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Kontakt trotz Kita-Schließung – wie geht das?

Ein Kind statt 90 – das Leben im Kinderhaus St. Elisabeth in Stuttgart ist in Corona-Zeiten ganz anders als sonst. Leiterin Josefine Montorselli erzählt unserer TPS-Redakteurin Heide Grehl, wie sie und ihr Team in engem Kontakt mit Eltern und Kindern bleiben, ihren pädagogischen Auftrag trotz Pandemie erfüllen und ihre eigene Arbeit reflektieren.

Text: Heide Grehl, TPS-Redaktion
Bild: © Richard Drury/GettyImages

„Ich habe etwa zehn Tage, nachdem die Kitas deutschlandweit geschlossen wurden, eine Mail an alle Eltern geschrieben. Darin vermitteln wir den Familien, dass wir an sie denken und dass es uns wichtig ist, trotz der räumlichen Entfernung Kontakt zu halten. Eine Sammlung von Fingerspielen und Bastelideen habe ich ebenfalls zusammengestellt – mit Materialien, die man etwa im Wald finden kann. Außerdem habe ich in der Mail einen Link zu einem Kinder-Konzert im Internet geteilt. Ganz wichtig war es mir auch zu betonen, dass die Eltern sich gern telefonisch oder per Mail melden können, wenn sie Unterstützung brauchen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Eltern das annehmen. Schließlich möchten wir hier sehr gern wissen, wie es allen geht, und wie sie ihren Alltag in dieser Zeit gestalten! Aber auch wenn sich die Eltern nicht melden sollten – ich werde weiter Mails verschicken, mindestens einmal die Woche. Darin werde ich zum Beispiel schreiben, dass wir Bastelmaterialien wie Tonpapier zur Verfügung stellen können. Wenn die Eltern etwas brauchen, stellen wir ihnen ein Paket zusammen, das sie dann abholen können. Wir haben eine Erziehungspartnerschaft mit den Eltern, da ist es für mich selbstverständlich, dass ich mich melde. Als Leitung sehe ich mich in dieser Funktion, im Namen des Teams in Kontakt mit den Eltern zu treten. In anderen katholischen Kitas haben die Erzieherinnen Osternester gebastelt und haben diese den Familien vorbeigebracht. Wiederum in anderen Einrichtungen nähen die Erzieherinnen Atemschutzmasken für die Notfallbetreuung.

Kontakt mit den Eltern über das Telefon

Den Kontakt mit den Eltern zu halten, ist in allen Kitas das Gebot der Stunde, auch bei uns. Am einfachsten ist dies natürlich bei dem Kind, das bei uns in der Notbetreuung ist. Die Kolleginnen und Kollegen sind also auch im Haus. Nicht alle, natürlich. Manche haben Urlaub und andere sind freigestellt, weil sie zu einer Risikogruppe gehören. Sie machen dann aber Homeoffice, um zum Beispiel Feiern, gemeinsame Veranstaltungen und Themenschwerpunkte konzeptionell vorzubereiten – für die Zeit nach Corona.

Jetzt ist auch die Luft, um Fachzeitschriften zu lesen – das kommt ja sonst im Alltag viel zu kurz. Diejenigen, die in der Kita sind, arbeiten in Schichten, damit wir Distanz halten können. Wichtig ist auch der Kontakt zu den anderen Familien. Deshalb nutzen wir die Zeit, um anstehende Elterngespräche über das Telefon anzubieten. Wir vereinbaren einen festen Tag und die Uhrzeit, damit die Eltern die Möglichkeit haben, sich zu organisieren, um in Ruhe mit uns sprechen zu können.

Unser Betreuungskind genießt natürlich die volle Aufmerksamkeit. Aber es vermisst auch die anderen, klar. Die Kinder brauchen sich untereinander. Das ist das, was ich schon lange versuche zu vermitteln: wie wichtig das freie Spiel für das Kind ist. ,Was lernen die Kinder denn da?‘, fragen viele Eltern immer wieder und die Antwort ist klar: Sie lernen viel mehr, wenn sie nicht ständig mit Angeboten überhäuft werden. Die Kinder brauchen Zeit zum Spielen statt einen durchgetakteten Tag.

Wir haben hier im Haus in diese Richtung viel entschleunigt, in der Zeit vor Corona. Wir wollen Kindern die Zeit geben, ins Spiel zu kommen und das Spiel zu entwickeln. Sie brauchen dazu mindestens eineinhalb Stunden ohne Unterbrechung. Hier schauen wir genau auf unseren Tagesablauf, die Übergänge und die
Störfaktoren, die wir rausnehmen möchten. Jetzt haben wir auch die Zeit zu analysieren, wo wir noch mehr tun können. Wo gab’s Schwierigkeiten? Woran lag das? Wie können wir die Abläufe in unserem Kita-Alltag optimieren? Wenn alle Kinder da sind, fehlt oft die Zeit, über konzeptionelle Sachen zu reden. Diese Zeit haben wir jetzt und die nutzen wir auch, um zu
reflektieren und zu fragen: Wie ist unsere Arbeit? Wo können wir uns noch verbessern?

Damit machen wir für uns das Beste aus diesen schwierigen Wochen. Obwohl wir uns natürlich auch Sorgen machen. Wie geht’s jetzt weiter? Wie lange wird es jetzt so sein? Ist ja alles sehr ungewiss: für die Kinder, die Eltern und für uns. Wir wollen jetzt einfach sehen, dass wir alle gesund durch diese Zeit kommen.“

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