Traumreise mit Gespräch – Ich liege unter meinem Baum …

Mit dieser Traumreise und dem anschließenden Gespräch unterstützen Sie die Kinder, Erdachtes in Worte zu fassen. Die Mädchen und Jungen bekommen die Gelegenheit, ihre Fantasie lebendig werden zu lassen, einen Traum auszusprechen und darauf Reaktionen zu erhalten. Wenn die Kinder lernen, das, was in ihren Köpfen vorgeht, in Worte zu fassen, erweitern sie spielerisch ihren Wortschatz.

Text: Marion Bischoff, Illustration: Anja Goossens, Marina Krämerde

Info

  • Alter: ab 3 Jahren
  • Dauer 30 Minuten

Die Traumreise beginnt: Ich liege unter meinem Baum …

Die Sonne schickt mir warme Sonnenstrahlen vom Himmel herunter. Ich liege unter meinem Baum, schließe die Augen und atme tief ein. Meine Hände liegen auf dem Bauch und ich spüre, wie sich mein Bauch mit Luft füllt. Wenn ich ausatme wird der Bauch dünn, beim Einatmen bläst er sich auf wie ein Luftballon. Ich höre das Zwitschern der Vögel, die im Baum landen und über die Ästchen springen. Ein Grashalm kitzelt meine Wange. Der Sommerwind bewegt die Luft, die über mich hinwegstreichelt. Immer wieder atme ich langsam ein und aus. In der Ferne entdecke ich eine Fee. Sie winkt mir zu und langsam schwebe ich zu ihr hin. Ich brauche meine Beine nicht zu bewegen und auch die Füße habe ich nicht auf der Erde. Trotzdem komme ich der Fee immer näher. Sie sieht einmal aus wie ein Mädchen, dann wieder wie ein Junge. Ihre Augen funkeln wie Sterne. Ihr Atem riecht nach Erdbeeren und ihre Haare glänzen golden in der Sonne. Ganz in der Nähe sehe ich die feinen Streifen des Regenbogens, der in einem Meer aus Wolkenwatte liegt. Ganz vorsichtig nähere ich mich dem Regenbogen an, setze mich auf ihn und schon beginnt meine Reise. Weiter, immer weiter fliege ich davon. Ich sehe Menschen, die mir zuwinken und schließlich sitze ich auf einer dicken Wolke. Eine Stimme flüstert mir zu: „Du willst träumen. Komm, ich nehme dich mit ins Traumland.“ Ich kann niemanden sehen, doch ich spüre, dass meine Wolke sich bewegt. Der Himmel leuchtet in allen Farben. Ich lege mich auf die Wolke, sie hält mich so, wie mich vorhin die Erde gehalten
hat. Noch immer spüre ich, wie sich mein Bauch beim Einatmen mit Luft füllt und beim Ausatmen wieder ganz dünn wird. Ich atme tief ein und aus, ein und aus. Und meine Gedanken wandern zu meinem Traum. Ich wollte nämlich schon immer einmal …

So geht’s

Vorbereitungen für die Traumreise

  • Schaffen Sie im Raum eine gemütliche Atmosphäre. Es darf auch etwas mystisch wirken. Das klappt gut mit indirektem Licht oder einer Farbwechsellampe.
  • Achten Sie darauf, dass jedes Kind genügend Platz hat, um sich hinzulegen und auszustrecken.
  • Schalten Sie ruhige Musik ein, die jedoch nur leise im Hintergrund laufen sollte.
  1. Bitten Sie die Kinder, in den Raum zu kommen und sich einen Platz zu suchen, an dem sie sich hinlegen können. Warten Sie, bis alle Kinder zur Ruhe gekommen sind. Je nachdem, aus welcher vorhergehenden Situation die Mädchen und Jungen kommen, dauert es eine Weile.
  2. Lesen Sie die Traumreise langsam und in gleichbleibender Lautstärke vor. Fügen Sie zwischendurch immer wieder Pausen ein, damit die Kinder sich ihren Gedanken hingeben können. Beenden Sie das Vorlesen nicht abrupt, sondern lassen Sie die letzten Sätze leise ausklingen.
  3. Setzen Sie sich mit den Kindern zusammen und erzählen Sie davon, was Sie selbst schon einmal geträumt haben. Dabei können Sie natürlich auch einen Traum erfinden. Wichtig ist, dass es etwas wirklich Außergewöhnliches ist, was Sie erzählen. Etwas, das man mit wissenschaftlichen Erkenntnissen oder auch Vernunft nicht erklären kann. Wenn Sie den Kindern Ihren Traum erzählt haben, fragen Sie, wer von ihnen nun etwas berichten möchte. Reihum stellen nun alle Kinder ihre Träume vor. Hinterfragen Sie nicht die Art des Traumes, helfen Sie vielmehr mit Impulsfragen, zum Beispiel:
  • Wen oder was findest du in deinem Traum besonders spannend?
  • Hast du eine Idee, wo du in deinem Traum unterwegs bist?
  • Gibt es jemanden, den du im Traum gern mitgenommen hättest?

Verknüpfung mit anderen Bildungsbereichen

Sprache und Kunst

Gestalten Sie mit den Mädchen und Jungen ein Traumbuch. Dabei ist jedes Kind für eine Seite zuständig, die es bunt bebildert. Es wird kein Text benötigt, vielmehr lassen die Malereien der Kinder genügend Raum für neue Interpretationen. Das Buch gestalten Sie am einfachsten auf Kartonseiten, die Sie in eine Ringbindung einheften. Dieses gemeinsam erstellte Buch können die Kinder auch im Freispiel jederzeit selbstständig herausnehmen und über die einzelnen Träume sprechen. Dass sie ihre Fantasie nach der Versprachlichung auch noch künstlerisch umsetzen, verstärkt den Lerneffekt. Denn je mehr Sinne angesprochen werden, umso eindrücklicher ist die Lernerfahrung.

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