Hörst du das Blau? – Malen nach Musik

Das Malen nach Musik ist eine Kombination aus Malen und Musiktherapie. Melodie und Rhythmus werden dabei direkt in körperliche Bewegung umgesetzt. Die Kinder nehmen die Musik auf und drücken sie je nach ihren Empfindungen direkt wieder aus, indem sie großflächig zeichnen, malen, schmieren oder matschen. Die eigene Stimmung fließt in die Bildgestaltung mit ein. Es entfaltet sich eine körperliche und seelische Entspannung und es
entstehen nebenbei interessante Bilder. Auch Empfindungen und Stimmungen, die die Kinder noch nicht sprachlich ausdrücken können, werden unter Umständen sichtbar. Der kreative Prozess ist wichtiger als das konkrete Ergebnis.

Text: Kati Breuer
Bild: ©Getty Images/katarinochka

Info

Alter: 3 bis 6 Jahre
Zeit: 45 bis 60 Minuten
Gruppe: 4 bis 6 Kinder

Material

  • 2 Chiffontücher für jedes Kind
  • 1 Bogen Papier für jedes Kind (mindestens DIN-A1-Format), zum Beispiel Packpapier
  • Wachsmalstifte
  • Fingerfarben
  • 4 bis 6 Pinsel
  • angerührter Tapetenkleister
  • 2 bis 3 Decken
  • Instrumentalmusik

Vorbereitung

Stellen Sie Farben, Pinsel und Papierbögen am Rand bereit, damit die Kinder beim Bewegungsteil genügend Platz haben. Breiten Sie zum Musik hören Decken auf dem Boden aus. Wählen Sie drei Musikstücke aus. Am besten eignen sich klassische Stücke sowie Entspannungsmusik. Es sollte sich auf jeden Fall um Instrumentalmusik handeln, da gesungener Text ablenkt. Gut geeignet sind zum Beispiel Die Moldau von Bedřich Smetana, Mozarts Concerto in C fü r Flöte, Harfe und Orchester (Andantino, Rondo) sowie Camille Saint-Saëns’ Karneval der Tiere.

Malen nach Musik: So geht’s

Schritt 1: Musik hören

Die Kinder suchen sich je nach den räumlichen Gegebenheiten eine bequeme Position im Sitzen oder Liegen. Nach und nach kommt die Gruppe zur Ruhe. Erzählen Sie den Kindern, dass sie jetzt gleich eine sehr berühmte Musik hören werden. Lassen Sie die Kinder das ausgewählte Musikstück zunächst mit geschlossenen Augen anhören. Vielleicht erzählt die Musik eine Geschichte oder beschreibt eine Stimmung? Klingt sie immer gleich laut oder ändert sich die Lautstärke? Welche Instrumente sind zu erkennen? In einer anschließenden Erzählrunde berichten die Kinder über das Gehörte.

Schritt 2: Musik in Bewegung umsetzen

Beim zweiten Hören wird die Musik in Bewegung übertragen. Jedes Kind bewegt sich so, wie es möchte und setzt die Töne mit dem ganzen Körper
um. Die Kinder versuchen, genau hinzuhören und entwickeln selbst fließende oder abgehackte, kleine oder große, schwere oder leichte Bewegungsmuster. Sie erlaufen oder ertanzen das Stück, zeichnen Kreise oder Wellen mit Händen und Armen in die Luft. Wer möchte, kann in jede Hand ein Chiff ontuch nehmen und damit die Bewegungen ausführen. Auf diese Weise ist sogar ein Umsetzen der Musik im Sitzen möglich, zum Beispiel bei wenig Platz im Raum oder einer größeren Gruppe.

Schritt 3: Musik auf das Papier bringen

Die Kinder suchen sich einen Platz im Raum. Stellen Sie ihnen große Papierbögen sowie Farben zur Verfügung. Jedes Kind wählt die Farben aus, mit denen es am liebsten arbeiten möchte. Es eignen sich sowohl Wachsmalstifte als auch Fingerfarben, die mit Tapetenkleister vermischt werden. Einige Kinder möchten vielleicht auch lieber mit einem Pinsel arbeiten. Ohne weitere Vorgaben lassen die Kinder nun beim erneuten Hören der Musik Stifte, Pinsel oder Hände auf dem Papier tanzen, schwingen oder hüpfen. Je besser es den Kindern gelingt, sich in die Musik einzufühlen, desto mehr werden ihre Bewegungen und damit das Bild vom Empfinden der Musik bestimmt.

Tipp: Achten Sie darauf, die Kinder so im Raum zu platzieren, dass sie nicht vom Anblick ihres Nachbarn abgelenkt werden. Manche Kinder arbeiten lieber stehend. Befestigen Sie dazu das Papier an der Wand. Einige Kinder malen dagegen besonders entspannt, wenn sie in der Hocke sitzen oder bäuchlings auf dem Boden liegen.

Wichtig: Ziel dieser Übung ist es nicht, dass ein gegenständliches Bild herauskommt, auch wenn es immer wieder Kinder gibt, die richtige Bilder malen. Vielmehr können sich die Kinder körperlich und seelisch entspannen, wenn sie sich auf die eigenen Bewegungen mit farbigen Spuren einlassen.

Schritt 4: Über die Ergebnisse sprechen

Im anschließenden Erzählkreis bekommen die Kinder Gelegenheit, ihr Bild vorzustellen, ihre Farbwahl zu erklären und etwas über ihre Empfindungen während des Malens zu erzählen. Wer lieber schweigt, sollte aber auch nicht zum Erzählen gedrängt werden.

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hören, malen, Musik, Rhythmus

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