13.01.2021
Lars Klinker
pinstock / GettyImages

Zu viel des Guten

Übermotivierte Fachkräfte können Ihnen den letzten noch vorhandenen Nerv rauben. Deshalb ist es wichtig, zu viel Begeisterung zu kanalisieren.

Ich übernehme das gern!“ „Klar kann ich das noch erledigen. Nach Feierabend bleibe ich einfach noch hier.“ So schön es ist, wenn Fachkräfte sich engagieren und einbringen, so anstrengend kann es auch sein, wenn sie die anderen regelrecht „überrollen“. Ruhigere und zurückhaltende Teammitglieder haben dann kaum eine Chance, sich einzubringen. Deshalb ist es Ihre Aufgabe als Führungskraft in der Kita, die Begeisterung und Motivation einzelner gut zu kanalisieren. Hierzu gehört auch, einmal ganz gezielt „Nein, danke!“ zu sagen, ohne jemanden anzugiften. Es ist wichtig, das Team als Gesamtkonstrukt im Auge zu behalten, damit alle sich wahrgenommen und wichtig fühlen. Nur so bleibt bei allen die Motivationskurve oben.

Übermotivierte Fachkräfte sind anstrengend

Nicht nur diejenigen, die sehr lange brauchen, um sich für eine Sache zu begeistern, können Ihre Nerven strapazieren. Auch die besonders motivierten, die mit ständig neuen Ideen daherkommen und im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu bremsen sind, brauchen Ihre Reaktion. Dabei gilt es, sie ebenso vorsichtig zu behandeln wie die Fachkräfte, die man anspornen will. Bremsen Sie eine übermotivierte Fachkraft häufiger aus, kann sich deren Begeisterung nämlich leider auch ins Gegenteil verändern.

Zeit und Verständnis Nehmen

Sie sich Zeit, um in einem Mitarbeitergespräch zu erklären, was Ihnen auffällt und welche Wirkung das durchaus positiv gemeinte Engagement auf andere hat. Zugleich ist das eine gute Gelegenheit, die Fachkraft daran zu erinnern, die eigenen Ressourcen nicht überzustrapazieren. Denn auch beim bestmotivierten Menschen ist irgendwann der Akku leer. Verdeutlichen Sie im Gespräch, wie dankbar Sie für gute Ideen und tatkräftige Unterstützung sind. Trotzdem stellen Sie klar, dass Ihnen in erster Linie an langfristig gesunden Fachkräften gelegen ist, die bei Bedarf aktiv sein können, aber auch die eigenen Grenzen, sowie die der anderen Fachkräfte wahrnehmen.  

Gut zu wissen

Oftmals sind es gerade die vermeintlich besonders engagierten Fachkräfte, die nur von Ihrem leeren Akku ablenken wollen und sich dabei vollkommen selbst vergessen. Daher gilt es umsichtig zu handeln und die Fachkraft in ihrer Ganzheit zu betrachten. Fragen Sie sich vor dem Gespräch, was Sie mitteilen wollen und wie Sie es am besten angehen können.

Lars Klinker ist Kommunikationsdesigner und studiert soziale Arbeit.

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