+++ Klett Kita Corona-Infoticker +++

Die Corona-Krise hat immer größere Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Deutschland. Seit einigen Wochen sind auch Kitas, Kindergärten und Krippen weitestgehend geschlossen. Das betrifft Eltern und Kinder, aber natürlich auch Sie als Kitaleitungen und ErzieherInnen ganz konkret in Ihrem beruflichen Alltag. Vermutlich stellen Sie sich viele Fragen. Mit unserem Infoticker möchten wir Sie in dieser Phase unterstützen. Hier erhalten Sie in loser Folge kitarelevante Infos zur Corona-Krise und können kurze Erfahrungsberichte von KollegInnen lesen.

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+++ 29.05.2020 +++ 

Baden-Württemberg will spätestens Ende Juni Kitas und Grundschulen wieder vollständig öffnen. Zusammen mit den Kommunen und den Trägern werde nun ein Rechtsrahmen erarbeitet, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann der Deutschen Presse-Agentur. Die CDU-Politikerin stütze sich dabei auf erste Erkenntnisse aus einer Studie zu Kindern und dem Coronavirus, an der gerade die Uniklinik Heidelberg mit Partnern arbeitet. Demnach gebe es durch die Studie Anzeichen, dass Kinder bis zehn Jahre als Überträger des Virus nur eine untergeordnete Rolle spielten, so Eisenmann. „Mit diesen Schritten bieten wir Familien mit kleineren Kindern eine echte Perspektive. Wir entlasten Eltern spürbar und geben vor allem den Kindern die Chance, endlich wieder in Kontakt mit Gleichaltrigen zu kommen, zu lernen und zu spielen", sagte die Kultusministerin. Die Entscheidung zur Öffnung sei insgesamt gut, sagt der Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, Roger Kehle, für die kommunale Seite. Zunächst müsse mit den Kitaträgern jedoch geklärt werden, ob genügend Personal zur Verfügung stehe. Quelle: www. swr.de

+++ 29.05.2020 +++ 

Die Weidenkätzchen gucken raus, Marlene kann Radfahren, und in der Notbetreuung werden Spaghetti gekocht. Wer wissen will, was los ist, schaut Kinderkanal. In der Kita unserer Autorin halten Fachkräfte, Kinder und Eltern online Kontakt. Was das für die Familien bedeutet und warum auch eine Wäscheleine zum Einsatz kommt, lesen Sie hier. Den kompletten Beitrag finden Sie auf unserem Klett Kita-Blog.

+++ 28.05.2020 +++ 

Die Kitas öffnen wieder – Schritt für Schritt. Kommunen, Träger und Leitungen können diesen Weg nur gemeinsam gehen, davon sind unsere Autorinnen überzeugt. Sie haben eine Praxishandreichung verfasst, die es ermöglicht, ein individuelles Umsetzungskonzept zu entwickeln – und die über sich hinauswachsen kann. Den kompletten Artikel können Sie auf unserem Klett Kita-Blog lesen.

+++ 26.05.2020 +++ 

Sachsen-Anhalt will nach Pfingsten bei der Kinderbetreuung in einen eingeschränkten Regelbetrieb übergehen. Zum 2. Juni – heute in einer Woche – sollen in Krippen, Kitas und Horten die neuen Regelungen greifen. „Wir gehen einen großen Schritt der Öffnung und damit auch einen großen Schritt Richtung Normalität“, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne bei einer Pressekonferenz am Montag vergangener Woche. Das Konzept des Bundeslandes sieht vor, dass in den Kitas feste Gruppen gebildet werden, in denen Kinder die ganze Zeit betreut werden. Auch Kitas mit offenem oder teiloffenem Konzept sollen „möglichst feste Gruppen“ bilden. Dadurch könne vermieden werden, dass im Fall einer Infektion gleich die gesamte Kita geschlossen werden muss. Sachsen-Anhalt verzichtet bei Öffnungszeit und Betreuungsumfang bewusst auf Vorgaben, betonte Sozialministerin Grimm-Benne. Kommunen sollen selbst entscheiden dürfen, wie sie es konkret umsetzen. Durch die Notbetreuung waren zuletzt bereits rund 30 Prozent der 151.000 Kinder mit Betreuungsvertrag wieder in den Kita-Einrichtungen. Quelle: www.mdr.de

+++ 22.05.2020 +++ 

In Thüringen hat die Landesregierung den Kommunen freigestellt, ob sie in den Kitas bereits ab vergangenen Montag, 18. Mai, die Notbetreuung beenden und zum eingeschränkten Regelbetrieb übergehen wollten oder damit noch bis spätestens 15. Juni warten. Für den Fall des Wartens solle jedoch die Notbetreuung in den Einrichtungen ausgeweitet werden. Dann sollen Eltern ihre Kinder im Vorschulalter und auch deren Geschwister in die Kitas bringen können. Am Freitag vergangener Woche waren 20.618 Kinder in der Kita-Notbetreuung – und damit 23 Prozent der Plätze belegt. Zum 18. Mai wurde wegen der Betreuungserweiterung jedoch mit deutlichen Anstiegen der Zahlen gerechnet. Quelle: www.focus.de

+++ 22.05.2020 +++ 

Homeoffice, Mailkontakt und Videokonferenzen: Auch in vielen Kitas hat sich das Arbeitsleben durch die Corona-Krise stark verändert. Leiterin Saskia Franz erzählt im Interview, wie ihr das Leiten auf Abstand gelingt und warum ihr Kita-Team gerade jetzt enger zusammenwächst. Den kompletten Beitrag können Sie auf unserem Klett Kita-Blog lesen.

+++ 20.05.2020 +++

Im Saarland soll es bis spätestens zu den Sommerferien in Kitas und Schulen „wieder einen möglichst regulären Betrieb geben“. Das sagte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot. Für die Erweiterung der Kapazitäten und Öffnung für weitere Personengruppen seien bereits die Grundlagen gelegt. Die Notbetreuung wurde bereits ausgeweitet. Laut Ministerium sollen berufstätige Eltern, die keine Betreuungsalternative für ihre Kinder haben, hier bevorzugt berücksichtigt werden. Das gelte ebenfalls für Kinder und Jugendliche, bei denen Jugendhilfe oder Einrichtungsleitungen von Kitas und Schulen, eine Betreuung empfehle. „Gerade auch für Kinder in weniger privilegierten Verhältnissen muss es ein Betreuungsangebot geben“, sagte Streichert-Clivot. Quellen: www.focus.de , www.spiegel.de

+++ 19.05.2020 +++

Die hessischen Kitas sollen ab 2. Juni im eingeschränkten Regelbetrieb wieder öffnen. Das kündigte die Landesregierung an. Demnach können Kinder ebenfalls ab dem 2. Juni wieder von Tagesmüttern und -vätern betreut werden. Die Kitaöffnungen seien jedoch nicht einfach umzusetzen. „Denn einer Vierjährigen Abstandsregeln beizubringen, stößt zwangsläufig an Grenzen“, sagte Hessens Sozialminister Kai Klose. Es könne auch deshalb nur ein eingeschränkter Regelbetrieb angeboten werden, weil das Betreuungspersonal aufgrund seines Alters oder von Vorerkrankungen nicht komplett zur Verfügung stehe. Die Landesregierung strebe aber an, dass jedes Kitakind vor den Sommerferien seine Kita zumindest einmal besuchen kann. Quelle: www.hessenschau.de

+++ 19.05.2020 +++

Seit gestern können in Sachsen wieder alle Kitakinder in den Einrichtungen betreut werden. In niedersächsischen Kitas findet dagegen aktuell nur eine Notbetreuung statt. Bis zum 8. Juni soll die Betreuungsquote hier auf 50 Prozent ausgeweitet werden. Der Start für den normalen Betrieb ist in Niedersachsen für den 1. August vorgesehen. Die Kindertagespflege bietet bereits seit dem 11. Mai – sowohl über Tagesmütter und –väter als auch Großpflegestellen – wieder einen Regelbetrieb an. Quelle: www.ndr.de

+++ 18.05.2020 +++

Manche Zeitungsartikel machen wütend! So sehr, dass unser Autor gleich selbst einen Text schreiben musste. Warum? Weil die Zeiten lausig sind – wir uns um die meisten Kinder aber nicht so viel Sorgen machen müssen, wie manche behaupten. Den kompletten Beitrag können Sie auf unserem Klett Kita-Blog lesen.

+++ 15.05.2020 +++

In den Kitas in Brandenburg wird ab dem 25. Mai ein eingeschränkter Regelbetrieb angeboten. Alle Kinder, die bislang nicht an der Notbetreuung teilnehmen konnten, sollen dann zumindest einmal wöchentlich ihre Kitas besuchen können. Das kündigte Bildungs- und Jugendministerin Britta Ernst am Dienstag an. Auch für die Sommerferien, die am 25. Juni starten, ist diese Regelung vorgesehen. „Uns ist wichtig, dass alle Kinder soziale Kontakte haben, Bildung und Betreuung erfahren“, sagte Ernst. Ein konkretes Datum für die Rückkehr in den Normalbetrieb ist derzeit jedoch noch nicht absehbar. Im eingeschränkten Regelbetrieb sollen die Kitas feste Gruppen bilden, die für bestimmte Tage verbindlich festgelegt werden. Wenn es personelle und räumliche Kapazitäten erlauben, kann das Angebot ausgeweitet werden. Dabei sollen Vorschulkinder vorrangig berücksichtigt werden. Kindertagespflegestellen können ab 25. Mai wieder zum Regelbetrieb übergehen. Kinder, die einen Anspruch auf Notbetreuung hatten, können wie bisher die Einrichtungen besuchen. Laut Bildungs- und Jugendministerin Ernst sind in Brandenburg aktuell 30 Prozent der Kitakinder in der Notbetreuung, in manchen Regionen sogar 50 Prozent. Quelle: www.rbb24.de

+++ 15.05.2020 +++

In Rheinland-Pfalz sind die Kitas derzeit in einer erweiterten Notbetreuung geöffnet. Konkret bedeutet dies, dass alle Kinder, deren Eltern es wünschen, die Kitas besuchen können. „Wir wollen in Absprache mit den Trägern Anfang Juni in einen eingeschränkten Regelbetrieb gehen“, heißt es auf einer Corona-Sonderseite der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Demnach sollen am 20. Mai Leitlinien für den eingeschränkten Regelbetrieb vorgelegt werden. Zudem ist die häusliche Tagespflege für Kinder durch Tagesmütter und -väter wieder möglich. Quelle: Webseite zu Corona der Landesregierung RLP.

+++ 14.05.2020 +++ 

Die Cafeteria wird zum Gruppenraum. Das halbe Team gehört zur Risikogruppe, und vom Träger kommen nur wenige Infos – wer in diesen Tagen eine Kita leitet, muss sich als Krisenmanagerin beweisen. Unsere Autorin kennt die Situationen aus eigener Erfahrung und weiß, worauf es jetzt ankommt. Den kompletten Artikel können Sie auf unserem Klett Kita-Blog lesen.

+++ 13.05.2020 +++

Wie Experten sind sich auch die Bundesländer nicht einig, welcher Weg bei der schrittweisen Wiedereröffnung der Kitas der richtige ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich vergangene Woche lediglich darauf geeinigt, dass die Notbetreuung seit dem 11. Mai überall ausgeweitet werden darf. Genaue Regelungen werden dabei den einzelnen Bundesländern überlassen. In Hamburg sollen beispielsweise ab 18. Mai zunächst die Fünf- und Sechsjährigen wieder in die Kitas gehen dürfen –  bevorzugt in kleinen Gruppen. Der Stadtstaat lässt die Kitas in vier Stufen bis Ende Juni zum Normalbetrieb zurückkehren.

