle Schwierigkeiten oder Hindernisse finden, dann holen Sie sich Hilfe und Unterstützung durch ein Coaching, eine Beratung oder Supervision.

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