15.03.2022
Marion Bischoff, Petra Knickenberg

Umgang mit akuten Krisensituationen

Nicht erst die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir sehr schnell in eine Krisensituation gelangen können. Wie gehen Sie und Ihr Team damit um? Lassen Sie sich von den Herausforderungen nieder­drücken oder versuchen Sie, Möglichkeiten zu finden, die Ihnen helfen, die Krise möglichst flott und ohne Schäden zu überwinden? Aber was können Sie tun, um einer Krise vorzubeugen, sich dagegen zu wappnen oder diese zu bewältigen? Es gibt einige Wege, die Ihnen dabei helfen.

Selbstfürsorge

Für sich selbst gut zu sorgen, ist das wichtigste Instrument für gelingendes Krisenmanagement im Team. Nur, wer sich selbst achtet und den eigenen Wert schätzt, kann dies auch in der täglichen Arbeit und im Umgang mit anderen vermitteln. Doch wie kann das im stressigen Alltag gelingen? Wenn Sie jetzt lesen: „Seien Sie sich ein paar Minuten am Tag wert“, lächeln Sie vielleicht oder schütteln ungläubig den Kopf. Doch genau das ist der erste Schritt der Selbstfürsorge: Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für sich selbst.

Lauschen Sie einem schönen Lied, meditieren Sie, unternehmen Sie einen kurzen Spaziergang oder stellen Sie sich einfach in den Garten und beobachten Sie die Natur. Atmen Sie bewusst durch und denken Sie sich, dass Sie mit jedem Ausatmen all das verlässt, was Sie nicht mehr brauchen (Ärger, Angst, Druck, Stress …).

Wer bin ich und warum bin ich hier?

In Krisensituationen neigt man oft dazu, alles schlecht zu reden, die guten Dinge möglichst klein zu halten und dadurch die Krise immer weiter zu verstärken. Dabei lässt sich der Spieß relativ einfach umdrehen. Zunächst einmal sollte man sich von Zeit zu Zeit (also nicht nur in akuten Krisen) die Fragen stellen:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?

Schon allein, wenn man an die Antworten denkt, spürt man, wie ein Lächeln übers Gesicht huscht, denn Sie – und bei Ihren Fachkräften ist es gewiss ähnlich – können so viel mehr, als Sie sich bewusst machen. Doch genau jetzt ist der richtige Moment, sich hier wieder neu zu erkennen und dann das Ganze mit der nächsten Frage zu untermauern:

  • Warum bin ich hier?

Warum haben Sie diesen Job gewählt? Und warum ärgern Sie sich jetzt gerade über eine bestimmte Situation? Wäre Ihnen alles egal, würden Sie sich darüber nicht empören. Also schlägt Ihr Herz für diesen Job. Holen Sie diese Freude wieder hervor, indem Sie sich an Ihre ersten Tage erinnern, an die Freude nach der bestandenen Prüfung oder an einen besonderen Moment während der Arbeit. Wir können uns unseren Wert immer wieder selbst bewusst machen, wenn wir es wollen.

Die eigene Kraft und die innere Ruhe stärken

Innere Ruhe ist ein guter Indikator für äußere Ruhe. Wenn wir es schaffen, uns innerlich zu entspannen, dann entspannt der gesamte Körper und somit der ganze Organismus. Nehmen Sie sich Zeit, zur Ruhe zu kommen.

Nutzen Sie eine Entspannungsübung, die Ihnen Freude bereitet und mit der Sie sich wohlfühlen. Egal, ob Sie Yoga machen, regelmäßig meditieren, Qigong oder Reiki anwenden. Wichtig ist, dass es Ihnen guttut. Und: Es braucht eine Regelmäßigkeit. Nehmen Sie sich zwei oder drei Tage in der Woche vor und halten Sie diese auch wirklich ein. Nur dann werden Sie eine Veränderung spüren, die Ihnen körperlich und seelisch hilft.

Die eigenen Ziele im Blick behalten

Fragen Sie sich selbst, aber auch immer wieder Ihr Team, nach den persönlichen Zielen. Diese sollten nicht in der großen Runde diskutiert werden. Vielmehr ist es wichtig, sich der Ziele immer wieder selbst klar zu werden und diese dann anzugehen.

Dabei ist es gut, wenn es um berufliche Ziele geht, Ihrem Team zu vermitteln: Ich bin da, wenn ihr Unter­stützung braucht.

Erkennen, benennen, angehen

Eine Krise kann nur dann bearbeitet werden, wenn wir sie erkennen. Deswegen gilt es, die Augen offen zu halten und nichts unter den Teppich zu kehren, was sich irgendwie ungut anfühlt.

Stellen Sie sich die Leitfragen auf der nächsten Seite, um die Krisensituation anzugehen. Diese Fragen können Sie bei allen entstehenden Krisensituationen nutzen. Ganz gleich, ob es eine Diskussion im Team, der Personalmangel oder eine sonstige Krise ist. Wichtig ist: Nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern aktiv an einer Veränderung zu arbeiten!

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