Dagegen hat Nordrhein-Westfalen einen eingeschränkten Regelbetrieb für seine Kitas frühestens ab September vorgesehen (Tickerbeitrag vom 11.05.2020). In Schleswig-Holstein sollen ab Juni 55 Prozent der Betreuungskapazitäten der Kitas genutzt werden. Sachsen geht bei den Kitaöffnungen im Bundesländer-Vergleich derzeit am weitesten. Hier sollen ab 18. Mai wieder alle Kitakinder in ihren Einrichtungen betreut werden. Dazu hätten Kultus- und Sozialministerium, Infektiologen, Ärzte, kommunale Spitzenverbände und freie Kitaträger ein Betreuungskonzept erarbeitet, sagte das Kultusministerium vergangenen Freitag. „Gerade für Eltern kleinerer Kinder war die Zeit der Schließung von Kitas und Schulen enorm belastend. Für nicht wenige ist die Schmerzgrenze erreicht“, sagte Kultusminister Christian Piwarz.

Das Konzept des Freistaates sieht vor, dass Betreuungsgruppen  bei fest zugewiesenen Räumen und Betreuungspersonal streng voneinander getrennt werden. Zudem müssen Eltern täglich schriftlich versichern, dass in der Familie keine Krankheitssymptome vorliegen. Zusätzliche Seifenspender müssen in Sanitärräumen aufgestellt und Kontaktflächen wie Türklinken täglich gereinigt werden. „Sachsen geht zu schnell vor“, sagt Björn Köhler von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bei tagesschau.de. Er freue sich über die Öffnungen, aber Träger und Teams fehle die Zeit, um sich ordentlich darauf vorzubereiten. Insgesamt lasteten Einrichtungen bundesweit unter hohem Druck, findet das GEW-Vorstandsmitglied, das sich für individuelle Konzepte einsetzt: „Je nach baulicher und auch nach der personellen Situation müssen Kitas entscheiden können, wie und wann sie öffnen.“ Laut GEW ist in 25 Prozent der Kitas das Personal 50 Jahre oder älter – und zählt damit zur Risikogruppe. „Wenn das Personal und die Räume fehlen, wird es schwierig, die Kinder in kleinen Gruppen und auf Abstand zu betreuen“, sagt Björn Köhler. Quelle: www.tagesschau.de

+++ 12.05.2020 +++

Die Notbetreuung in Kitas wurde zum 11. Mai überall in Deutschland ausgeweitet. Die Bundesländer entscheiden hier individuell. Manche Länder haben auch schon zuvor wieder größere Betreuungskapazitäten in Kindertagesstätten erlaubt. Mit der steigenden Zahl an Kindern in den Kitas, steigt aber auch wieder der Bedarf an pädagogischen Fachkräften. Doch was bedeutet das konkret für die Einrichtungen?Die über 60-Jährigen dürfen bei uns jetzt wieder eingesetzt werden. Diese Infos kamen vom Erzbistum Freiburg vergangene Woche“, berichtet die stellvertretende Leiterin einer Kita aus Bad Peterstal-Griesbach (Baden-Württemberg). Sie machten sich in der Kita Gedanken, wie sie die Kinder räumlich trennen sollen, wenn alle zurückkommen, da die Hygieneregeln eingehalten werden müssten. „Wir wissen noch nicht, ob wir den Ferien auch offen haben müssen. Auf jeden Fall sehnt sich mittlerweile jeder nach Normalbetrieb“, erzählt die stellvertretende Kitaleiterin. Der Ansturm auf die zusätzlichen Plätze in ihrer Kita sei bislang aber gar nicht so groß. „Es gibt auch Ängste von den Eltern, die das Kind auch nicht zu uns schicken würden, wenn sie es könnten. Die Unsicherheit hängt eben in der Luft.“ In Baden-Württemberg sollen die Kitas ab 18. Mai für bis zu 50 Prozent der Kinder wieder geöffnet werden. Dies teilte Kultusministerin Susanne Eisenmann vergangene Woche mit. Quelle: www.swr.de

+++ 11.05.2020 +++

Ärztin, Bäcker oder Klempner. Denken wir mal darüber nach, auf wen es jetzt ankommt. Der Psychologe Matthias Leder hat sich Gedanken gemacht. Und er hat eine klare Meinung dazu, wer ganz oben auf die Liste der systemrelevanten Berufe gehört – und wer ganz unten. Den kompletten Beitrag können Sie auf unserem Klett Kita-Blog lesen.

+++ 11.05.2020 +++

Ab dem 14. Mai können in Nordrhein-Westfalen wieder mehr Kinder die Kitas besuchen. Zunächst sollen Vorschulkinder mit besonderem Förderbedarf und alle Kinder mit Behinderungen wieder betreut werden. Das sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp am vergangenen Freitag in Düsseldorf. Auch die Tagespflege für Kinder ab zwei Jahren ist ab dann wieder geöffnet und privat organisierte Betreuung durch Eltern wird erlaubt. In einem zweiten Schritt können laut Familienminister Stamp ab 28. Mai wieder alle Vorschulkinder in die Kita. Ab Juni sollen alle Kinder in Nordrhein-Westfalen insgesamt für wenigstens zwei Tage vor der Sommerpause in die Kitas zurückkehren können. Ob hier mehr möglich sei, werde man angesichts der dynamischen Lage noch sehen, sagte Stamp im WDR-Hörfunk. Ein eingeschränkter Regelbetrieb für alle Kinder ist Stamp zufolge erst ab September vorgesehen. Mehrere Tausend Kitakinder sollten zudem über einen bestimmten Zeitraum auf das Coronavirus getestet werden. Quelle: www.wdr.de

+++ 08.05.2020 +++

In den Kitas und in der Tagespflege in Mecklenburg-Vorpommern wird es ab 25. Mai wieder Betreuungsangebote für alle Kinder geben. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kündigte dies nach mehrstündigen Kabinettsberatungen am Donnerstag an. Ein Regelbetrieb ist dabei zunächst nicht vorgesehen. Da kaum Erfahrungen und Studien vorlägen, wie sich die Öffnung von Schulen und Kitas auf die Pandemie-Lage auswirke, seien Bildung und Betreuung für die Landesregierung das schwierigste Thema, sagte Schwesig. Sozialministerin Stefanie Drese erklärte, dass Tagesmütter und –väter ab kommenden Montag, 11. Mai, in Mecklenburg-Vorpommern wieder Kinder betreuen dürfen. Vorschulkinder können ab 18. Mai wieder die Kitas besuchen. Zehn bis maximal 15 Kinder sollen pro Gruppe betreut werden. Bei der Betreuungszeit ihrer Kinder müssen Eltern jedoch hier zunächst Abstriche machen: Eine tägliche Betreuungszeit von 3,5 Stunden wird garantiert. Kitas mit größeren Kapazitäten sollen jedoch längere Zeiten anbieten, betonte Sozialministerin Drese. Für alle Kitakinder startet der eingeschränkte Regelbetrieb ab 25. Mai – auch zunächst mit einer Mindestbetreuungszeit von 3,5 Stunden täglich. Kinder berufstätiger Eltern sollen bevorzugt werden, wenn Kitas längere Betreuungszeiten anbieten können. Quelle: www.ndr.de

+++ 07.05.2020 +++

Bund und Länder haben bei ihrer Telefonkonferenz gestern beschlossen, dass die Notbetreuung in den Kitas ab dem 11. Mai überall in Deutschland ausgeweitet werden soll. Wie sie die Regelungen zur Öffnung der Kitas gestalten, entscheiden die einzelnen Bundesländer jedoch selbst. Die Landesregierung in Berlin will nun nach und nach mehr Kindern ermöglichen, wieder in die Kita zu gehen. „Wir sind schon bei einer Versorgung von rund 40 Prozent des Normalbetriebs und gehen jetzt schrittweise auf 70 Prozent“, sagte Michael Müller, der Regierende Bürgermeister, im RBB-Inforadio. Das sei im Vergleich zu anderen Bundesländern bereits deutlich mehr. Laut Michael Müller seien kleinere Gruppen und zeitversetztes Betreuen Möglichkeiten, um den Kitabetrieb schrittweise wieder auszubauen. Quelle: www.tagesschau.de

+++ 07.05.2020 +++ 

Das Päckchen aus der Kita, der Morgenkreis im Video und ein Regenbogen als Zeichen der Verbundenheit – es gibt viele Möglichkeiten, den Kontakt zu den Kindern auch in Zeiten des Abstands zu halten. Warum das so wichtig ist und welche Ideen es sonst noch gibt, berichtet die Sozialpädagogin Martina Teschner. Den kompletten Artikel können Sie auf unserem Klett Kita-Blog lesen.

+++ 06.05.2020 +++ 

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben bei ihrer Telefonschalte auch Lockerungen für Kitas beschlossen. Jedes Vorschulkind soll demnach vor dem Sommer möglichst mindestens einmal in die Kita gehen. Bund und Länder haben zudem vereinbart, dass die Notbetreuung in den Kitas spätestens ab dem 11. Mai überall ausgeweitet werden soll. Die einzelnen Bundesländer entscheiden, wie sie die Regelungen für die Kitas konkret gestalten. Quelle: www.tagesschau.de

+++ 06.05.2020 +++ 

In Bayern soll bis Pfingsten die Hälfte der Kinder wieder die Möglichkeit erhalten, in die Kitas zu gehen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag auf einer Pressekonferenz, in der Bayerns Kabinett weitere Corona-Lockerungen bekanntgegeben hat. Demnach sollen ab 25. Mai beispielsweise alle Vorschulkinder wieder die Kindergärten besuchen dürfen. Heute berät Bundeskanzlerin Angela Merkel zudem erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Lockerungen in der Corona-Krise. Dabei sollen unter anderem Regelungen und Perspektiven für Kitas im Fokus stehen. Quelle: www.br.de

+++ 05.05.2020 +++ 

Die einzelnen Bundesländer setzen die Regelungen für Kitas in der Corona-Krise teilweise unterschiedlich um. Seit dem 27. April wurde die Notbetreuung zudem in vielen Kitas in Deutschland ausgeweitet. Doch je nach Kita gibt es auch hier große Unterschiede, wie die erweiterten Notbetreuungsmöglichkeiten angenommen werden. „Die Anträge nach der Ausweitung haben sich bei uns in Grenzen gehalten“, erzählt eine Kitaleiterin aus Neumünster in Schleswig-Holstein. Wir haben viele Familien, die ein gutes soziales Umfeld haben. Die meisten haben eine Garten, in dem die Kinder spielen können.“ Der Vier-Phasen-Plan der Familienminister von Bund und Ländern sei für die Kitaleiterin noch sehr allgemein gehalten. Konkrete Aussagen erwarte sie erst, wenn der Plan an die Bundesländer angepasst werde. „Ich bin relativ entspannt und richte mich danach, wie die Regierung entscheidet und was die Stadt vorgibt für die Notgruppen“, sagt die Kitaleiterin. Bei manchen Eltern müsse sie als Leiterin zudem streng bleiben, wenn diese wegen ihrer Kinder an sie herantreten. „Ich möchte mich auch nicht auf Glatteis begeben, indem ich Kinder aufnehme von Eltern, die einfach wollen, dass die Kinder mal wieder mit anderen spielen können. Da hatten wir auch schon Anfragen: ‘Ihr habt doch noch Plätze frei, können unsere Kinder nicht wiederkommen?’ Das geht natürlich nicht“, berichtet die Kitaleiterin. Insgesamt habe sie das Gefühl, dass Kitas und Fachkräfte durch die total veränderte Situation ein Stück weit aus ihrem Alltag „herausgerissen“ wurden. „Jetzt entwickelt sich langsam wieder Struktur, ich bin jetzt täglich in der Einrichtung. Darüber bin ich schon froh, wieder mehr hier zu sein.“

+++ 05.05.2020 +++ 

Gemüse schnippeln, ein Tanz mit der Wasserflasche und ein neues Abendritual – was Familien tun können, um die Kinder zuhause zu stärken, bringt die Pastorin Maike Lauther-Pohl auf den Punkt. Sie gibt praktische Anregungen und sagt, warum diese so wichtig sind. Den kompletten Beitrag können Sie auf unserem Klett Kita-Blog lesen.

