Tiere in den Medien – Kinder erkunden die Tierwelt medial

Der direkte Kontakt ist stets erste Wahl, um Kinder an Tiere heranzuführen. Doch nicht immer ist dies möglich. Dann können auch verschiedenste mediale Angebote weiterhelfen.

Text: Ingeborg Becker
Bild: ©Richard Drury/GettyImages

Kleine Kinder sind fasziniert von Tieren. Ihre ersten Begegnungen mit Tieren sind in der Regel die mit einem Plüschtier und mit Haustieren. Draußen lauschen sie dem Vogelgezwitscher und schauen hinterher, wenn so ein kleiner Flügelflattermann vorbeihuscht. Es ist unnötig zu betonen, wie wichtig unmittelbare direkte Erfahrungen im Umgang mit Tieren sind. Tatsache ist jedoch, dass Kleinkinder die Welt der digitalen Medien täglich erleben und ihr direktes Lebensumfeld nur wenige Möglichkeiten bietet, Tiere live zu erleben. Hier können Medien gute Dienste leisten: Apps, Kurzfilme, Fotos, CDs mit typischen Tiergeräuschen, Kinderlieder und vor allem Bilderbücher.

Früheste Medienerfahrungen ab zwei

Im dritten Lebensjahr haben Kinder bereits viele Informationen über die Welt und ihr Denken wird abstrakter. Dadurch werden sie zunehmend fähig, auch medial vermittelte Informationen aufzunehmen. Diese sollten jedoch immer an ihren bisherigen Erfahrungen und Kenntnissen ansetzen. Kinder müssen lernen, Medien zu verstehen und zu handhaben. Kinder unter zwei Jahren brauchen weder digitale Medien noch Fernseher, darin sind sich Wissenschaftler einig. Danach sollten Medien gezielt, kontrolliert und vor allem zeitlich begrenzt genutzt werden, immer im Beisein von Erwachsenen. Geeignet für die ganz Kleinen sind kurze, einfache Sendungen und Apps, die ihre Konzentrations­ und Aufnahmefähigkeit nicht überfordern. Das Geschehen sollte sich auf wenige Figuren konzentrieren und keinen komplizierten Handlungsverlauf haben. Es gibt eine Fülle an Angeboten, die man nutzen kann, um das Verhalten von Tieren und deren Lebenswelt mit Kindern näher zu betrachten. Viele davon sind jedoch eher unrealistisch und zeigen Tiere sehr verniedlicht. Hier kommt es auf den Geschmack und die Vorlieben der Erwachsenen an und adarauf, was sie vermitteln möchten. Viele Apps oder Tierfilme für Kinder bieten umfangreiches detailliertes Fachwissen über das Leben und Aufwachsen von Tieren. Sie sind jedoch meistl für Kinder ab etwa vier Jahren zu empfehlen.

Eigene Bilder

Und im pädagogischen Alltag? Portfolios, entweder digital oder in einem Ordner, dokumentieren die Entwicklungsprozesse der Kinder mit vielen Fotos. Diese bieten gute Gelegenheiten, beim Betrachten mit Kindern über das Erlebte zu sprechen. So können sie sich aktiv mit sich und ihrer Lebenswelt auseinandersetzen, ihr Erinnerungsvermögen erweitern und sich ihrer selbst bewusst werden. Einige digitale Fotoapparate sind sehr leicht zu handhaben und ermöglichen Kindern ab etwa zwei Jahren, eigene Aufnahmen zu machen. Sie können schon verstehen, wie ein Auslöser bedient wird, und sich forschend auf Motivsuche begeben. Die Fotos können auf dem Tablet betrachtet werden. Danach wird gemeinsam ausgewählt, welche vergrößert ausgedruckt und laminiert werden sollen. So können zum Beispiel Tier fotos großformatig aufgehängt oder in die Hand genommen und betrachtet werden – etwa mit einer auf ein Thema oder einen Ort bezogenen Auswahl, sodass immer wieder, je nach aktuellen Interessen der Kinder, eine andere Bilderserie gezeigt werden kann.

Die Kinder können zum Beispiel beim Besuch auf einem Bauernhof ihre Lieblingstiere fotografieren oder sich selbst mit dem eigenen Lieblingstier fotografieren lassen. Die Bilder werden digital oder ausgedruckt betrachtet und in das Portfolio aufgenommen. Einen Bauernhofbesuch beispielsweise kann man auch ergänzen, indem man mit den Kindern gezielt kleine Filme ansieht, die das Leben der Tiere auf dem Bauernhof zeigen, oder kurze Spiele­Apps einsetzt, die das Wissen über einzelne Tiere vertiefen. In der ZDF­Mediathek etwa gibt es aus der Reihe „Löwenzähnchen“ etliche ein­ bis dreiminütige sowie acht Minuten lange Filme über viele verschiedene Tiere.

