21.04.2022
Benjamin Friz
klingsup / GettyImages

Yoga für Vorschulkinder - Mit Ruhe zu innerer Stärke

Für Kinder bedeutet der anstehende Wechsel in die Schule eine Herausforderung, die jedes Kind auf seine Weise meistert. Dafür braucht es viel Selbst vertrauen und eine ordentliche Portion innere Stärke. Mit den folgenden Yogaübungen können Sie Ihren Vorschulkindern dabei helfen, sich stark zu fühlen wie ein Baum oder Löwe. Getreu dem Motto: In der Ruhe liegt die Kraft!

Alter:
Ab 5 Jahren
Dauer:
30 Minuten
Gruppengröße:
Ganze Gruppe
Ort:
ruhiger Nebenraum oder Wiese

Einstimmung

Sprechen Sie als Einstimmung mit den Kindern darüber, ob sie Situationen erzählen können, in denen sie besonders mutig waren. Lassen Sie alle Kinder zu Wort kommen, die erzählen möchten. Erwähnen Sie dann, dass es manchmal auch Momente gibt, da fühlt man sich nicht so stark, da ist man vielleicht auch mal ängstlich. Deshalb haben sich die Yogis Figuren überlegt, die stark machen. Wenn man die nachmacht, kann man sich genauso stark fühlen wie die Figur:

Der Baum

Mit seinen Wurzeln ist er fest im Boden verankert. Er hat einen starken Stamm und ihm kann selbst das größte Unwetter nichts anhaben. Der Baum ist erst noch ganz klein (in die Hocke gehen), und dann wächst er und wird immer größer. Er bekommt Äste, die beinahe bis in den Himmel reichen (auf Zehenspitzen gehen und die Finger ganz weit nach oben strecken). Mögliche Frage: Was für ein Baum seid ihr? Spürt mal, wie eure Wurzeln unter euren Füßen ganz tief in den Boden reichen und fest in der Erde verankert sind. Spürt ihr, wie kräftig eure Wurzeln sind, wie gut sie euch festhalten? Und jetzt werden wir noch einmal ganz klein (wieder in die Hocke gehen) und wachsen noch einmal ganz langsam nach oben. Wir werden immer größer und größer, und auch immer kräftiger. Nichts kann uns umhauen. Jetzt wachsen unsere Äste ganz weit zur Seite (die Arme, so weit es geht, zur Seite strecken – sich einmal zu jeder Seite dehnen/verlängern). Wir werden ein ganz breiter Baum, unter dem zum Beispiel Tiere Schutz finden können. (Am Ende etwas auslockern, dazu den Oberkörper drehen und die Arme dabei locker um den Körper fallen lassen.)

Der Krieger

Er ist mutig und traut sich in jeden Kampf, weil er an sich glaubt und weiß, was er kann. Mögliche Frage: Wie sieht denn ein Krieger aus? Unser Krieger braucht keine Waffen und auch keine Rüstung. Seine Stärke kommt von innen, aus dem Herzen. (Bein nach hinten, Fuß nach außen drehen. Die Arme zur Seite rausstrecken. Das vordere Knie etwas vorschieben. Achtung: Knie nicht über die Ferse schieben.) Krieger sind mutig und tapfer und haben ihren Blick immer fest geradeaus gerichtet. Sie wissen, was sie können, und vertrauen sich. Seid ihr bereit für den Kampf, spürt ihr eure Stärke? Sie kommt aus eurem Herzen. Spürt ihr euer starkes Herz in eurer Brust? (Nun mit dem anderen Bein nach hinten gehen und einen Arm nach vorne und einen nach hinten strecken.) Euer Blick reicht nun über euren vorderen Arm, die Hand und die Finger ganz fest geradeaus. Ihr wisst, was ihr wollt und wo ihr hinwollt.