+++ 04.05.2020 +++

Am 6. Mai berät Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder darüber, ob und wie die Corona-Einschränkungen gelockert werden können. Bei der Besprechung soll auch die Öffnung der Kindertagesstätten thematisiert werden. Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp hat nun angekündigt, notfalls einen Sonderweg gehen zu wollen, sollten sich die Kanzlerin und Ministerpräsidenten der Länder nicht auf eine Regelung zur Öffnung der Kindertagesstätten einigen. „Ich möchte jetzt gerne unseren Weg gehen. Wir lassen uns nicht noch eine Woche vertrösten", sagte FDP-Politiker Stamp im "Morning Briefing"-Podcast von Gabor Steingart. Für diesen Fall habe Nordrhein-Westfalen (NRW) einen „improvisierten Regelbetrieb“ ins Auge gefasst. Erzieher und Tagespflegepersonal sollten sich sicher fühlen, aber die Kinder müssten andererseits zügig wieder Zugang zur Betreuung erhalten. Stamp verwies dabei auf das erarbeitete Konzept der vierstufigen schrittweisen Öffnung der Kitas. Die Phasen gliedern sich in die Notbetreuung, die erweiterte Notbetreuung, den eingeschränkten Regelbetrieb und die Rückkehr zum Normalbetrieb. In der zweiten Phase sei man so weit fortgeschritten, dass man einen improvisierten Regelbetrieb ins Auge fassen könne, so der NRW-Familienminister. Quelle: www.spiegel.de

+++ 04.05.2020 +++

Die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder hat vergangene Woche zusammen mit dem Bundesfamilienministerium einen behutsamen Wiedereinstieg in die Kindertagesbetreuung empfohlen (Tickerbeitrag vom 29.04.2020). In vier Phasen (aktuelle Notbetreuung, erweiterte Notbetreuung, eingeschränkter Regelbetrieb und die Rückkehr zum Normalbetrieb) soll die Kindertagesbetreuung schrittweise wieder geöffnet werden. Doch wie kommen die Pläne der Familienminister in der Praxis an? „Ich halte den Plan für nicht machbar. Ich habe bei mir Eltern, die arbeiten gehen und die jetzt in eine Schieflage kommen, weil es nicht weitergeht“, erzählt eine Kitaleiterin eines Naturkindergartens aus Brandenburg. Sie bekäme aktuell Notbetreuungsanträge „ohne Ende“. Wenn alle Kinder, für die Anträge eingereicht wurden, kommen würden, hätte sie bereits wieder zwei Drittel der Kinder in der Einrichtung. „Wir müssen hier in der Kita die Corona-Vorschriften einhalten. Das ist bei der Menge an Kindern aber nicht möglich“, sagt die Kitaleiterin. Sie habe beispielsweise in ihrer Kita eine Familie mit vier Kindern – ein Krippen- und ein Kindergartenkind sowie zwei Schulkinder. Die Schulkinder müssten motiviert werden, ihre Aufgaben zu machen. Die Eltern arbeiteten nachts und müssten sich tagsüber um ihre Kinder kümmern. „Ich finde es richtig, dass man Maßnahmen ergreift: keine großen Veranstaltungen und dass die Kitas am 16. März zugemacht haben. Aber ich hätte mir gewünscht, dass man nach den sechs Wochen sagt: ‘Jetzt müssen wir wieder in die Normalität, in den Alltag zurück.’ Wir sind nämlich alle am Ende der Kraft“, berichtet die Kitaleiterin. Für sie sei der Vier-Stufen-Plan nicht durchführbar und sie wünsche sich eine schnellere Rückkehr. „Wir haben jedoch Systeme für uns in der Krippe gefunden, wo es ja besonders schwer ist, den Abstand zu den Kindern zu halten. Wenn wir kuscheln, machen wir das beispielsweise auf dem Bauch. Also wir bemühen uns wirklich, das auch umzusetzen. Aber mir dauert es jetzt einfach ein bisschen zu lange“, so die Kitaleiterin. Am 6. Mai berät die Bundeskanzlerin erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder. Auf Grundlage der Konzepte der jeweiligen Landesminister könnte dann eine Entscheidung fallen, wie und wann die Kitas schrittweise wieder öffnen können.

+++ 30.04.2020 +++

Seit dem 27. April erweitern viele Kitas in Deutschland die Notbetreuung. Berufstätige Eltern sollen so entlastet und Kinder wieder mehr gefördert werden. Doch was bedeutet die Ausweitung der Notbetreuung eigentlich für Erzieherinnen und Erzieher? Können sie sich bei der Arbeit richtig schützen? Und wie gehen sie mit eigenen Sorgen und Ängsten um? Lesen Sie dazu einen ausführlichen Beitrag auf der Internetseite von Zeit Online.

+++ 30.04.2020 +++ 

Durchatmen und innehalten können – auch die positiven Aspekte der Corona-Krise werden im Kindergarten St. Franziskus in Benningen wahrgenommen. Kita-Leiterin Saskia Franz erzählt, warum dieses Entschleunigen wichtig ist und wie ein wöchentlicher Postdienst die Beziehung zu den Kindern stärkt. Den kompletten Artikel können Sie auf unserem Klett Kita-Blog lesen.

+++ 30.04.2020 +++ 

Die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder und das Bundesfamilienministerium haben am Dienstag einen Beschluss gefasst, wie die Kinderbetreuungsangebote in den nächsten Wochen und Monaten schrittweise geöffnet werden könnten. Der Deutsche Kitaverband, der Bundesverband freier unabhängiger Träger von Kindertagesstätten, schlägt in diesem Zusammenhang ein eigenes Konzept vor. Die Notbetreuung wurde seit dem 27. April fast überall in Deutschland ausgeweitet. Inzwischen werden beispielsweise vielerorts Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden hierbei berücksichtigt. Laut Deutschem Kitaverband wird aber insgesamt nicht genug auf soziale Zusammenhänge geachtet. „Das System der Notgruppen berücksichtigt bei der Belegung der Kita-Plätze vor allem wirtschaftliche Gesichtspunkte und blendet soziale Kriterien und den Bedarf der Kinder aus“, heißt es in einem Positionspapier des Verbandes. Ein länger anhaltender Notbetrieb der Kitas gefährde daher die Umsetzung ihres Auftrages, die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und sie mit Angeboten früher Bildung zu unterstützen. Der Notbetrieb überlaste zudem Eltern und Familien, die ihren beruflichen Aufgaben im Homeoffice nachkommen und zugleich für die Betreuung der Kinder sorgen sollen. Daher plädiert der Deutsche Kitaverband unter anderem dafür, unter Berücksichtigung der Gesundheitsvorsorge und der Eindämmung von Covid-19, zu einem geregelten Übergangsangebot überzugehen. Dazu müssten klare Rahmenbedingungen durch die zuständigen Länderministerien geschaffen werden, die Höchstgrenzen für die Anzahl der Kinder in den Kitas und Gruppen mit Betreuungsvorrang definieren. „Wir empfehlen anstatt einer Ausweitung der Notbetreuung den geregelten und schrittweisen Anlauf, der an die jeweilige aktuelle Corona-Lage angepasst werden kann: eine prozentuale Belegung der regulären Plätze einer Kita“, heißt es im Positionspapier des Verbandes. Für den schrittweisen Anlauf biete sich ein Modell mit festen, strikt voneinander isolierten Kleingruppen altersähnlicher Kinder an. Dabei denke man an maximal fünf Krippen- oder zehn Kindergartenkinder und zwei ErzieherInnen. Anfänglich sei beispielsweise eine prozentuale Kitabelegung von 25 Prozent möglich – angepasst an die jeweilige aktuelle Infektionsrate. Die prozentuale Belegung könne etwa erhöht werden, wenn aus epidemiologischer Sicht eine weitere Lockerung der Kontakteinschränkungen zu vertreten sei. Quelle: Positionspapier des Deutschen Kitaverbandes

+++ 29.04.2020 +++

Zusammen mit dem Bundesfamilienministerium empfiehlt die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder einen behutsamen Wiedereinstieg in die Kindertagesbetreuung in vier Phasen. Dafür plädiert die Jugend- und Familienministerkonferenz in einem von allen Ländern getragenen Positionspapier, das am Dienstagabend beschlossen wurde. Feste Daten zur Wiedereröffnung wurden jedoch nicht genannt, in den einzelnen Bundesländern soll es zudem verschiedene Regelungen geben. Die vier Phasen gliedern sich in die aktuelle Notbetreuung, eine erweitere Notbetreuung, einen eingeschränkten Regelbetrieb und die Rückkehr zum Normalbetrieb. Breit angelegte Studien unter Berücksichtigung sozialer Faktoren sollen die stufenweise Öffnung der Kinderbetreuungsangebote begleiten. In den Überlegungen sei aber nach wie vor elementar, dass das Infektionsgeschehen verlangsamt werde. Es sei klar, dass es nur eine schrittweise Öffnung möglich sei, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. "In einem ersten Schritt öffnen wir die Betreuung für Kinder, die besondere Hilfestellung brauchen. Aber auch für alle anderen muss es eine Perspektive geben. Jedes Kind sollte sobald wie möglich wieder seine Kita besuchen können, wenn auch unter den nötigen Einschränkungen", so die SPD-Politikerin. Der Beschluss soll in den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag berücksichtigt werden. Weitergehende Entscheidungen werden allerdings erst am 6. Mai in einer weiteren Runde erwartet. Einzelne Bundesländer und Kommunen entscheiden abschließend selbst, wie sie die Öffnung der Kinderbetreuungsangebote gestalten. Quelle: www.tagesschau.de

