02.11.2022
Silvia Engler

Motivationsbooster für das Team — Ideenpool

Manchmal gibt es Phasen, in denen man sich nur schwer für die Arbeit motivieren kann, insbesondere in herausfordernden Zeiten wie diesen. Das ist ganz normal, doch man muss aufpassen, dass sich diese Stimmung nicht ver­festigt und auf andere Kolleg:innen auswirkt. Unmotivierte Fachkräfte gehen zulasten der Kinder, der Eltern und der Stimmung im Team und man stellt sich als Leitung die Frage: Wie schaffe ich es, Mitarbeitende wieder aus einem Motivationsloch zu holen? Oder auch: Wie schaffe ich es, die Motivation stetig hochzuhalten, damit sich erst gar kein Motivationsloch auftut? Hier gibt es Antworten darauf.

Regelmäßige Fort- und Weiterbildung

Der Drang nach lebenslangem Lernen ist tief im Menschen verankert. Dieser kann durch Weiterbildungs­seminare befriedigt werden. Fortbildungen können dazu beitragen, ständig an der Reifung und Entwicklung von professioneller pädagogischer Haltung zu arbeiten und sich immer wieder neu dafür zu motivieren. Da die Möglichkeiten zur Beförderung in Kitas – was einen weiteren Bereich der Mitarbei­ter:innenmotivation darstellt – teilweise begrenzt sind, sollten die Fachkräfte sich in verschiedenen Themenfeldern spezialisieren können. Dadurch erlangen sie Expert:innenwissen, sie werden als Ansprech­partner:in aufgesucht und fühlen sich wiederum selbstwirksam und sinnhaft für die Kita.

Motivierende Mitarbeiter:innengespräche

Fachliche Begleitung für Pädagog:innen ist enorm wichtig. Daher sollten Sie als Leitung die Gelegenheit für regelmäßige Mitarbeiter:innengespräche nutzen und die Mitarbeitenden so in ihrem Handeln bestär­ken und motivieren. Zeigen Sie Wertschätzung für gute Arbeit und erarbeiten Sie bei Kritik gemeinsam Lösungen für Probleme. Nehmen Sie Widerspruch ernst und nutzen Sie Informationen wiederum, um sich selbst und Ihre eigenen Entscheidungen zu hinterfragen. Bleiben Sie stets im Gespräch mit Ihrem Team: Sie sollten wissen, wer beispielsweise einen Angehörigen pflegt oder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

Freundliche Arbeitsatmosphäre

Das Ausleben der eigenen Persönlichkeit, Wohlbefinden und Vertrauen, keine Rivalität, „Man-selbst-Sein“, ohne sich verstellen zu müssen, eine gelebte Feedbackkultur, in der sachliche Themen nicht persönlich genommen werden, nette Teammitglieder und Vorgesetzte – so sieht ein motivationsfördernder und ge­sunder Arbeitsplatz aus. Besonders den Wunsch nach netten Kolleg:innen, also Zugehörigkeit, und eine angenehme Atmosphäre sollten Sie ernst nehmen. Es ist wichtig, dem Team immer wieder neue Möglich­keiten zur autonomen Entfaltung zu bieten.

Gesehen und wertgeschätzt werden

Wenn pädagogische Fachkräfte spüren, dass sie nützlich und hilfreich für andere sind, kann sie das stark in ihrem pädagogischen Alltag motivieren. Ebenso erleben sie Freude und Sinnhaftigkeit an der Arbeit, wenn andere sehen, was sie leisten – und diese Tätigkeiten und Erfolge auch wertgeschätzt werden. Durchlebt ein Team beispielsweise eine lange Phase von Krankheitswellen, dadurch bedingter personeller Unterbesetzung und fehlender Konstanz, kann eine kleine Aufmerksamkeit die Motivation zum Weitermachen fördern. Diese macht deutlich, dass der tägliche Einsatz gesehen und wertgeschätzt wird. Wertschätzung ist eine der wichtigsten Motivationsquellen, insbesondere im Zeitalter des Fachkräf­temangels, und sie wirkt viel nachhaltiger als finanzielle Anreize.