Ihr seid mutig, auch ohne Waffen und Rüstung, denn eure Stärke kommt aus eurem Herzen. Spürt ihr die Kraft des Kriegers in euren Armen und Beinen? (Am Ende die Arme und Beine ausschütteln.) Vor ihm haben die anderen Tiere großen Respekt. Manche nennen ihn deshalb auch den König der Tiere. Als Löwe knien wir uns hin und setzen uns auf unsere Fersen. Unsere Zehen stehen fest auf dem Boden. Und nun spreizen wir unsere großen Pranken und gleiten ganz langsam nach vorn. Wir drücken unsere Brust ganz fest raus und zeigen damit, wie stolz wir sind. Alle sollen vor uns Respekt haben! Mit großen Augen blicken wir uns um (den Kopf hin und her drehen). Mögliche Frage: Wer hat denn da alles Respekt vor uns? Dann schieben wir uns wieder zurück, schließen kurz die Augen und spüren unseren Atem in unserem Bauch und unseren Stolz in unserer Brust. (Übung wiederholen) Mögliche Frage: Und wenn jetzt ein anderes Tier kommt und uns etwas antun möchte, was machen wir da als Löwe? Zähne zeigen und brüllen! (Brust am Ende der Übung wieder zurückschieben.)

Tipp:

Die Figuren können die Kinder auch zu Hause mit den Eltern üben. Umso leichter fällt es den Kindern, sich an die Figur zu erinnern und ihre Stärke zu spüren, wenn sie einmal Angst vor etwas haben.

Abschluss

Beenden Sie die Yogaeinheit mit eine kleinen Fantasiereise Sie können auch nach der Fantasiereise mit den Vorschulkindern darüber sprechen, wie Ihnen die Yogaübungen oder die Fantasiereise gefallen haben. Wie war es, die Übungen durchzuführen? War es schwer, so ruhig zu sein? Welche Figur hat ihnen besonders viel Kraft gegeben?  

Fantasiereise zum Abschluss

Leg dich nun bequem auf den Rücken und schließe deine Augen. Atme tief in den Bauch ein und wieder aus. Spüre, wie du auf dem Boden liegst und wie die Erde dich sicher trägt. Spüre deine Beine (kurze Pause), deinen Rücken (kurze Pause), deine Arme (kurze Pause) und deinen Kopf, wie sie fest auf dem Boden aufliegen (kurze Pause). Das gibt dir Sicherheit und Halt. Atme noch ein- oder zweimal tief in den Bauch ein und aus (kurze Pause) und stelle dir nun die Figur vor, die dir am besten gefallen hat. Bist du der mutige Krieger? Bist du der stolze Löwe? Oder bist du der starke Baum? Stelle dir nun vor, wie du als diese Figur am ersten Schultag zur Schule gehst. Dich kann nichts aus der Ruhe bringen. Du fühlst dich sicher und stark. Du bist ganz schön mutig, wie du da den Schulhof betrittst und zusammen mit deinen Eltern (haben alle Kinder Eltern?) oder Freunden ins Schulgebäude gehst! Spürst du die Kraft in deiner Brust (kurze Pause), in deinen Armen und Beinen (kurze Pause), in deinem ganzen Körper (kurze Pause)? Balle einmal deine Hände ganz fest zu Fäusten und spüre, wie stark du bist! Mit dem Einatmen atmest du die Kraft deiner Figur ein, und mit dem Ausatmen verteilt sich diese Kraft in deinem ganzen Körper (3 × wiederholen). Lasse deine Hände und Arme nun wieder locker und entspanne deinen ganzen Körper. Spüre, wie sich dein Bauch beim Einatmen hebt und beim Ausatmen wieder senkt. Dein Nacken ist auch ganz entspannt. Schlüpfe aus deiner Figur wieder heraus und sei wieder die Person, die du in Wirklichkeit bist. Du liegst hier in einem Raum im Kindergarten auf dem Boden. Wenn du wieder hier angekommen bist, öffne langsam deine Augen und komme zum Sitzen.

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