+++ 28.04.2020 +++ 

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat ihre Forderung erneuert, Kitas nicht zu lange geschlossen zu halten. „Kinder und ihre Familien müssen stärker in den Fokus rücken, wenn wir über eine schrittweise Rückkehr zu etwas mehr Normalität sprechen”, sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Kinderschutz sei auch Gesundheitsschutz, das Kindeswohl müsse an oberster Stelle stehen. „Eine pauschale Schließung der Kitas für über 80 Prozent der Kinder bis zu den Sommerferien kann nicht die Antwort sein“, so die Familienministerin. Orientieren könne man sich bei der Öffnung der Kitas am Nachbarland Dänemark. Sie habe gestern mit ihrer dänischen Amtskollegin Pernille Rosenkrantz-Thiel, der Ministerin für Kinder und Bildung, dazu telefoniert. Dort hätten seit 15. April wieder Krippen, Kindergärten und Schulen bis zur 5. Klasse wieder geöffnet, „allerdings mit strikten hygienischen Vorgaben, Abstandsregeln und reduzierten Gruppengrößen“, so Giffey. Die Öffnung von Kitas und Schulen stelle laut dänischer Regierung die erste vorsichtige Phase der Öffnung des Landes dar, berichtete Giffey. „Ich finde diesen Ansatz sehr beachtenswert, weil er das Wohl von noch kleinen Kindern in den Mittelpunkt stellt.“ Auch in Deutschland müsse man viel stärker auf die besonderen Bedürfnisse der jüngeren Kinder eingehen. „Im Leben eines Kindergartenkindes und für seine Entwicklung bedeutet schon ein Monat eine unglaublich lange Zeit”, sagte Familienministerin Giffey. „Wenn Kitas über Monate Kindern nicht zugänglich sind, ist das eine Zeit, die nicht wieder aufgeholt werden kann.“ Unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens werde mit den Bundesländern an einem stufenweisen Prozess zur Öffnung der Kindertagesbetreuungs-Angebote von der Notbetreuung hin zum Regelbetrieb gearbeitet. „Es geht dabei um die Perspektive von Kindern, Eltern und Erzieherinnen und Erziehern“, sagte die SPD-Politikerin. Quelle: www.rnd.de

+++ 27.04.2020 +++

Max vermisst Cem. Marlene will am Sonntag nicht in die Kita. Die Notbetreuung ist für Kinder und Fachkräfte eine besondere Herausforderung. Auf was es jetzt ankommt, auf wen sie bauen kann und was ein großes Glück ist, erklärt Silke Lebisch, Leiterin eines offenen Kinderhauses. Den kompletten Beitrag können Sie auf unserem Klett Kita-Blog lesen.

+++ 27.04.2020 +++

Derzeit können die Kitas in Deutschland nur eine Notbetreuung anbieten und bleiben für den regulären Betrieb mindestens bis zum 6. Mai geschlossen. Um Eltern, Kindern, ErzieherInnen und Kitaleitungen eine Perspektive aufzeigen zu können, arbeiten die Familienminister der Länder jedoch an einem Plan für die Zeit danach. „Wir arbeiten das in diesen Tagen in den Ländern aus und werden den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten bis zum 30. April einen Beschlussvorschlag der Familienminister vorlegen“, sagt Hamburgs Familiensenatorin Melanie Leonhard. Wenn man nicht wolle, dass die Eltern aus Verzweiflung irgendwann wieder die Kinder durch Großeltern und andere betreuen ließen, müsse dieses Thema nun intensiv abgewogen werden, so die SPD-Politikerin. Ein konkretes Datum für die Kitaöffnungen stehe jedoch noch nicht fest. „Mein Wunsch ist, dass es nicht mehr so lange dauert“, berichtet Melanie Leonhard. Dabei müssten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. „Es geht darum, die Rechte von Kindern, die Bedürfnisse von Eltern und den Schutz der Gesundheit, auch von Erzieherinnen und Erziehern, in Einklang zu bringen“, berichtet Hamburgs Familiensenatorin. Die Länder benötigten dabei auch den Freiraum, die Wiederöffnung individuell umzusetzen, da die Situation je nach Kommune unterschiedlich sei. Quelle: www.spiegel.de

+++ 24.04.2020 +++

Auch das Land Niedersachsen hat mit einer Verordnung die Notgruppenkriterien für Kitas, Krippen und Horte ausgeweitet. Bislang hatten Kinder hier Anspruch auf Notbetreuung, wenn mindestens ein Elternteil in sogenannten kritischen Infrastrukturen wie zum Beispiel dem medizinischen Bereich arbeitet. Inzwischen können auch Kinder aufgenommen werden, wenn ein Erziehungsberechtigter in einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichen Interesse in betriebsnotwendiger Stellung tätig ist. Hierzu zählen unter anderem die Bereiche Energieversorgung, Transport und Verkehr einschließlich des ÖPNV und Entsorgung. Die Kitas in Niedersachsen stellt dies nun vor neue Herausforderungen. „Das Problem ist, dass die Berufsgruppen, die jetzt berechtigt sind, so zahlreich sind, dass die Plätze nicht ausreichen werden. Die Notgruppen sollen ja möglichst klein gehalten werden. Also in der Krippe drei und in der Kita fünf Kinder“, sagt Antje Marotz, pädagogische Geschäftsführerin der Kindertagesstätten des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Osnabrück. Die Kriterien für neue Berufsgruppen in der Notbetreuung finde sie sinnvoll, aber die Kitas könnten nicht alle Anfragen bedienen. „Ein Rechtsanspruch besteht aber nicht auf die Plätze. Die Anfragen laufen bei uns seit Mittwoch an. Die Leitungen werden bis heute entscheiden, wer nächste Woche kommen kann“, erzählt Antje Marotz. Die Stadt habe ein Losverfahren vorgeschlagen, das die Leitungen in diesen Fällen durchführen sollten. „Es ist ein Dilemma. Die Leitungen sehen beide Seiten: Eltern, die die Plätze brauchen, und dass es nicht genug Plätze gibt. Da müssen wir versuchen, einen Kompromiss zu finden“, sagt Geschäftsführerin Antje Marotz. Weitere Informationen zu Einrichtungsschließungen und Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen erhalten Sie auf der Webseite des Niedersächsischen Kultusministeriums.

+++ 23.04.2020 ++

Kitas, in denen Eltern aktiv und regelmäßig am Alltag in der Einrichtung mitwirken, haben derzeit zusätzliche Herausforderungen. Das gilt auch für die Kita „Die Zaunkönige“ in Düsseldorf, in der alle Elternteile Mitglied des Trägervereins der Kita sind. „Wir sind eine Elterninitiative, und normalerweise sind die Eltern einen Teil des Tages immer miteinbezogen, z. B. mit Elterndiensten oder sie sind beim Frühstück noch dabei. Das dürfen Sie momentan aber gar nicht“, erzählt Leiterin Kathrin Luttkus. Man wisse nicht, ob das Betretungsverbot für die Eltern durch die Ausweitung der Notbetreuung nun aufgehoben werde. Wir selbst würden damit aber auf jeden Fall weitermachen, dass die Eltern vor der Tür bleiben müssen. Und natürlich müssen sich alle die Hände waschen und Abstand beim Essen halten“, sagt Kathrin Luttkus. Mit den Kindern Distanz zu halten sei jedoch schwierig. Dafür müsse man sich in der Kita noch eine Lösung überlegen. Der Beschluss, dass die Notbetreuung ausgeweitet kann, habe zudem keine großen Auswirkungen auf die Einrichtung gehabt. „Bei uns hat das keinen großen Unterschied gemacht. Die Berufsgruppen, die durch die Ausweitung dazu gekommen sind, sind bei uns nicht viel vertreten“, berichtet Kitaleiterin Kathrin Luttkus.

+++ 22.04.2020 +++ 

In den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie vergangene Woche wurde beschlossen, dass die Notbetreuung in Kitas ausgeweitet werden kann. Doch wie wirkt sich das konkret auf die Einrichtungen aus? „Wir haben in Niedersachen schon seit der letzten Woche Notgruppenkriterien, die über medizinisches Personal hinausgehen. Darin waren bereits die Kinder von Angestellten aus dem Einzelhandel und Kinder, die in schwierigen sozialen Verhältnissen leben, eingeschlossen“, erzählt eine Kitaleiterin aus Braunschweig. Die Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen lebten in Familien, die beispielsweise vom Allgemeinen Sozialen Dienst betreut würden. Hier bestehe Kontakt zu Sozialarbeitern, die genau wüssten, welche Kinder betroffen seien und Anspruch auf Notbetreuung hätten. Um sich vor Infektionen mit Covid-19 zu schützen, wurden in der Kita zudem verschiedene Schutzmaßnahmen ergriffen. „Eine Fachkraft nimmt die Kinder morgens in Empfang und bringt sie in die Gruppen. Die Eltern mit Kindern in der Notbetreuung kommen nicht mehr ins Haus“, berichtet die Kitaleiterin. „Die Mitarbeiter arbeiten in festen Teams zusammen. Wenn einer erkrankt, gibt es noch einen anderen im Team, auf den ich zurückgreifen kann.“ Eine baldige Rückkehr aller Kinder in die Einrichtung halte sie für eher unrealistisch.Momentan gehe ich wirklich nicht davon aus, dass wir die Kinder vor den Sommerferien zurücknehmen können – frühestens ab September“, sagt die Braunschweiger Kitaleiterin. „Ich will schauen, dass wir es dann gestaffelt machen.“

+++ 21.04.2020 +++ 

Erste Schulen öffnen teilweise wieder. Für Kitas gibt es bislang hingegen noch keinen konkreten Zeitplan. Bei den Bund-Länder-Beratungen vergangene Woche wurde lediglich beschlossen, dass die Notbetreuung ausgeweitet werden kann. Eltern und Kindern sowie Kitaleitungen und ErzieherInnen fehlen momentan die Perspektiven, wie es weitergeht. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey berät daher seit Montag, 20. April, mit einer Arbeitsgruppe aus Bund, Ländern und Experten, wie eine schrittweise Wiedereröffnung der Kitas nach dem 4. Mai aussehen könnte. Voraussetzung hierfür sei, dass das Infektionsgeschehen dies zulasse. Am 1. August beginnt das neue Kitajahr. Bis dahin könnten die Einrichtungen nicht geschlossen bleiben. „Wir wollen vorher schon eine Lösung“, sagt die SPD-Politikerin Giffey. Dabei habe man auch Aspekte wie die fehlende Sprachförderung im Blick oder dass Kinder litten, weil sie nicht mit Gleichaltrigen spielen könnten. In das Konzept, das die Arbeitsgruppe erarbeitet, sollen auch Empfehlungen für einen Hygieneplan aufgenommen werden. Denn es sei wichtig, dass pädagogische Fachkräfte bei Wiederaufnahme des Kitabetriebs Gesundheits- und Arbeitsschutz beachteten. Quellen: tagesschau.de ; bundesregierung.de

+++ 21.04.2020 +++

Ein Kind statt 90 – das Leben im Kinderhaus St. Elisabeth in Stuttgart ist in Corona-Zeiten ganz anders als sonst. Leiterin Josefine Montorselli erzählt unserer TPS-Redakteurin Heide Grehl, wie sie und ihr Team in engem Kontakt mit Eltern und Kindern bleiben, ihren pädagogischen Auftrag trotz Pandemie erfüllen und ihre eigene Arbeit reflektieren. Den kompletten Artikel können Sie hier lesen.

