Vorlesegeschichte – Als der Baum sich wieder bewegte

Nach den grauen Wintertagen scheint die Sonne, die Bäume beginnen zu grünen und erste Blumen zeugen von der Lebendigkeit des Frühlings. Mit neuen Wörtern können die Kinder ihre Gefühle und Erlebnisse im Frühling besser beschreiben. Sie machen auf Details aufmerksam und benennen Gesehenes und Erlebtes entsprechend. Viel Spaß bei der Vorlesegeschichte!

Text: Marion Bischoff

Was Sie zusätzlich benötigen:
1 Sitzkissen für jedes Kind


Vorbereitung für die Vorlesegeschichte:


Bereiten Sie einen Sitzkreis vor.

Durchführung:

Beginnen Sie den Kreis etwa so: Hallo Kinder. Wir haben schon einiges über den Frühling erfahren. Heute habe ich euch eine Geschichte mitgebracht, die ich euch vorlesen möchte. Es ist die
Geschichte von Lars und der Eiche.

Haben Sie alle Kinder im Blick, beginnen Sie vorzulesen. Lesen Sie langsam und deutlich. Betonen Sie besonders die Wörter, die im Zusammenhang mit dem Frühling wichtig sind.

Sobald Sie zu Ende gelesen haben, fragen Sie die Mädchen und Jungen, was sie besonders spannend fanden. Regen Sie die Kinder zum Gespräch an. Dabei helfen Impulsfragen:

  • Hast du auch schon einmal gesehen, wie ein Eichhörnchen auf einem Baum hüpft?
  • Kennst du einen Platz, wo man sich unter einen Baum setzen kann?
  • Was mag der Baum am Frühling?
  • Wieso bekommt der Baum im Frühling neue Kraft?
  • Woran erkennt man den Frühling?

Tipp für die Vorlesegeschichte:

Bei besonders angenehmen Frühlingstemperaturen setzen Sie sich mit den Kindern draußen unter einen Baum, um die Geschichte vorzulesen. So haben Ihre kleinen Zuhörer immer die Möglichkeit, den Blick über den Baum schweifen zu lassen.

Als der Baum sich wieder bewegte

„Eeendlich scheint wieder die Sonne“, ächzt die knorrige Eiche und reckt ihre Äste ein Stückchen nach oben.

„Ha-, ha-, hast du da gerade gesprochen?“ Erschrocken weicht Lars ein Stückchen zurück. Gerade wollte er sich unter der Eiche auf einen dicken Stein setzen, da hat er diese Stimme gehört.

„Wenn du mich meinst: Ja, ich habe gerade gesprochen.“ Die Rinde der Eiche bewegt sich, wenn sie spricht. Es sieht aus, als hätte der Baum ein Gesicht.

„Aber wieso redest du heute? Warum hast du nicht im Winter gesprochen. Ich war doch fast jeden Tag hier.“ Lars sieht an dem großen Stamm hinauf.

„Im Winter, da spreche ich nicht. Da bewege ich mich auch nicht. Da tue ich nichts, außer hier stehen. Da ist es mir viel zu kalt. Und ich habe keine Kraft.“

„Aha.“ Lars kratzt sich am Kopf. „Keine Kraft“, murmelt er.

„Weißt du, im Frühling saugen meine Wurzeln wieder Wasser aus der Erde auf. Und die Sonnenstrahlen schicken Wärme. Dann habe ich viel Kraft, damit meine Knospen sich öffnen und neue Blätter wachsen können.“

„Ja, aber im Winter regnet es doch auch manchmal. Da gibt es doch Wasser für dich.“

„Stimmt schon.“ Die Eiche schüttelt sich ein wenig und es klingt wie ein leises Rauschen, wenn sich ihre Ästchen und Zweige berühren. „Nur, im Winter sauge ich kein Wasser auf. Das ist mir viel zu gefährlich, denn wenn das Wasser in meinen Zweigen ist und der Winterwind treibt eiskalte Luft heran, dann erfriere ich. Ich warte lieber auf den Frühling. Wenn die Sonne wieder wärmt und das Wasser im Boden nicht mehr so kalt ist, wissen meine Wurzeln, dass es an der Zeit ist, wieder zu arbeiten.“

„Das ist ja spannend. Ich könnte nicht so lange ohne Wasser leben“, sagt Lars und klopft begeistert gegen die Rinde. „Ihr Bäume seid schon wirklich etwas ganz Besonderes.“

„Weißt du, ich habe ja noch kleine Freunde, die hier bei mir wohnen. Wenn das Eichhörnchen nicht mehr schnarcht, sondern wieder lustig über meine Zweige turnt, und wenn die Vögel anfangen neue Nester zu bauen, weiß ich ganz genau, dass es Frühling ist. Ich liebe den Frühling. Jetzt wachsen meine Zweige wieder und viele, viele neue Blätter kommen zum Vorschein. Am Anfang fühlen sich meine Blätter noch ganz weich an. Wenn du nächste Woche wieder kommst, kannst du sie fühlen. Bis dahin sind sicher schon die ersten gewachsen.“

„Wow! Liebe Eiche, ich finde es großartig, was ihr Bäume könnt. Das Wasser aufsaugen, die Zweige wachsen und jedes Jahr neue Blätter.“

„Ja, wir sind wirklich toll!“ Stolz schwenkt die knorrige Eiche ihre Zweige. „Aber jetzt entschuldige mich. Ich muss noch ein wenig meine Zweige im Frühlingswind wedeln. Das fühlt sich so gut an, wenn der erste warme Wind durch den Wald weht. Da kann ich mich auch wieder bewegen und muss keine Angst haben, dass meine Zweige brechen.“

„Ich komme nächste Woche wieder.“ Lars geht ein paar Meter weiter, dreht sich dann noch einmal zu der Eiche um. „Und wenn ich komme, schaue ich mir deine Knospen an und die ersten Blätter.“

„Ich freue mich auf dich!“

„Ich freue mich auch!“ Lars winkt dem Baum und macht sich dann auf den Heimweg. Was er gerade erlebt hat, muss er unbedingt seinen Freunden erzählen.

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