Komm unter mein Dach! – Geschichte

Ganz schön spannend, so ein Baum! Es wuselt, piepst und krabbelt überall an ihm und um ihn herum. Doch nicht nur für Tiere ist er nützlich – wir alle könnten ohne Bäume und Pflanzen allgemein nicht leben! Hier bedarf es keiner Abhandlung über die Vorgänge der Fotosynthese und der Sauerstoffbildung. Es reicht schon, mit den Kindern an einem heißen Sommertag ein wenig im Schatten eines Bau- mes zu verweilen. Da wird ganz schnell klar: Ohne Bäume – das wäre furchtbar!

Text: Marion Bischoff
Bild: ©David Trood/GettyImages

Info

Alter: ab 2 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Bildungsbereiche: Naturwissenschaft, Sprache
Mit dieser Anleitung entdecken die Kinder den Lebensraum „Baum“ und seine Bewohner.

Geschichte: Komm unter mein Dach!

„Ssssss. Oh nein, oh nein. Wo kann ich nur landen?“ Aufgeregt surrt der kleine Käfer durch die Luft und blickt nach allen Seiten. „Hier mitten im Wald war ich noch nie.“ Doch seine Flügel fühlen sich schon ganz schwer an. So landet er unter einem großen Baum.

„Hallo, wer bist denn du?“, hört er da eine tiefe Stimme hinter sich. Erschrocken schaut sich der kleine Käfer um. Doch er kann niemanden sehen. Nur der Baum hinter ihm winkt mit einem langen Zweig. „Hallo. Ich habe dich angesprochen. Ich, der Baum.“

Der kleine Käfer schaut erschrocken am riesigen Stamm herauf. „Sssss. H-h-hallo. Bitte tu mir nichts!“ Da fängt der Baum an zu lachen. „Aber ich tue dir doch nichts! Komm unter mein Dach! Da bist du geschützt, egal, ob es regnet

oder ob die Sonne scheint. Du kannst dich unter meiner Rinde verkriechen, wenn es stürmt. Schau mal, hier ganz oben in meiner Krone: Da wohnt ein Eichhörnchen. Und hier außen, zwischen den Blättern, da hat eine Spinne ihr Netz gesponnen. Und hier, unten an meiner Wurzel: Da krabbelt gerade ein Mistkäfer vorbei.“

Der kleine Käfer fliegt langsam am Stamm des Baumes entlang nach oben. Er entdeckt Asseln und verschiedene andere Käfer. Ein Specht hämmert an der Rinde herum. Zwischen dem Klopfen hört der Käfer ein leises Piepsen und fliegt noch etwas höher. In einem Nest, versteckt zwischen Blättern, warten drei kleine schwarze Vogelbabys auf ihre Mutter.

„Bei dir wohnen aber viele Tiere!“, sagt der kleine Käfer ganz beeindruckt. „Oh, das waren noch lange nicht alle!“, antwortet der Baum voller Stolz. „Und wenn du magst, darfst du auch bei mir wohnen.“

Der kleine Käfer landet vorsichtig auf einem Zweig des Baumes. Er krabbelt darauf entlang, bis er eine kleine Ritze in der Baumrinde findet. Dort kriecht er hinein und schläft sich erst einmal richtig aus. Aber morgen – da will er auf Wanderschaft gehen und all die anderen Tiere im und am Baum kennenlernen.

So geht’s

  1. Lesen Sie den Kindern die Geschichte vor. Oftmals berichten sie dann ganz von selbst, was sie schon einmal an einem Baum gesehen haben.
  2. Welche Tiere leben wohl noch am und im Baum? Überlegen Sie mit den Kindern gemeinsam und beginnen Sie bei der Wurzel: Größere Tiere wie Mäuse, Füchse oder Dachse bauen ihre Höhlen hin und wieder unter freiliegenden Baumwurzeln. Ent- lang des Stamms finden Insekten, Spinnen und Vögel (wie Specht und Kleiber) ihren Platz. Auf den Ästen oder in Verzweigungen lassen sich allerlei Vogelarten und Eichhörnchen nieder. Angefangen bei Singvögeln wie Rotkehlchen, Meisen oder Amseln findet man hier manchmal auch größere Vögel wie Eulen, Elstern oder gar Bussarde.
  3. Wollen die Kinder selbst einmal nachschauen, was sie an einem Baum alles entdecken? Dann nichts wie raus in den Wald! Zur Not tut es auch ein Baum in einer Parkanlage oder im Garten. Krabbeln Ameisen am Stamm hoch? Gibt es in der Nähe gar einen Ameisenhaufen? Philosophieren Sie mit den Kindern darüber, warum ein Baum Wohnung für so viele verschiedene Tiere bietet. Lassen Sie dabei auch Theorien der Kinder zu, die möglicherweise nicht haltbar sind. Vielleicht haben sie Lust, eine spannende Geschichte zu einigen Tieren im Baum zu erfinden?
  4. Lassen Sie die Kinder versuchen, bis hinauf zur Baumkrone zu schauen: Wie fühlen sie sich selbst unter dem Baum? Lassen Sie die Kinder ihre Gefühle beschreiben. Streicheln Sie gemeinsam die Rinde. Hat der Baum möglicherweise Verletzungen? Woher könnten die stammen?
  5. Fragen Sie die Kinder am Ende der Erkundungstour nach dem Wert der Bäume. Warum sind sie wichtig? Wie sollten wir mit ihnen umgehen?

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