+++ 20.04.2020 +++

Bei allen negativen Auswirkungen der Corona-Krise bleibt für Kitaleitungen und pädagogische Fachkräfte nun häufig Zeit, um Liegengebliebenes zu erledigen oder auch alte Projekte neu zu beleben. Das hat man sich auch in der Kita „Die Buntspechte“ im hessischen Gründau vorgenommen. Zusammen mit der Künstlerin Ute Lennatz-Lembeck entstand 2015 unter dem Motto „Vielfalt in der Gesellschaft“ aus vielen kleinen Quadraten ein Stricktipi, das nun überholt werden soll. „Es ist verblasst und hat Löcher. Und da viele Menschen im Moment mehr Zeit haben, dachten wir, es ist ein guter Zeitpunkt, um es neu zu bestricken“, erzählt Kitaleiterin Christine Betz. Jeder sei ja in das Thema Corona „verstrickt“ und müsse sich gerade sozial distanzieren. „Da ist es doch eine schöne Idee etwas Sichtbares für ein gemeinsames Projekt zu fertigen. Ich habe schon ein Bild vor Augen, wie wir nach der Krise alle dieses schöne Symbol für Vielfalt und Gemeinschaft feiern“, sagt Christine Betz. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann – gehäkelt oder gestrickt – 15 x 15 cm große Quadrate aus hundertprozentiger Synthetikwolle an folgende Adresse senden: Kita die buntspechte, Klammbornstraße 4, 63584 Gründau. Auch Wollspenden (Kunstfaser) sind willkommen. Weitere Informationen zu dem Gemeinschaftsprojekt erhalten Sie unter der E-Mail-Adresse: Kita-die-buntspechte@gruendau.de.

+++ 17.04.2020 +++

Angst vor einer Ansteckung, wirtschaftliche Sorgen und Ungewissheit: Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen können auch für ErzieherInnen und Kitaleitungen psychisch belastend sein. Gerade der Spagat zwischen eigenen Ängsten und dem Bedürfnis, Kindern gegenüber Sicherheit auszustrahlen, ist nicht leicht zu bewältigen. „Erzieher unterdrücken schon mal gerne ihre Sorgen, Ängste und ihren Groll. Da ist ganz wichtig, dass man jemand zum Besprechen hat, wie man damit umgehen kann. Es sind jetzt auch Kitaleitungen gefragt, die hier unterstützen und das managen“, erklärt Jochen Raue, analytischer Kinder- und Jugendpsychotherapeut und Vorsitzender des Anna-Freud-Instituts Frankfurt. Mit der Situation adäquat umzugehen, sei eine „innere Leistung“, die erstmal getragen werden müsse. Das bedeute, dass man als ErzieherIn seine eigenen Sorgen nicht „wegdrücke“, sondern ihnen Ausdruck verleihe. „Es ist aber natürlich total individuell, wie man mit Angst umgeht. Das muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Jochen Raue. Da sich durch die Kitaschließungen nicht alle Fachkräfte regelmäßig sehen, belastet die Situation je nach Einrichtung auch das Teamgefüge. „Klar, entsteht Konfliktpotenzial, wenn manche zuhause bleiben und andere in die Notgruppe müssen. Dieser Neid entsteht, das ist logisch“, erklärt der Kinder- und Jugendpsychotherapeut. Regelmäßiger Kontakt könne hier aber vorbeugend wirken. „Ich würde jeder Leitung dringend raten, mindestens einmal in der Woche mit Ihrem Team in Kontakt zu gehen. Es gibt ja zum Beispiel Videokonferenzen, und so kann man das Team kollegial zusammenzuhalten.“

+++ 17.04.2020 +++ 

In der Corona-Krise agieren die Kitaträger teilweise sehr unterschiedlich – auch bezüglich der Arbeitszeiten ihrer eigenen MitarbeiterInnen. Auch in Sachsen gibt es zum Beispiel keine einheitliche Vorgabe, wie Urlaub und Freistellungen der pädagogischen Fachkräfte geregelt werden. Aber warum ist das so? „Eine einheitliche Regelung ist nicht möglich. Das funktioniert auch mit dem Föderalismus nicht. Die Kitas sind Aufgabe der Kommunen und Träger“, berichtet Dr. Susann Meerheim, stellvertretende Pressesprecherin im Sächsischen Staatsministerium für Kultus. Das Ministerium unterstütze, indem Zuschüsse gezahlt und der Bildungsplan erstellt werde, damit alle Kinder auf demselben Bildungsstand seien. „Aber alles andere wie Personal ist Pflichtaufgabe der Kommunen, da können wir auch nicht hineinregieren. Unser Minister ist dazu aber im engen Kontakt mit den Kommunen“, sagt Dr. Susann Meerheim. Auf die finanzielle Unterstützung könnten sich die Kommunen in dieser Krise zudem verlassen. „Der Freistaat Sachsen zahlt die Kita-Landeszuschüsse an die Kommunen ungekürzt weiter. Er hat an die Kommunen die Botschaft gesendet, dass dann auch die Gelder an die Kindertagespflegepersonen und Erzieher vollumfänglich weitergezahlt werden sollen“, erklärt Dr. Susann Meerheim. Von den Kitas erhielte das Ministerium gemischtes Feedback. Bei manchen laufe es gut, bei anderen Kitas weniger.Aber wir wenden uns direkt an den Träger, wenn es irgendwo ein Problem gibt. Man ist im ständigen Gespräch, aber eine schnelle Lösung gibt es leider nie, wenn viele Instanzen beteiligt sind“, so die stellvertretende Pressesprecherin des Ministeriums.

+++ 16.04.2020 +++ 

Nicht nur Kitas, sondern auch die Familienzentren in Nordrhein-Westfalen sind aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin geschlossen. Das hat Auswirkungen auf die alle vier Jahre stattfindende Zertifizierung, die gerade wieder ansteht. Neben schriftlichen Angaben der Einrichtung gehört eigentlich auch ein Besuch der externen Prüfer dazu. Diese verschaffen sich vor Ort ein Bild davon, wie das Familienzentrum die Kriterien des Gütesiegels in seinen Räumlichkeiten umsetzt, und sie führen ein Interview mit den Leitungen der Einrichtungen durch. Das ist durch das Betretungsverbot derzeit nicht möglich. Daher greift man nun auf telefonische Interviews zurück, um die Familienzentren prüfen zu können. „Das funktioniert sehr gut. Auch wenn man sich nicht gegenübersitzt, kann das Interview durchgeführt werden. Die Leitungen sind in der Regel sehr gut vorbereitet und haben alle relevanten Materialien zur Hand“, sagt Marion Offergeld, Supervisorin und externe Prüferin für Familienzentren. Auch Videotelefonate seien möglich, würden jedoch nicht so häufig durchgeführt. „Das liegt sicher daran, dass das Telefon ein vertrauteres Medium ist. Vielfach sind aber auch die technischen Voraussetzungen für Videokonferenzen in den Familienzentren noch nicht gegeben“, sagt Prüferin Marion Offergeld. „Manchmal gibt es auch Konferenzschaltungen, die über Mobilfunkanbieter leicht möglich sind. So brauchen keine weiteren Personen die Kita betreten und sind doch ‘anwesend’.“

+++ 16.04.2020 +++ 

Stille – etwas, das selten vorkommt in Kindertagesstätten und auch nicht so richtig dorthin gehört. Seit mehreren Wochen bleiben die meisten Kinder nun schon daheim. Eine Erzieherin erzählt unserer TPS-Redakteurin Lisa Martin, wie sie die Corona-Zeit wahrnimmt und wie es ist, wenn man plötzlich getrennt von den Kindern ist. Den kompletten Beitrag können Sie hier lesen.

+++ 16.04.2020 +++ 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit den Ministerpräsidenten der Länder beschlossen, dass der Schulbetrieb in Deutschland ab 4. Mai schrittweise wieder aufgenommen werden soll. Mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen solle begonnen werden. Einzelne Bundesländer können aber von dieser Regelung abweichen: Bayern will Schulen beispielsweise erst ab 11. Mai schrittweise wieder öffnen. Doch was bedeutet die Entscheidung für Kitas und Kindergärten? Sie bleiben mit Ausnahme der Notbetreuung weiterhin geschlossen. Kleinen Kindern könne man nicht das Tragen von Schutzmasken verordnen, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz. Quelle: zeit.de

+++ 15.04.2020 +++ 

Die Leopoldina-Experten haben unter anderem empfohlen, für die jüngeren Jahrgänge in den Kitas bis zu den Sommerferien nur einen Notbetrieb anzubieten (Tickerbeitrag vom 14.04.20). Bundesfamilienministerien Franziska Giffey lehnt das ab. „Ich halte das nicht für einen guten Weg“, sagte die SPD-Politikerin in der ARD. Giffey fordert eine schrittweise Öffnung der Kindertagesstätten. Neben Kindern mit Eltern aus systemrelevanten Berufen, für die bereits eine Notbetreuung besteht, müssten Kinder berufstätiger Alleinerziehender bevorzugt wieder betreut werden. Das gelte auch für Vorschulkinder und Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen. Denn für diese sei der Besuch einer Kita besonders wichtig, sagt Giffey. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte empfohlen, dass in einem Raum maximal fünf Kinder von einer Erzieherin betreut werden sollten. Wenn man diesem Vorschlag folge, wäre es möglich, dass bei einer Gesamtkapazität von rund drei Millionen Kitaplätzen wieder 1,1 Millionen Plätze zur Verfügung stünden, erläutert die Familienministerin. „Dazu müsste überlegt werden, wer zunächst dort mit hin kann." Quellen: zeit.de, tagesschau.de ; Stand: 15.04.20, 9:30 Uhr

+++ 15.04.2020 +++

Heute beraten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder, ob die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nach dem 19. April gelockert werden können. Die Entscheidung der Bundesregierung wird mit Spannung erwartet – auch bei vielen ErzieherInnen und Kitaleitungen. Denn ihnen sowie Kindern und Eltern stellt sich die Frage: Wann und in welcher Form dürfen Kitas und Kindergärten wieder öffnen? Eine Kitaleiterin aus dem Landkreis Kusel (Rheinland-Pfalz) glaubt nicht daran, dass es bereits ab 20. April weitestgehend im Normalbetrieb weitergeht. Für die Zeit der Wiedereröffnung habe man sich aber bereits Gedanken gemacht, auch wenn man nicht wisse, wann diese letztlich sei. „Der Fokus liegt dann darauf, was die Kinder brauchen: also einzelne Gespräche führen, was zuhause los war, wie die Kinder das Ganze erlebt haben. Da muss man auch sehr wach sein als Pädagogin, um Gesprächsbedarf bei den Kindern zu erkennen“, erzählt die Leiterin der Einrichtung. Als bekannt wurde, dass die Kitas geschlossen werden, hätten sich das Team und sie ziemlich gesorgt. „Wir haben schon Bauchweh gehabt, als hier alles zuging. Wir haben Kinder aus einem sozialen Brennpunkt, und für manche Eltern ist das jetzt eine Herkulesaufgabe daheim“, berichtet die Kitaleiterin. Auch wenn es schwierig umzusetzen sei, wünsche sie sich zudem vom Träger mehr Platz in der Einrichtung, um Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können. „Es wäre schön, wenn man bei der Rückkehr der Kinder die Möglichkeit hat, nicht 20 Kinder in einem Raum unterbringen zu müssen“, so die Kitaleiterin. „Aber der Wettergott ist uns hoffentlich gnädig. Wir sind sowieso immer draußen, sobald es einigermaßen gutes Wetter ist. Wir aktivieren dann als erstes die Waldtage und mildern so das Aufeinandersitzen ab.“

