02.07.2019
Redaktion
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Eine Stationengeschichte zum Mitfühlen

In dieser Vorlesegeschichte verlangt ein kleines Küken lautstark nach Futter. Es piepst so lange, bis ihm verschiedene Tiere etwas angeblich Leckeres zum Fressen bringen. Aber erst die Hühnermama weiß, was ihrem Küken schmeckt. Und ganz nebenbei lernt das Küken, dass man sich Nahrung auch selbst beschaffen kann.

Das kleine Küken hat Hunger (Vorlesegeschichte)

Text: Tina Scherer Foto: Nadine Liesse

Info für die Stationengeschichte

  • ab 1 Jahr
  • im Einzelkontakt oder die gesamte Gruppe
  • Dauer: etwa
  • 3 Minuten (Vorlesezeit)

Das kleine Küken ist gerade erst auf die Welt gekommen. Und es hat ziemlich großen Hunger.
„Haaallo!“, piepst es, „kann mir bitte mal jemand etwas zu fressen bringen?“ Eine Zeit lang antwortet niemand. Dann rauscht es und von oben komm der Rabe Riko angeflogen. Er lässt sich vor dem Küken nieder und guckt es neugierig an. „Ich hab Hunger!“, piepst das Küken. „Hier hast du eine schöne Nuss!“
Riko lässt eine dicke Walnuss fallen, die er gerade gestohlen hat. Das Küken guckt die Nuss erstaunt an.
„Die kann ich doch nicht essen, die ist viel zu hart. Ich bin noch ein Hühnerbaby, ich kann doch keine Nüsse essen!“ Der Rabe kratzt sich am Kopf. „Nicht?“ „Nein!“, ruft das Küken. „Aber ich hab Hunger. Warum kommt denn nicht mal jemand und bringt mir was?“ Der Rabe fliegt weg und eine Weile ist es ganz still. „Haaaallo!“, ruft das kleine Küken. „Ich hab …“ Da raschelt es im Gebüsch und der dicke Igel Ingo kommt angeschnauft. „Hier hab ich dir eine schöne Schnecke mitgebracht!“, keucht er atemlos. „Hui, ist das warm heute!“ Das Küken betrachtet die Schnecke. „Eine Schnecke? Ich fress doch keine Schnecke! Ich bin ein Hühnerküken, ich mag keine schleimige Schnecke fressen. Igitt!“ Der Igel ist ratlos. „Nicht?“ „Nein!“, ruft

das Küken. „Ich möchte jetzt bitte was Leckeres zum Fressen. Was Leckeres! Keine Schnecke und keine Nuss!“ Eine Weile ist es wieder still um das Küken herum. Dann raschelt es im Gras und der Hund Hektor kommt angerannt. „Hier hast du einen leckeren Knochen“, freut sich der Hund und legt seinen Knochen vor das Küken. Das Küken betrachtet den Knochen. „Ich kann doch keinen Knochen fressen, ich hab ja gar keine Zähne!“, ruft das Küken. Jetzt wird das Küken richtig wütend. „Versteht das denn keiner? Ich bin ein Hühnerküken! Ich fresse keine Knochen oder Schnecken oder Nüsse!“ „Nicht?“ Der Hund legt den Kopf schief, dann rennt er weg. Jetzt ist das Küken ziemlich traurig. Es hat Hunger und es ist ganz allein. Da raschelt es wieder und Mama Huhn kommt angelaufen. Sie nimmt das Küken unter ihre warmen Flügel, um es zu wärmen. Dann führt sie das Küken auf den Hühnerhof. „Du kannst dir selbst was zum Fressen holen, guck mal!“ Und Mama macht vor, wie sie ein leckeres Getreidekörnchen mit dem Schnabel aufpickt. Sie zeigt dem Küken eine Getreideflocke. „Die ist für dich!“

Zusatz-Tipp für die Stationengeschichte

Diese Geschichte können die Kinder mit Plüsch- oder Kunststoffspielzeugfiguren auch nachspielen. Oder sie schlüpfen selbst in die Rolle des Kükens und piepsen, so laut sie können.

Was Küken so fressen Wenn die kleinen Küken erst ganz kurz auf der Welt sind, zehren sie noch von den Nährstoffen, die sie in der Eierschale gefressen haben, und brauchen erst einmal noch keine Nahrung. Später führt wie in dieser Geschichte die Henne ihre Küken zu Stellen mit leckerer Nahrung, zumindest wenn die Hühner im Freien aufwachsen dürfen. Dann picken die Küken sich Getreideflocken, Körnchen und später auch Würmer vom Boden auf.

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