Selbstfürsorge der Leitung

Es muss Ihnen als Kita-Leitung bewusst sein, dass Sie selbst einen enormen Einfluss auf die Mitarbeiter:in­nenmotivation haben und somit eine große Verantwortung tragen. Es ist mit hohen persönlichen Kosten und großem Einsatz verbunden, ein Team zu führen. Um diese Aufgabe daher erfolgreich bewältigen zu können, ist es wichtig, dass Sie zunächst selbst als motivierte Person auftreten und ausreichend Energie und zeitliche Ressourcen haben, den Mitarbeitenden die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie benötigen und auch verdienen.


Hand aufs Herz:

Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal Zeit nur mit Dingen verbracht, die Sie wirklich aus eigenem Wunsch und Interesse heraus getan haben? Auf die Sie sich unbeschreiblich gefreut haben und die Sie glücklich und zufrieden gemacht haben? Viele Leitungen können sich daran gar nicht erinnern, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, die Erwartungen der anderen zu erfüllen: die der Eltern, des Teams oder die des Trägers.


Dauerhaft zufriedener erledigen wir Aufgaben, wenn wir einen ebenso großen Wert auf das Erfüllen tiefster eigener Bedürfnisse legen. Daher sollten Sie achtsam zuhören, was Ihr eigener Körper und Ihr Geist benötigt und dem nachgehen. Dies ist eine Form der Selbst­fürsorge und eine Grundvoraussetzung, um auch Erwartungen anderer auf Dauer erfüllen zu können. Denn nur, wenn es Ihnen als Füh­rungskraft von innen heraus gut geht, können Sie dieses Gefühl auch weitergeben und das Team inspirieren. Vom achtsamen Umgang mit sich selbst als Leitung profitieren also auch die Mitarbeitenden, die sich gesund halten und gut auf sich selbst achten und diese Achtsam­keit gleichwohl an die Kinder weitergeben.

Achtsames und gesundes Team

Eine wichtige „Zutat“ für ein belastbares, verlässliches und motiviertes Team ist die Achtsamkeit. Sie um­fasst – innerhalb des Teams – den achtsamen und wertschätzenden Umgang miteinander und die Offen­heit für die individuellen Unterschiede, die in jedem Team aufeinandertreffen. Konkret geht es darum, dass jede Fachkraft offen ist für die Ideen, Wünsche und Rückmeldungen ihrer Kolleg:innen. Und es geht auch um die gegenseitige Unterstützung im Team, insbesondere bei akuten Konflikten, in schwierigen Situationen – eben immer dann, wenn eine Fachkraft an ihre Grenzen kommt.

Kritische Überprüfung des eigenen Handelns

Die Reflexion der eigenen Haltung und der pädagogischen Praxis im Kita-Alltag ist eine wichtige Voraus­setzung dafür, dass professionelles Handeln auch in herausfordernden Situationen gesichert ist. Durch die regelmäßige Reflexion können „blinde Flecken“ aufgedeckt (z. B. unbewusste Vorurteile), reflektiert und gemeinsam aufgebrochen werden. Wichtig dabei ist eine vertrauensvolle und offene Atmosphäre im Team, in dem auch Grenzen der eigenen Belastbarkeit und Überforderungsgefühle gesehen und gehört werden und auch negative Gefühle sowie Fehlverhalten angesprochen werden dürfen.

Erfolgreiches Beschwerdemanagement

Als Leitung müssen Sie diese Situationen erkennen, feinfühlig agieren und herausfinden, was jeder Einzel­ne benötigt. Das gelingt z. B. durch ein funktionierendes Beschwerdeverfahren. Geben Sie Ihren Mitarbei­tenden regelmäßig die Gelegenheit, mitzuteilen, was sie gerade stört oder womit sie sich gerade unwohl fühlen. Sprechen Sie die Punkte entweder im Einzelgespräch oder in der nächsten Teamsitzung an und finden Sie gemeinsam Lösungen. Wenn Ihre Mitarbeitenden wissen, dass Sie ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen und diese beseitigen möchten, ist auch das schon ein großer Motivationsschub. Die ge­meinsame Reflexion im Team und ein regelmäßiger Austausch sind jetzt umso wichtiger, um eine ange­nehme Arbeitsatmosphäre zu erschaffen oder zu erhalten.

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