+++ 14.04.2020 +++

Die derzeitige Ausnahmesituation ist für Kinder, Eltern, ErzieherInnen und Kitaleitungen gleichermaßen ungewohnt, da sich der Alltag sehr verändert hat. Wie Menschen darauf reagieren, ist individuell immer verschieden. Aber wie lässt sich Kindern dabei helfen, gut mit möglichen Ängsten und der Situation umzugehen? „Es geht eigentlich darum, wie die Eltern selbst damit umgehen. Wenn sie Kindern ein Stück Zuversicht vermitteln können und nicht so eine Unsicherheit und Angst zur Schau stellen, fühlen sich die Kinder natürlich sicherer“, erklärt Jochen Raue, analytischer Kinder- und Jugendpsychotherapeut und Vorsitzender des Anna-Freud-Instituts Frankfurt. Für Kinder könne auch das Social Distancing eine psychische Belastung sein, da sie Freunde und Großeltern nicht sehen dürfen. „Das muss man den Kindern wirklich gut erklären, warum das so ist und dass die momentane Krankheit diese Maßnahmen notwendig macht. Trotzdem darf man es nicht dramatisieren“, sagt Jochen Raue, der auch als Dozent und Supervisor arbeitet. Wenn man die technischen Möglichkeiten nutze, Freunde beispielsweise per Video zu sehen, könnten die Kinder gut damit zurechtkommen. Doch wie können ErzieherInnen und Leitungen in der Kita mit dem Thema umgehen? „Das Wichtigste ist, dass man versucht, so gelassen wie möglich zu bleiben und auch etwas Positives zu sehen. Die ganze Entschleunigung hat auch Gutes“, sagt der Kinder- und Jugendpsychotherapeut. „Wenn die Erzieher gelassen bleiben können, können die Kinder das auch. Ich habe in einer Kita die Kinder ganz normal draußen spielen gesehen, das finde ich gut.“

+++ 14.04.2020 +++

Am Ostermontag hat ein Expertengremium der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfohlen, die Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus schrittweise zurückzunehmen. Konkret macht das Expertengremium, das die Bundesregierung berät, beispielsweise den Vorschlag, so bald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe 1 schrittweise zu öffnen, wenn die Gesundheits- und Hygienevoraussetzungen erfüllt sind. Doch wie schätzen die fast 30 Forscherinnen und Wissenschaftler des Gremiums die Lage für Kitas ein? „Da kleinere Kinder sich nicht an die Distanzregeln und Schutzmaßnahmen halten, gleichzeitig aber die Infektion weitergeben können, sollten die Kitas für die jüngeren Jahrgänge bis zu den Sommerferien weiterhin im Notbetrieb bleiben“, schreiben die Leopoldina-Experten. Für fünf- bis sechsjährige Kinder, die am Übergang zur Grundschule stehen, solle nach  der Empfehlung, ein Regelbetrieb mit reduzierten Gruppengrößen (maximal fünf Kinder pro Raum) angeboten werden, um sie auf den Schulbetrieb vorzubereiten. Am Mittwoch, 15. April, berät Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder, wie es nach dem 19. April mit den Maßnahmen weitergehen soll.

+++ 14.04.2020 +++

Das Land fährt runter und die Kitas mit. Wie gehen Familien damit um? Ellen Meister aus Stuttgart verrät unserer TPS-Redakteurin Heide Grehl im Interview, wie ihr neuer Alltag zwischen Schlafanzug-Gammeln und Wutanfällen funktioniert, und was sie sich von der Kita wünscht. Das komplette Interview können Sie hier lesen.

+++ 09.04.2020 ++

Einheitlich geregelt ist es nicht, ob Kitas in diesem Jahr klassische oder verkürzte Osterferien haben oder ob zumindest eine Notbetreuung gewährleistet sein muss. Die Schließzeiten an Ostern sind auch sonst individuell verschieden und fallen meist in den Entscheidungsbereich des Trägers oder der Leitung. In einer Kita in Bayern machen sich die veränderten Umstände durch die Corona-Krise nun bei den Schließzeiten über Ostern bemerkbar. „Die Notgruppe bleibt auch über die Osterferien bestehen. Ich kann keinen Urlaub nehmen und bin über beide Wochen fast jeden Tag in der Einrichtung“, erzählt die dortige Kitaleiterin. Zu den Kindern, die nicht in den Notbetreuung sind, halte man den Kontakt, indem man jede Woche einen Newsletter mit „ein paar netten Zeilen“ und Anregungen verschicke. Der Kitaträger berücksichtige zudem in dieser Ausnahmesituation nicht alle gesundheitlichen Aspekte ausreichend. „Vom Träger würde ich mir wünschen, dass ich mehr Fürsorgepflicht einfordern könnte. Ich gehöre nämlich selbst zur Risikogruppe, muss aber fast jeden Tag anwesend sein“, berichtet die Kitaleiterin.

+++ 09.04.2020 ++

Die Auswirkungen der Corona-Krise sind für viele ErzieherInnen und Kitaleitungen belastend. Aber wie erleben Kinder die veränderten Lebensumstände? „Die Situation ist total ungewohnt für sie. Manche Kinder wurden von den Eltern nicht so gut aufgeklärt“, sagt eine Psychologin aus Heidelberg, die auch die Notgruppe einer Kita betreut. „Ich habe erlebt, dass ein Mädchen am ersten Tag in der Notgruppe eine Panikattacke hatte, weil für sie alles so neu und unbehaglich war. Das Schwierige ist, dass die Erzieher konnten sie ja nicht in den Arm nehmen zur Beruhigung wegen der Hygienevorschriften.“ Deshalb seien jetzt auch die Eltern gefragt, die mit ihren Kindern sprechen und die Ausnahmesituation kindgerecht erklären sollten. „Das haben einige Eltern zu Beginn der Situation leider versäumt“, so die Psychologin. Wenn die Kitas wieder öffnen können, seien zunächst Rituale für die Kinder sehr wichtig. „Inhaltlich ist es irrelevant, wie der Inhalt der Betreuung nach der Rückkehr geplant wird, wichtig ist die Struktur der Arbeit. Abschied und Wiedersehen werden bei Kindern eigentlich mit Ritualen verknüpft. Dieses Ritual gab es beim letzten "Abschied" nicht, die Kinder wurden aus ihrem Alltag herausgerissen“, berichtet die Psychologin. Die Erzieher könnten jetzt Kontakt mit den Kindern halten über Briefe und E-Mails an die Eltern, auch für Ostern gebe es in ihrer Kita eine Idee. „Jedes Jahr basteln wir Osterkörbchen für die Kinder. Da das Ritual dieses Jahr nicht ausfallen soll, stellen wir sie allen Kindern vor die Haustüre“, sagt die Psychologin. „So zeigt man den Kindern: Wir sind noch da, eure Betreuung gibt es noch!“

+++ 08.04.2020 +++

Ein bestimmendes Thema ist in vielen Kitas derzeit, wie man den Kontakt zu den Kindern halten kann, solange die Einrichtungen geschlossen sind. Eine Kita aus der Nähe von Heilbronn hält die Verbindung über Videos. „Wir haben für unsere Kinder einen Youtube-Kanal eingerichtet mit täglich neuen Videos sowie Spiel- und Bastelanleitungen. Der Kanal ist nicht öffentlich zugänglich, sondern nur für die Eltern per Link auffindbar“, erzählt die Leiterin der Kita. „Wir zeigen darin auch Bilder, die uns die Kinder geschickt haben oder Bastelaktionen, die die Kinder daheim nachgemacht haben. Außerdem bieten wir separate Videos mit Arbeitsblättern für unsere Vorschüler an.“ Vom Träger der Einrichtung wünsche sich die Leiterin in der Corona-Krise mehr Unterstützung. „Teilweise müssen wir unseren Urlaub hergeben und sammeln Minusstunden, obwohl wir jeden Tag in der Einrichtung sind. Nach der Corona-Zeit müssen wir diese wieder ausgleichen“, berichtet die Kitaleiterin. Einige Kitas aus umliegenden Gemeinden stellten dagegen ihre Erzieherinnen großzügig von der Arbeit frei. „Unsere Bitte wäre, dass da eine klare Anweisung vom Land Baden-Württemberg getroffen wird, damit jeder Träger weiß, wie es gehandhabt wird. Ansonsten ist das nicht fair“, sagt die Kitaleiterin. Mit dem Arbeitgeber habe man inzwischen aber einen Kompromiss gefunden, sodass die Pfingst- und Sommerferien in der Kita nun wie geplant stattfinden könnten.

+++ 08.04.2020 +++ 

Auch die anstehenden Osterfeiertage werden in vielen Familien durch die Corona-Krise anders ablaufen als sonst. In einer Kita im rheinland-pfälzischen Mayen mit über 100 Kindern hat die aktuelle Ausnahmesituation aber zumindest auf die Schließzeiten über Ostern wenig Einfluss. „Wir haben jetzt ganz kurze Osterferien – von Gründonnerstag bis einschließlich Osterdienstag. Allgemein haben wir aber auch keine längeren Schließzeiten über Ostern“, erzählt eine Erzieherin der katholischen Einrichtung. Da keine Anfragen eingetroffen seien, gebe es in der Kita momentan keine Notbetreuung. Aufgrund der vielen Kinder in der Einrichtung nehme die Dokumentation bei den beruflichen Aufgaben derzeit einen großen Raum ein. „Aber natürlich haben wir auch ‘Hausmeistertätigkeiten’ gemacht. Beispielsweise haben wir mal die Garage und den Speicher aufgeräumt – einfach alles, wofür sonst keine Zeit bleibt“, sagt die Erzieherin. Wenn die Kita wieder öffne, stehe für die Zeit der Wiedereingliederung ein großes Außengelände zur Verfügung. „Wir wollen erstmal Bewegungsmöglichkeiten schaffen, hoffen, dass das Wetter dann gut ist und sich die Kinder draußen auspowern können“, so die Erzieherin. Eine gewisse Unsicherheit gebe es darüber, wie sich die angeordnete Schließung auf die Sprachkompetenzen der Kinder von Geflüchteten auswirke. „Wir fragen uns schon, ob die vielen Flüchtlingskinder jetzt überhaupt noch Deutsch sprechen, da sie mehrere Wochen zuhause waren und was da auf uns zukommt“, sagt die Erzieherin. „Aber da müssen wir jetzt einfach abwarten.“

+++ 07.04.2020 +++

Da in den meisten Kitas einige KollegInnen in der Notbetreuung eingesetzt werden und andere im Homeoffice arbeiten, sind klassische Teambesprechungen derzeit nicht überall möglich. Wie kann man trotzdem das Teamgefühl in Corona-Zeiten stärken? „Es bietet sich an, Videokonferenzen zu machen. Da können sich die Fachkräfte austauschen und gegenseitig Fragen stellen: ‘Was macht ihr in der Notbetreuung?’ ‘Was macht ihr im Home Office?’ Die Kitaleitung schreibt bei uns beispielsweise regelmäßig Rundmails, um den Kontakt zu halten“, erzählt eine Heidelberger Psychologin, die auch eine Notgruppe in einer Kita betreut. Auch für pädagogische Fachkräfte könne die ungewohnte Situation in Kitas psychisch belastend sein –  gerade weil man manche Kinder nicht gut unterstützen könne. „Man hat ja kaum noch Kontakt zu den Kindern. Bei manchen weiß man, dass es in ihnen zuhause gut geht. Aber in jeder Gruppe gibt es meist auch ein, zwei Problemfamilien. Um diese Kinder macht man sich schon Sorgen“, erzählt die Psychologin. Das könne beispielsweise ein Vater sein, der manchmal etwas laut werde, oder eine Mutter, die sehr ungeduldig sei. „Die Betreuung fällt weg, und man hat das Gefühl, dass man diese Kinder nicht mehr unterstützen kann. Ich habe mir überlegt, dass man bei diesen Familien anrufen könnte“, so die Psychologin. „Sonst wird da eine große Lücke entstehen.“

