Konflikte frühzeitig wahrnehmen – 5 Konfliktursachen

Sie haben einen Konflikt mit einer Mitarbeiterin? Diesen auf die lange Bank zu schieben verhärtet nur die Fronten. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie wie Konflikte frühzeitig wahrnehmen und welche Konfliktursachen es gibt. Wichtig ist es, Konflikte frühzeitig anzusprechen. Sie zu erkennen ist eine Grundvoraussetzung, um sie zu lösen.

Text: Doro Benker
Bild: ©Richard Drury/GettyImages

Oft schwelen Konflikte bereits längere Zeit unterschwellig, bis sie schließlich irgend- wann ausbrechen. Daher ist es gut, die häufigsten Konfliktursachen zu kennen, um schnell eingreifen zu können.

1. Beziehungskonflikte – das Zwischenmenschliche

Wir Menschen sind alle unterschiedlich – verschieden im Charakter, in der Einstellung und im Verhalten. Nicht selten treffen da Welten aufeinander. Konflikte und Reibungen sind daher vorprogrammiert. Beziehungskonflikte zeigen sich, wo Verhältnisse unterei- nander aus dem Gleichgewicht geraten.

Beispiel

Ihnen liegt die patzige Art Ihrer Mitarbeiterin nicht, die immer das letzte Wort haben möchte? Das kann zu einem Beziehungskonflikt führen. Oder Sie haben das Gefühl, Ihre Mitarbeiterin hört gar nicht richtig hin, wenn Sie etwas zu sagen haben? Häufig beschäftigt sie sich nebenbei mit anderen Dingen und scheint nicht bei der Sache zu sein. Darunter leidet Ihre Beziehung zu der Mitarbeiterin.

Tipp

Gehen Sie wertschätzend mit Ihren Mitarbeiterinnen um und loben Sie immer wieder. Suchen Sie nach Stärken und lassen Sie sie diese einbringen. Das ist eine gute Basis für ein harmonisches Miteinander.

2. Wertekonflikte – unterschiedliche Vorstellungen

Jeder ist geprägt von individuellen Vorstel- lungen, Werten und Regeln. Sie stimmen nicht immer bei allen Menschen überein. So ist es nicht verwunderlich, wenn dies zu Konflikten führt. Es lohnt sich, über Werte und Vorstellungen im Team zu sprechen. Dadurch beugen Sie Missverständnissen vor.

Beispiel

Ihnen ist es wichtig, dass die Einrichtung immer ordentlich und sauber aussieht. Ihre Kollegin lässt jedoch gerne mal die Kaffeetasse stehen oder räumt nach einer Beschäftigung die Materialien nicht zurück an den Platz. Der Mitarbeiterin ist es wichtiger, mehr Zeit für die Kinder zu haben. Das Aufräumen kann ihrer Meinung nach schon mal vernachlässigt werden.

Tipp

Sammeln Sie in einer Teamsitzung, zum Beispiel in einer Mindmap alle Meinungen der Mitarbeiter zu einem bestimmtenThema. Werten Sie anschließend die Unterschiedlich- keiten aus. Wo gibt es Übereinstimmungen, wo finden unterschiedliche Ansichten nebeneinander Platz? Sie als Leitung bestimmen dann aus diesem Pool, wann Unter- schiede vertretbar sind und wann Ihre Ansichten zum Wohl der Einrichtung Priorität haben. In diesem Fall: das Aufräumen.

3. Macht und Rollenkonflikte – wer ist wer?

Sie sind die Leitung. Dadurch haben Sie das Sagen in den meisten Punkten. Manche Mitarbeiter haben damit vielleicht ein Problem. Das kann an den unterschiedlichsten Dingen liegen: Altersunterschied, längere Betriebszugehörigkeit, Persönlichkeit, Missverständnisse. Aber auch wenn Mitarbeiter nicht genau wissen, was von ihnen erwartet wird oder welche Rolle sie imTeam einnehmen, können Probleme auftauchen.

Beispiel

Eine Kollegin untergräbt immer wieder Ihre Autorität und setzt sich über Ihre Anweisungen hinweg. Sie ist deutlich älter und schon länger in der Einrichtung. Möglicher- weise tut sie sich schwer, sich von Jüngeren etwas sagen zu lassen oder sie hätte selbst gerne Ihre Position als Leitung bekommen und ist neidisch.

Tipp

Versuchen Sie es mal mit mehr Anerkennung für dasTun der Kollegin. Dadurch wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt und die negativen Gefühle Ihnen gegenüber reduzieren sich möglicherweise.

4. Sachkonflikte – hier zählen Fakten

Fehlender Informationsfluss, mangelnde Transparenz, Mitarbeitermangel, ungünstige Rahmenbedingungen, gesundheitliche Probleme und Stress sind einige der Faktoren, die zu Sachkonflikten führen.

Beispiel

In der Einrichtung herrscht Personalmangel. Alle Mitarbeiterinnen springen mehr oder weniger ein und machen Überstunden. Das kann zu Überforderung oder Unmut führen, der sich auf die Arbeit und Ihre Beziehung zu ihnen niederschlägt. Ein weiteres Beispiel für Sachkonflikte ist, wenn Mitarbeiterinnen ihre Aufgaben falsch erledigen, weil die nötigen Zusatzinformationen fehlen. Solche Missverständnisse können mit einem klärenden Gespräch schnell aus der Welt geschafft werden.

Tipp

Überprüfen Sie die Zuständigkeiten im Team. Sind alle Aufgaben klar, verständlich und auch gerecht verteilt? Weiß jeder, was zu tun ist? Sollte das nicht der Fall sein, thematisieren Sie dies in der nächsten Teamsitzung und geben Sie klare Handlungsleitfäden an die Hand.

5. Wahrnehmungskonflikte – wie sehe ich dich

Wie Sie die Welt um sich herum wahrnehmen und Ihre Mitarbeiter auf Sie wirken, ist etwas ganz Subjektives.

Beispiel

Vielleicht fühlen Sie sich ungerecht behandelt oder spüren eine Ablehnung der Mitarbeiterin, ohne dass dafür offensichtliche Gründe vorliegen. Oder: Was beispielsweise für den anderen gründlich aufgeräumt bedeutet, ist für einen anderen noch immer unordentlich.

Tipp

Machen Sie regelmäßiges Feedback im Team zum festen Bestandteil – sei dies in der Teamsitzung oder im Mitarbeitergespräch. So üben alle den Umgang mit Feedback und unterschiedliche Wahrnehmungen oder Missverständnisse können in offizieller Form angebracht werden. In einem festen Rahmen fällt das leichter als es einfach so anzugehen.

Behalten Sie diese 5 Konfliktgründe im Hinterkopf. So erkennen Sie Konflikte schneller und stärken somit Ihre Konfliktfähigkeit. Jeder Konflikt hat aufgrund seiner unter- schiedlichen Entstehungsgeschichte auch unterschiedliche Lösungsansätze. Wissen Sie, woran Sie sind, werden die Handlungsstrategien präziser und effektiver.

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