Spiele und Aktionen zu Abbildungen von Tieren

Auch Ratespiele lassen sich mit laminierten Fotos spielen, beispielsweise: „Bei welchem Tier ist Maya denn da?“ oder „Welchen Laut gibt dieses Tier von sich?“. Oder man lauscht dem Tier laut von einer CD oder einer App und die Kinder finden das entsprechende Foto des Tieres. Bei kleinen Kindern ist eine sehr beliebte Tätigkeit, beim Betrachten von Bilderbüchern entsprechende Buttons, die Tiergeräusche machen, zu drücken und den Laut nachzumachen. Wenn erraten wurde, welches Tier da Laute von sich gibt, können die Kinder überlegen, wie sich das Tier bewegt. So wird schnell ein Spiel daraus. Viele Kinderlieder greifen genau das auf – hüpfen wie ein Häschen, tanzen wie ein Brummbär und so weiter. Die Kinder können Bilder von den Tieren malen, von denen sie besonders fasziniert sind (die Absicht zählt, nicht die Erkennbarkeit). Zu Tierspuren im Schnee, welche die Kinder im Winter sehen, kann im Internet recherchiert werden: Zu welchem Tier gehört der jeweilige Abdruck? Ein Tierbild kann man mit einem zerschnittenen Papier abde­ cken und die einzelnen Teile nach und nach wegnehmen (Puzzle demontieren) – die Kinder raten, welches Tier sich dahinter verbirgt. Wenn man mehr Zeit aufwenden möchte, kann man das Spiel mit dem Softwareprogramm PowerPoint digital vorbereiten.

Tiere beobachten mit digitaler Unterstützung

Wenn Kinder draußen Regenwürmer betrachten oder eine Ameisenstraße erkunden, kann eine Becherlupe zum Einsatz kommen oder eine digitale Lupe, um in Ecken zu schauen, in die man sonst keinen Einblick bekommt. Kleinstlebewesen in einem Teelöffel voll Erde können gut mit einem digitalen Mikroskop, das an einen PC oder ein Tablet angeschlossen ist, beobachtet werden. So werden die Kinder ermutigt, zu forschen und zu entdecken. Die Anschaffung von Robotic­Haustieren kann für die Tagespflege durchaus eine Option sein, das ist meines Erachtens Geschmackssache. Es wird damit geworben, dass die Kinder auf diese Weise spielerisch lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Apps für Kinder

Es gibt online Empfehlungen getesteter Apps für Kinder ab zwei Jahren. Hier drei Vorschläge, bei denen man den jeweiligen Gerätetyp prüfen und immer auf Werbung vor den Sendungen achten muss!

  • Kinderclub, App Kinderlieder – ein Lied über Tiere. In dem (etwa sechs Minuten dauernden Film) fährt ein kleiner roter Traktor von Haus zu Haus. Jedes hat eine andere Farbe und wird von einem anderen Tier bewohnt, dem der Traktor Futter in einem Geschenkpaket vorbei bringt.
  • Nochmaal – Lernfilme für Kinder. Langsam, schön erzählte natürliche Bilder, im Mittelpunkt der 23 Folgen stehen Tierkinder jeweils eines Tieres, sodass Kinder ab zwei Jahren in etwa drei Minuten einem Tier spielerisch näher kommen können.
  • http://www.kindertube.de/bauernhof-tiere/bauernhof-tiere- filme.html Im Menü können auch andere Tiere angeklickt werden. Die Filme zeigen Tiere des Bauernhofs in ihrer natürlichen Umgebung, sind jedoch mit 12 Minuten zu lang für junge Kinder.

Wichtig ist, dass kommunikationsfreudige und medienkompetente Kinder immer Zuspruch und Unterstützung von Erwachsenen brauchen. Es muss auch bedacht werden, dass zu viele Reize auf einmal ein Kind überfordern können. Eine kurze Verweildauer vor dem Bildschirm und die Begrenzung der Häufigkeit sind unbedingt zu beachten, ebenso die Hygiene, denn auf einem Tablet oder Smartphone tummeln sich eine Fülle von Bakterien. Und nach dem digitalen Vergnügen? Nix wie raus zum Toben und Turnen!

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