Fortbildungsmöglichkeiten – individuell oder als Team?

Fortbildungen sind wichtig für das eigene Wachstum und die persönliche Weiterentwicklung, aber natürlich auch für die Qualitätsentwicklung der Kindertagesstätte. Der Beitrag zeigt auf, wie Sie als Leitung gemeinsam mit dem Team zu richtigen und wichtigen Fort- und Weiterbildungen finden und entsprechende Fortbildungsleitlinien entwickeln.

Text: Miriam Pohl, Bild: Gettyimages/KatarzynaBialasiewicz

Team- oder Individualfortbildung? Beide Fortbildungstypen haben ihre Vorteile:

Teamfortbildungen

Teamfortbildungen eignen sich grundsätzlich für Themen, die das gesamte Team betreffen und es auf einen gemeinsamen Wissensstand bringen. Das können zum Beispiel konzeptionelle Rahmenbedingungen sein, Bildungsdokumentationen, Schutzauftrag oder Erste Hilfe.

Teamfortbildungen …

  • fördern und stärken das Wir-Gefühl.
  • ermöglichen einen direkten Austausch und konkrete Pläne für die Zukunft.
  • zeigen Handlungsbedarf auf an den Stellen, die in Ihrer Einrichtung aktuell nicht stimmig sind.
  • ermöglichen Entwicklungschancen, da in einem direkten Teamaustausch Ideen wachsen, die im Alltagsbetrieb so nie durchdacht worden wären.

Tipp für die Praxis

Stellen Sie immer stets den Praxisbezug zu Ihrer Einrichtung her Achten Sie als Leitung darauf, dass während der Fortbildung stets ein Praxisbezug zu Ihrer eigenen Einrichtung hergestellt wird. So können Ihre Mitarbeiterinnen den Wissenstransfer im Alltag direkt umsetzen.

Individuelle Fortbildungen

Individuelle Fortbildungen ermöglichen persönliches und berufliches Wachstum. Diese Kompetenzen kommen wiederum der Qualität Ihrer Einrichtung zugute.

Individuelle Fortbildungen ermöglichen auch …

  • den Austausch mit pädagogischen Fachkräften anderer Einrichtungen.
  • neue Ideen für die eigene Kita mitzunehmen oder zu entwickeln.
  • sich mit den eigenen Themenschwerpunkten auseinanderzusetzen.
  • sich in einem geschützten Raum mit Themenfeldern auseinanderzusetzen, in denen noch Unsicherheit herrscht.
  • das eigene Profil zu schärfen.

Welche Fortbildung ist für Ihre Einrichtung geeignet?

Teamfortbildungen: Themen wie Qualitätsmanagement oder Bildungsdokumentation sind im heutigen Alltag in einer Kita nicht mehr wegzudenken. Jede Fachkraft muss diese Kompetenzen beherrschen. Daher eignen sich Teamfortbildungen dafür gut. Möchten Sie einen konzeptionellen Schwerpunkt setzen bezüglich Ihrer pädagogischen Arbeit und sich zum Beispiel zu einer naturverbundenen Einrichtung weiterentwickeln, eignen sich Teamfortbildungen ebenfalls. Auch hier müssen alle auf demselben Wissensstand sein.

Individualfortbildungen: Diese sind sinnvoll bei Themen, die nicht das gesamte Team betreffen, zum Beispiel dann, wenn eine Fachkraft genügt, um eine Aufgabe zu erfüllen, wie zum Beispiel die der Datenschutzbeauftragten. Brauchen Sie also eine Fachkraft, die eine bestimmte Kompetenz beherrscht, dann sprechen Sie dies in einer Teamsitzung an und fragen Sie, wer Lust hätte, die neue Aufgabe oder Herausforderung anzunehmen. Manchmal kommt es aber auch vor, dass eine Fachkraft von sich aus auf Sie zukommt und einen Vorschlag macht. Wägen Sie dann nach dem Kosten-Nutzen-Prinzip ab. Welche Vorteile bzw. welchen Nutzen hat die Fortbildung für Ihre Einrichtung und für die jeweilige Fachkraft? Werden zum Beispiel Zielvereinbarungen aus dem letzten Mitarbeiterjahresgespräch aufgegriffen oder neue Impulse für die pädagogische Arbeit gesetzt? Auch den Beschäftigungsumfang bzw. die Position der Fachkraft sollten Sie nicht unberücksichtigt lassen, wenn die Inhalte der Weiterbildung für die Praxis in Zukunft nutzbar sein sollen. Prinzipiell ist es immer wertvoll, wenn pädagogische Mitarbeiterinnen von sich aus eine Weiterbildung besuchen wollen, da dann davon auszugehen ist, dass Inhalte zukünftig auch im pädagogischen Alltag mit großer Motivation gelebt werden.

Wenn Widerstand aus dem Team kommt

Nicht immer stößt das Thema Fortbildung auf Zustimmung, besonders dann, wenn das Thema nicht mit den persönlichen Interessen übereinstimmt oder die Befürchtung besteht, den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Was also tun? Versuchen Sie, gemeinsam Lösungswege zu erarbeiten, indem Sie zum Beispiel während oder nach Fortbildungstagen gemeinsam Strategien entwickeln, die praktisch umsetzbar sind und von allen gelebt werden können:

  • Eine Fachkraft, der es schwer fällt, am Rechner Portfolioseiten zu gestalten, sollte dies zum Beispiel handschriftlich tun dürfen.
  • Eine Kollegin, die selbst wenig musikalisch ist, sollte die Möglichkeit haben auch durch die Verknüpfung mit anderen Bildungsbereichen zu einem gelingenden konzeptionellen Arbeiten beizutragen, zum Beispiel durch kreative Angebote im Bereich Musik, wie das Basteln von Rasseln oder Trommeln.

Holen Sie Ihr Team dort ab, wo es steht, und schauen Sie gemeinsam, wie Sie die Zukunft gestalten können. Grundsätzlich sollten Sie als Leitung versuchen, Ihre Mitarbeiterinnen immer selbstverantwortlich für Fortbildungen zu gewinnen und zu motivieren. Diejenigen, die eine Fortbildung bereits mit dem Gedanken besuchen Das mache ich nur, weil meine Leitung es wollte oder Das Thema ist langweilig, werden für sich wahrscheinlich wenig aus den Weiterbildungstagen mitnehmen und somit auch kaum die Qualität der Einrichtung verbessern. Spüren Sie diese Unlust bei Kolleginnen, dann suchen Sie direkt das persönliche Gespräch. Fragen Sie Was brauchst du von mir, um dich darauf einlassen zu können? Oder erklären Sie die Notwendigkeit dieses Themas für die weitere pädagogische Arbeit. Oft schafft dies Verständnis und die Bereitschaft, sich neuen Themen und Aufgaben zu öffnen.

Es geht demnach darum, sensibel zu sein für das eigene Team, Interessen und Stärken wahrzunehmen, aber darüber hinaus auch zu begeistern. Dies kann beispielsweise gelingen, indem Sie Fortbildungsinhalte bereits vorab in einer Teamsitzung vorstellen. Mithilfe einer PowerPoint-Präsentation, Bildern und Praxisbeispielen können Sie aufzeigen, was die pädagogischen Mitarbeiterinnen erwartet. Dies schafft Transparenz, Interesse und ermöglicht einen ersten Austausch.

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