Tritt ein, tritt ein, komm doch herein! – Ein Begrüßungsspiel als Ritual zur Integration neuer Kinder

03.08.2017

Text: Paul Suer | Bild: Thinkstock/iStock

Das Begrüßungsritual hilft den Kindern beim Übergang von der häuslichen Vertrautheit in die Vielfalt des Kindergartens. Ziel ist es, dass die Kleinen mit Freude in der Kita ankommen und sich leichter von ihren Eltern, Geschwistern oder den Personen lösen, an die sie bislang gewöhnt waren. Es ist aber auch für ältere Kinder geeignet, die neu in einer Gruppe sind.

Durchführung – ein Begrüßungspiel als Ritual für Neuankömmlinge

Führen Sie das folgende Ritual mit einem neuen Kind an mindestens drei Tagen durch. Verständigen Sie sich mit ihm darüber, ob Sie weitere Tage einplanen, diese aufeinander folgen sollen oder ob sie Pausen einlegen. Wenn Sie an einem Tag nicht alle neuen Mädchen und Jungen berücksichtigen konnten, loben Sie die betreffenden Kinder unbedingt für ihre Geduld.

Tritt ein, tritt ein, komm doch herein! – Spielbeschreibung

  1. Alle Kinder der Gruppe stellen sich im Kreis auf. Das neu angekommene Kind darf ein anderes auswählen, das es während des Spiels begleitet. Wenn das Kind damit überfordert ist, wählen Sie eines der Mädchen und Jungen aus.
  2. Die Kinder bilden eine Gasse. Zwischen den Mädchen und Jungen sollte so viel Platz sein, dass sie sich mit ausgestreckten Armen nicht mehr berühren. Die Gasse sollte so breit sein, dass das ankommende Kind und seine Begleitperson sie bequem durchschreiten können.
  3. Das neu angekommene Kind und sein Begleiter verlassen den Raum. Begleiten Sie oder eine Kollegin die beiden.
  4. Das Ritual beginnt. Die beiden klopfen von außen an die Tür. Die Kinder im Raum rufen im Chor:
    Tritt ein, tritt ein, komm doch herein!
    Sorgen Sie oder Ihre Kollegin dafür, dass die beiden Kinder vor der Tür erst dreimal klopfen,
    bevor sie den Raum betreten. Nach jedem Klopfen rufen die Mädchen und Jungen im Raum
    etwas lauter:
    Tritt ein, tritt ein, komm doch herein!

  5. Sobald die Kinder den Raum betreten, werden sie von der Gruppe mit großem Hallo begrüßt.
    Während die beiden nun durch die Gasse gehen, heißen die Mädchen und Jungen das neue Kind mit diversen Begrüßungsformeln willkommen, wie zum Beispiel:

    Guten Morgen, liebe/r (Name des Kindes)!
    Herzlich willkommen (Name des Kindes)!
    Geht es dir gut (Name des Kindes)?
    Schön, dass du da bist (Name des Kindes)!
    Ich habe auf dich gewartet (Name des Kindes)!
    Spielst du heute mit mir (Name des Kindes)?


    a) Sagen Sie den Mädchen und Jungen, dass sie den Namen des Kindes immer hinzufügen sollen.
    b) Die Worte können laut oder leise, gesungen oder gesprochen werden.
    Tipp: Wenn Sie es hinbekommen, dass ein geheimnisvoller Gleichklang entsteht, wird das die
    Wirkung mit großer Wahrscheinlichkeit erhöhen.
    c) Die Gruppe darf das neu angekommene Kind auch umarmen, ihm die Hand schütteln, es
    streicheln, ihm zuwinken oder sonstige Aufmerksamkeiten schenken.

  6. Zum Schluss klatschen alle Kinder gemeinsam – oder drücken auf andere Weise ihre Freude
    darüber aus, dass ihnen das Ritual Spaß gemacht hat.

Erweiterung – ein Verabschiedungsritual
Ergänzen Sie das Begrüßungsritual um ein Verabschiedungsritual, wenn Sie das Gefühl haben, das Kind ist in der Lage dazu. Hierzu benötigen Sie die Mitarbeit der Eltern beziehungsweise eines Elternteils:
Bitten Sie die Eltern, am Ende der Gasse auf ihr Kind zu warten und es zum Abschied noch einmal zu drücken. Hier können sie ihm beispielsweise auch das Lieblingsspielzeug von zu Hause übergeben und es fragen, ob es noch einen Wunsch hat oder ob es sich auf die Gruppe freut. Dann nimmt das Kind die Eltern an die Hand, oder besser noch: schiebt sie durch die Gasse zur Tür hinaus. Die umstehenden Mädchen und Jungen können den Eltern freundliche Abschiedsworte zurufen, während diese von ihrem Kind hinausbegleitet werden.

Eine solche Verabschiedung stärkt das Selbstbewusstsein des Kindes, indem das Kind – nicht wie noch während des vorangegangenen Rituals – die Begrüßung der anderen passiv empfängt, sondern sich selbst aktiv von den Eltern löst und den Kindergarten als vorübergehendes Domizil bewusst annimmt.

Hat Ihnen diese Idee gefallen? Mehr davon gibts in RAAbits Kindergarten 3-6. Gleich hier bestellen!