+++ 07.04.2020 +++

Auch in Hamburg sind die Kitas voraussichtlich noch bis 19. April geschlossen. Gelingt es, in dieser Ausnahmesituation den Kontakt zu Eltern und den Kindern aufrechtzuerhalten? „Mit den Eltern sind wir so gut es geht in Kontakt – beispielsweise über E-Mail“, erzählt eine Kitaleiterin aus Hamburg-Mitte, die eine große Einrichtung mit zehn Gruppen führt. „Einige ErzieherInnen haben jetzt auch den Kindern Post geschrieben nach Hause. Denn sie sollen auch wissen, dass es uns noch gibt. Für die Kinder ist das ja auch komisch, dass sie auf einmal immer zuhause sind.“ In der Notbetreuung seien derzeit sieben Kinder. Über die Osterfeiertage werde diese jedoch nicht angeboten, da habe die Kita komplett geschlossen. Für die Kitaleiterin selbst sei Homeoffice in der derzeitigen Corona-Krise keine Option. „Also wir Leitungen müssen schon jeden Tag da sein. Denn es gibt viel zu tun, weil wir auch eine große Kita sind, da läuft auch vieles einfach weiter“, sagt die Kitaleiterin. KollegInnen, die zur Risikogruppe gehörten, arbeiteten aktuell dagegen von zuhause. Ansonsten beschäftige man sich auch damit, die Räume neuzugestalten und zu verschönern. Sorge bereite momentan aber etwas der Tag, an dem die Kita offiziell wieder geöffnet werde. „Eigentlich wäre es besser, wenn es einen seichten Übergang gibt, also dass nicht an einem Tag alle Kinder wieder kommen, weil wir ja auch eine sehr große Kita sind. Ich glaube, es ist schon schwierig, wenn von einem auf den anderen Tag nach vier Wochen alle Kinder wieder kommen“, berichtet die Kitaleiterin.

+++ 06.04.2020 +++

Seit einigen Wochen sind die Kitas in Deutschland nun flächendeckend geschlossen. Noch ist unklar, ob die Kitas – wie ursprünglich geplant – in den meisten Bundesländern nach dem Ende der Osterferien wieder öffnen können. Doch was wünschen sich Kitaleitungen und ErzieherInnen für die Zeit der Wiedereröffnung? Was halten Sie für sinnvoll? Um ein Meinungsbild zu zeichnen, haben wir eine kurze, nicht repräsentative Umfrage durchgeführt (15 Kitaleitungen, 7 ErzieherInnen). Demnach sehen 66,7 Prozent der interviewten Kitaleitungen eine phasenweise Eingliederung der Kinder bei Wiedereröffnung als die geeignetste Idee. 13,3 Prozent der Kitaleitungen finden dagegen einen besonderen Morgenkreis am passendsten. Ein recht ähnliches Bild ergibt sich bei den befragten ErzieherInnen (phasenweise Eingliederung: 71,4 Prozent; besonderer Morgenkreis: 14,3 Prozent; Fest/gemeinsames Frühstück zur Begrüßung: 14,3 Prozent). Zudem hält eine große Mehrheit der befragten Kitaleitungen (86,7 Prozent) und ErzieherInnen (71,4 Prozent) individuelle Aufarbeitungsgespräche mit den Kindern nach der Rückkehr für sinnvoll.

+++ 06.04.2020 +++

Die Abläufe in Kitas sind durch die Corona-Krise und ihre Auswirkungen stark verändert. Für Kitaleitungen und Erzieherinnen bedeutet dies, dass sie sich mit neuen Fragen auseinandersetzen müssen: Wie kommunizieren wir in dieser Ausnahmesituation passend mit den Eltern? Was bedeutet Homeoffice eigentlich konkret und wie können wir es gestalten? Und wie werde ich als Leitung meinem Team gerecht? Diese und weitere Fragen beantwortet Ihnen Marion Bischoff, Chefredakteurin der Zeitschrift Praxis Kitaleitung und erfahrene Fortbildnerin, in einem Webinar am 7. April 2020 ab 10 Uhr. Für das kostenlose, einstündige Webinar mit der ehemaligen Kitaleiterin können Sie sich hier anmelden.

+++ 03.04.2020 ++

Die Kitas in Hessen sollen voraussichtlich nach dem Ende der Osterferien am 20. April wieder öffnen. Ein Erzieher einer Kita aus Frankfurt steht diesem Termin aktuell aber noch skeptisch gegenüber. „Ich glaube noch nicht daran. Denn ich habe auch von einem Lehrer und einer Lehrerin gehört, dass sie diesen Termin nicht als sonderlich realistisch ansehen. Aber wir wissen es eben nicht und müssen abwarten“, berichtet der Erzieher, der bei einem kommunalen Träger angestellt ist. Mit diesem stehe die Kitaleitung in regelmäßigem Kontakt und erhalte täglich Updates über E-Mail. „Wie es genau weitergehen soll, wissen wir aber noch nicht“, erzählt der Erzieher. Durch die Schließung der Kita aufgrund der Corona-Pandemie ergeben sich aber bei Wiedereröffnung weitere Herausforderungen. „Wir haben auch noch einige Eingewöhnungskinder, die wir jetzt schon in der Kita hatten. Diese werden wir noch mal eingewöhnen müssen“, erzählt der Erzieher. Für den ersten Tag gebe es aber zumindest grobe Überlegungen. „Wir werden uns auf jeden Fall mit den Kindern beim Morgenkreis zusammensetzen und mit ihnen darüber reden. Aber ein genaues Konzept haben wir uns jetzt noch nicht überlegt. Aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit“, sagt der Erzieher mit einem Lachen.

+++ 03.04.2020 +++

Geschlossene Kitas, kaum Kontakt zu Freunden und gesperrte Spielplätze: Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen verändern auch das Leben von Kindern massiv. Wie Erwachsene Kinder in dieser Ausnahmesituation unterstützen können und warum es gerade jetzt so wichtig ist, kindliche Fragen ernst zu nehmen, aber auch selbst nachzufragen, lesen Sie hier.

+++ 03.04.2020 +++ 

Häufiges Händewaschen, desinfizieren und Abstand halten: Nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder gelten momentan deutlich strengere Hygieneregeln, um das Ansteckungsrisiko durch das Coronavirus zu reduzieren. Doch können sich bei Kindern durch die von Erwachsenen vorgelebte Vorsicht auch handfeste Ängste entwickeln? „Wenn man ängstliche Eltern hat, geht das natürlich auf das Kind über. Es ist wahrscheinlich, dass es die Angespanntheit von Erwachsenen als Zeichen für Gefahr interpretiert“, erklärt der Kinder- und Jugendarzt Dr. Bernhard Greiner aus Heidelberg. „Das Kind wird im schlimmsten Fall dann später auch ängstlich.“ Pädagogische Fachkräfte und Eltern könnten aber allein durch ihre eigene Ausstrahlung viel tun. „Wenn Erwachsene signalisieren ‘Das ist nicht schlimm’, übertragt sich dieses Selbstbewusstsein wiederum auf die Kinder“, sagt Dr. Bernhard Greiner. Die Auswirkungen des aktuellen „Social Distancing“ sehe er gelassen: „Soziale Fähigkeiten können auch mit Geschwistern erfahren werden. Und auch Kinder, die die nächsten Wochen nur mit den Eltern zusammen sind, verlieren diese Fähigkeit nicht“, so der Kinder- und Jugendmediziner.

+++ 02.04.2020 +++

Natürlich stehen die negativen Auswirkungen der Corona-Krise auch bei Kitas im Vordergrund. Denn die Pandemie schränkt den Kitabetrieb stark ein, viele Kinder müssen zuhause betreut werden. Aber hat sich durch die Notbetreuung in manchen Kitas auch etwas positiv verändert? „Wir haben nun einfach viel mehr Zeit für die Kinder, für jedes einzelne Kind. Denn es sind nur drei bis vier hier. Dadurch können wir Angebote machen, die wir im Alltag sonst nicht machen können“, berichtet eine Erzieherin aus einer Kita in Halle (Saale). Durch die reduzierten Betreuungsmöglichkeiten sei der Alltag stressfreier, und das merke man auch bei den Kindern. „Die Kinder, die da sind, wirken auch viel ausgelassener, das sieht man richtig. Denn sie haben gerade unsere hundertprozentige Betreuung“, erzählt die Erzieherin. Man habe aber bereits die Zeit nach Ende der Kitaschließungen im Blick. „Eltern und wir versuchen den Kindern in der Notbetreuung ein bisschen zu erklären, warum gerade so wenig Kinder da sind und wieso die anderen nicht kommen dürfen“, sagt die Erzieherin. „Das ist wichtig für die Kinder. Denn sie sollen sich nicht wundern, dass wir weniger Zeit für sie haben, wenn vielleicht in einem Monat die anderen Kinder wiederkommen.“

+++ 01.04.2020 +++

In Berlin sind nun seit 17. März unter anderem Kitas und Kindertagespflegestellen geschlossen – nach derzeitigem Stand bis zum Ende der Osterferien am 17. April. Eine Notbetreuung für Kinder wird angeboten, wenn deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Haben sich Kitaleitungen und ErzieherInnen dort bereits an die veränderten Bedingungen gewöhnt? „Uns geht es ziemlich gut mit der neuen Situation. Wir arbeiten sowieso schon ziemlich lange zusammen, und es ist natürlich eine Umstellung, aber nichts, was sich nicht koordinieren lässt“, erzählt eine stellvertretende Leitung, die in deiner Kita in Berlin-Mitte arbeitet. Da pädagogische Fachkräfte und Leitungen in der Notbetreuung die Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen betreuen, also auch von Ärzten und Pflegekräften, ist die Ansteckungsgefahr vielerorts ein großes Thema. In der Berliner Kita hat man sich inzwischen etwas daran gewöhnt. „Die Ängste haben sich verringert, weil man sich ja viele Sachen erstmal nicht vorstellen kann. Wenn man es dann doch erlebt und es eventuell sogar zur Gewohnheit wird, dann verliert das natürlich auch ein bisschen den Schrecken des Ungewissen“, berichtet der stellvertretende Kitaleiter. Dies hänge aber auch damit zusammen, dass niemand im Team bisher schwer erkrankt sei. Denn ansonsten sei die Gefahr unmittelbarer. Wiedereingliederungspläne für die Kinder nach Ende der Schließzeit gebe es noch nicht, da einige, insbesondere ältere, MitarbeiterInnen aus Sicherheitsgründen gerade nicht arbeiteten und es im Team besprochen werden solle. „Aber es ist uns allen durchaus bewusst, dass es auch eine interessante pädagogische Herausforderung wird, wenn die Kinder dann nach fünf oder sechs Wochen zuhause wieder in die Kitas kommen“, so der stellvertretende Kitaleiter.

