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Corona da – Kita zu! Wie es einer Mutter damit geht …

Das Land fährt runter und die Kitas mit. Wie gehen Familien damit um? Ellen Meister aus Stuttgart verrät unserer TPS-Redakteurin Heide Grehl im Interview, wie ihr neuer Alltag zwischen Schlafanzug-Gammeln und Wutanfällen funktioniert, und was sie sich von der Kita wünscht.

Text: Heide Grehl, TPS-Redaktion
Foto: © PeopleImages/GettyImages

Wie geht’s euch ohne Kita?

Ellen Meister: Wir sind noch im Ferienmodus. Die Kinder gammeln gern im Schlafanzug rum. Wenn die Mädels nach dem Mittagessen irgendwann die Zähne putzen, bin ich schon froh! Wir haben uns zwar eine Art Stundenplan gemacht – aber ich muss zugeben, dass wir den meistens nicht durchziehen. Wir machen einfach das, worauf wir grade Lust haben.
Meine große Tochter Matilda ist in der zweiten Klasse und muss natürlich Schulaufgaben machen. Pia kriegt dann ihr Bastelbuch und es ist eine halbe Stunde Ruhe. Aber Matilda rastet dann auch mal aus, wenn sie etwa in Mathe eine Aufgabe nicht versteht. Da braucht sie viel Zuspruch. Und Pia flippt zwei Minuten später auch aus. Sie spiegelt ihre Schwester – und möchte die gleiche Aufmerksamkeit bekommen. Da muss ich mich dann irgendwie zweiteilen – und das geht dann zulasten von einer der Mädels.

Ihr vermisst also den normalen Alltag?

Ellen Meister: Unbedingt! Die Struktur, die der normale Alltag gibt, ist schon sehr viel wert. Und ich glaube, dass die Mädels es sehr vermissen, eigenständig zu sein. Sie hängen jetzt so viel aufeinander und können sich nicht mit anderen austauschen. Die berühmten Peer-Groups fallen weg.

In welchen Momenten fehlt die Kita besonders?

Ellen Meister: Wenn Pia in der Kita wäre, könnte ich arbeiten gehen – und das wär schön! (lacht) Und die Möglichkeiten, die die Kita bietet, sind natürlich auch toll. Seien es die Räumlichkeiten, das Spielmaterial, der Garten. Das ist was ganz anderes als bei uns zu Hause. Und natürlich fehlen Pia die anderen Kinder. Und die Freiheit. Springen, schreien, rennen, Dreck machen, was kaputt machen – das geht alles in der Kita, daheim aber nicht.

Was vermisst Pia am meisten?

Ellen Meister: Sie hat verstanden, dass die Kita für alle im Moment dicht ist. Sie spricht aber immer wieder über ihre Erzieherinnen und über das, was sie so erzählen. Da gibt es zum Beispiel Zita aus Ungarn. Und die erzählt wohl immer, dass das Essen in Ungarn so scharf ist, dass man „Haaaaaa“ machen muss beim Mittagessen. Die Erzieherinnen sind bei uns also absolut nicht vergessen. Und Pia vermisst ihre Busen-Freundin, mit der sie sehr dicke ist und den ganzen Tag verbringt. Mit ihr will sie jetzt viel telefonieren, schickt ihr Bilder und Videos über Whatsapp. Da findet jetzt der Austausch über die Handys der Mütter statt.

Steht eure Kita denn in Kontakt mit euch?

Ellen Meister: Nein, gar nicht. Von Matildas Lehrerin haben wir heute einen Anruf bekommen, und das hat Matilda unheimlich gefreut. Ich denke mir: Es wär für Pia genauso schön, wenn ihre Erzieherin sie anrufen und ihr zeigen würde: Wir denken an dich. Das hat eine besondere Wertigkeit, finde ich. Ich würde mich auch freuen, wenn von Pias Kita eine Mail mit Bastelanleitungen für Ostern, Fingerspielen oder den Liedern, die in der Kita oft gesungen werden, käme. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Kita auch noch lange geschlossen sein könnte. Die ersten zwei Wochen waren ein bisschen wie Ferien. Aber je länger das geht, desto mehr fragt man sich: Was könnten wir denn jetzt noch machen? Da wären Ideen aus der Kita schon richtig schön. Ich weiß, dass das nicht ganz einfach ist. Pias Kita ist sehr groß, etwa 90 Kinder sind es. Es gab personelle Veränderungen, das Team muss sich wieder neu finden. Dennoch haben wir immer guten Kontakt zu den Erzieherinnen gehabt und das Interesse an den Ideen der Eltern ist sehr groß. Auch die Einrichtungsleiterin finde ich sehr kompetent. Vielleicht ruf ich einfach mal an und frage, was die Kita jetzt in Corona-Zeiten vorhat …

Ellen Meister, 39, ist gelernte Fachkinderkrankenschwester für Pädiatrische
Intensivpflege und arbeitet in einer Schule für geistig und körperlich behindert Kinder, die derzeit geschlossen ist. Sie wohnt mit ihrem Lebensgefährten Thomas und den zwei Töchtern Pia, 5, und Matilda, 7, in Stuttgart.

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