+++ 31.03.2020 +++

Insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zählen in Bezug auf das Coronavirus zur Risikogruppe. Kinder sind dagegen eher selten betroffen. Aber gerade in Zeiten steigender Erkrankungszahlen machen sich Kitaleitungen und ErzieherInnen Gedanken darüber, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie doch vermuten, ein Kind könne an Covid-19 erkrankt sein. „Zunächst sollte sich eine Erzieherin um das Kind selbst keine großen Sorgen machen. In der Regel verursacht Corona bei Kindern nichts Schlimmeres als Streptokokken, die Grippe oder ähnliches“, erklärt der Heidelberger Kinder- und Jugendarzt Dr. Bernhard Greiner. „Eine Mittelohrentzündung ist zum Beispiel viel schmerzhafter für das Kind und macht mehr Probleme.“ Ein Kind, bei dem der Verdacht auf Covid-19 bestehe, müsse natürlich nach Hause. Ob es in fünf oder 30 Minuten abgeholt werde, sei aber nicht so wichtig. „Die Kinder nehmen ja alles in den Mund und bis das Kind Symptome zeigt, hat es den ganzen Morgen wahrscheinlich schon mit den anderen Kindern verbracht. Irgendetwas Besonderes kann oder muss die Erzieherin also nicht machen und beachten“, berichtet Dr. Bernhard Greiner. Bei Kindern im Alter von ein oder zwei Jahren, die sich noch nicht richtig mitteilten könnten, solle man bei einem Covid-19-Verdacht aber auch allgemein auf ihr Verhalten achten. „Wenn das Kind sonst immer rennt, springt und spielt und am anderen Tag nur sitzt und sich nicht bewegt, ist das auffällig. Die Kinder sind dann einfach im Verhalten anders, wenn sie krank sind“, sagt Dr. Bernhard Greiner. „Dieses ‘Schlappe’ und ‘Matte’ ist das klare Zeichen, denn so sind Kinder sonst nicht.“

+++ 31.03.2020 +++

Medizinische und zertifizierte Mund-Nasen-Schutzmasken sind zur Zeit sehr knapp, weshalb sie Krankenhäusern und Arztpraxen vorbehalten sind. Mit unserer Anleitung kann sich jeder aus Stoffresten zuhause einen Mundschutz selbst nähen. Das Schnittmuster finden Sie in der Materialliste als Download. Achtung: Die Masken bieten keinen medizinischen Schutz vor externen Viren! Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Nähen Ihrer individuellen Masken! Hier geht's zum DIY Mund-Nasen-Schutzmaske.

+++ 31.03.2020 +++

Durch die Corona-Pandemie sind Kitas in Deutschland flächendeckend geschlossen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Viele Einrichtungen bieten derzeit lediglich eine Notbetreuung an, weniger Fachkräfte werden in den Kitas gebraucht. ErzieherInnen sind daher teilweise unsicher, ob der Arbeitgeber sie freistellen darf oder ob sie gar Urlaub nehmen müssen. „Der Arbeitgeber kann die Mitarbeiter, die nicht in der Notbetreuung sind, von der Arbeit freistellen“, sagt Dr. Verena Weiss-Bölz, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Heidelberg. „Dann bleibt er jedoch zur Zahlung des vollen Lohns grundsätzlich verpflichtet. Es sei denn es ist etwas anderes vereinbart.“ Ein Anspruch auf Freistellung seitens der Fachkräfte bestehe nicht, diese Entscheidung obliege alleine dem Arbeitgeber. Viele Unternehmen melden aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage derzeit Kurzarbeit an. Aber besteht diese Option auch bei Kitas? „Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, Kurzarbeit einzuführen und dann Kurzarbeitergeld zu beantragen“, sagt Dr. Verena Weiss-Bölz. „Wichtig ist aber, dass keine einseitige Anordnung von Kurzarbeit durch den Arbeitgeber möglich ist, sondern es vielmehr einer Rechtsgrundlage bedarf – entweder in einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einer Vereinbarung mit dem Mitarbeiter.“

+++ 30.03.2020 +++

Wie können pädagogische Fachkräfte den Kontakt zueinander halten, wenn ein Teil von ihnen in der Notbetreuung eingesetzt wird und der andere Teil im Homeoffice arbeitet? „Wir haben eine eigene App für ErzieherInnen und auch Eltern. Das trägt viel zum Zusammenhalt bei und reduziert das Isolationsgefühl von den Mitarbeitern zuhause“, sagt eine Personalerin eines Trägers, der über 50 private Kitas in Bayern und Baden-Württemberg betreibt. Alle ErzieherInnen könnten dort zum Beispiel Scherze, Tipps zur Beschäftigung und Fotos posten, um sich miteinander auszutauschen. Von diesen Tipps profitierten besonders die Fachkräfte, die in der Notbetreuung eingesetzt werden. Ansonsten gebe es zu festen Terminen in den Teams der verschiedenen Einrichtungen Mail- und WhatsApp-Kontakt. „So fühlt sich keiner alleine. Und die wichtige Botschaft für die Mitarbeiter in der Notgruppe ist, dass der Rest ‘nicht im Urlaub’ ist, sondern trotzdem noch Teil des Teams bleibt“, erzählt die Personalerin. Die Solidarität zwischen den Fachkräften sei zudem groß. So hätten Fachkräfte im Homeoffice süße Mundschutzmasken mit Tiermotiven genäht, die für die Kinder nicht erschreckend seien. „Eine Mitarbeiterin, die gerne näht, hat sogar 50 Mundschutzmasken genäht und an alle unsere Häuser geschickt“, berichtet die Personalerin des Trägers.

+++ 27.03.2020 +++

In den meisten Kitas werden derzeit nicht alle pädagogischen Fachkräfte für die Notbetreuung der Kinder gebraucht. Daher bereitet ein Teil der ErzieherInnen beispielsweise Projekte für die Kinder oder Elterngespräche vor oder beschäftigt sich mit konzeptionellen Themen. In manchen Einrichtungen dürfen die Fachkräfte diese Aufgaben auch zuhause erledigen. Aber gibt es ein Recht auf Heimarbeit? „Ein Anspruch auf Homeoffice besteht nicht. Aber auch hier ist eine Vereinbarung und Besprechung mit dem Arbeitgeber sinnvoll und zweckdienlich“, sagt Dr. Verena Weiss-Bölz, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Heidelberg. Homeoffice sei bei pädagogischen Fachkräften nicht immer vorstellbar. „Es gibt aber dennoch Tätigkeiten, die grundsätzlich von zuhause erledigt werden können – etwa administrative, organisatorische und konzeptionelle Aufgaben“, sagt Dr. Verena Weiss-Bölz. Im Sinne der Fürsorgepflicht und wegen des Kontaktverbots dürfe auch der Arbeitgeber in der aktuellen Situation meistens ein Interesse daran haben, ErzieherInnen von zuhause arbeiten zu lassen. Die Digitalisierung ermöglicht Fachkräften aber nicht nur zuhause zu arbeiten, sondern bietet gerade während der Corona-Krise noch weitere Möglichkeiten. „Es ist auch denkbar, dass geplante Fort- und Weiterbildungen der Mitarbeiter vorgezogen werden und diese beispielsweise per Fernstudium oder Videokonferenz weitergebildet werden“, sagt Rechtsanwältin Dr. Verena Weiss-Bölz.

+++ 27.03.2020 +++

Je nachdem in welchen Berufen sie tätig sind, erledigen viele Eltern ihre beruflichen Aufgaben durch die aktuellen Einschränkungen zuhause. Dort müssen sie den Spagat zwischen den Anforderungen des Arbeitgebers und den Bedürfnissen ihrer Kinder bewältigen. Da viele Eltern durch das Homeoffice nun tagsüber zuhause sein können, ergeben sich aber auch neue Möglichkeiten. „Ich würde Eltern raten, die Zeit nun zu nutzen, um mit ihren Kindern Dinge zu machen, für die normalerweise unter der Woche durch die Arbeit außer Haus keine Zeit bleibt“, sagt eine Kitaleiterin aus Bielefeld. „Wir sind auch dafür weiterhin als Ansprechpartner für die Eltern da." Das Team sei zudem ernsthaft besorgt wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus, da in der Einrichtung auch eine Notbetreuung angeboten werde. „Wir können keinen Abstand zu den Kindern halten und haben keine Schutzkleidung, die in der Kita ohnehin wenig Sinn machen würde“, sagt die Kitaleiterin. Zudem fragten sich einige Fachkräfte, ob es Gehaltskürzungen gebe oder ob man vielleicht selbst erkranke und ins Krankenhaus müsse. „Aber außer die Hygiene-Maßnahmen zu beachten, können wir nicht viel machen“, sagt die Kitaleiterin. „Es ist auf jeden Fall in allen Bereichen eine große Angst da, wie es weitergeht.“

+++ 26.03.2020 +++

Für Kitaleitungen und ErzieherInnen sind durch die aktuelle Corona-Pandemie auch rechtliche Informationen besonders relevant. Denn es ist beispielsweise genau geregelt, welche Eltern Anspruch auf Notbetreuung ihrer Kinder haben. Dazu müssen die Eltern in „systemrelevanten“ Berufen arbeiten. Aber welche Tätigkeit ist überhaupt „systemrelevant“? „Die jeweiligen Bildungsministerien der Länder definieren, welchen Kindern eine Notbetreuung zusteht und welche Berufe in diesem Sinne systemrelevant sind“, sagt Dr. Verena Weiss-Bölz, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Heidelberg. Rein rechtlich gesehen gebe es in Baden-Württemberg kein Arbeitsverbot für Kitabeschäftigte, die der Risikogruppe angehörten. „Denn die arbeitsvertragliche Verpflichtung ist durch den landesweiten Beschluss zu Schließungen nicht aufgehoben“, sagt Dr. Verena Weiss-Bölz und ergänzt: „Umso wichtiger ist aber, dass der Arbeitgeber den Gesundheitsschutz für geöffnete Kitas sehr genau im Blick hat und Beschäftigte nicht willkürlich eingesetzt werden.“ Einen Anspruch, der Arbeit fernzubleiben, hätten Beschäftigte nur, wenn sie selbst erkrankt seien oder unter die Quarantänevorschriften fielen.

+++ 26.03.2020 +++ 

In der Kita „Die Initiative“ in Bottrop, die zu einem Familienzentrum gehört, vermissen die ErzieherInnen durch die coronabedingten Einschränkungen die Arbeit mit den Kindern. Um die Verbindung mit Eltern und Kindern dennoch zu pflegen, werden dort nun andere Möglichkeiten genutzt. „Als Ausgleich wird jeden Tag ein Tipp für eine Geschichte oder ein Spiel über ein Infoportal an die Eltern geschickt – auch um die Verbindung mit den Kindern aufrechtzuerhalten“, erzählt die Geschäftsleitung des Familienzentrums. Eltern, die sich Gedanken um die pädagogische Förderung ihrer Kinder machen, könnten in der derzeitigen Phase entspannt bleiben. „Die Eltern müssen sich keine Sorgen um den Bildungsplan oder Wissenslücken bei ihren Kindern machen“, sagt die Geschäftsleitung. „Wichtig ist, sich nach den Bedürfnissen der Kinder richten.“

+++ 26.03.2020 +++

Was bedeuten die flächendeckenden Kitaschließungen eigentlich emotional für pädagogische Fachkräfte, deren beruflicher Alltag sich seitdem sehr verändert hat? Antworten darauf sind immer individuell, eine herausfordernde Situation ist es jedoch für die allermeisten Fachkräfte. „Die Schließung der Einrichtung war für uns abrupt. Es ist nicht leicht von heute auf Morgen aus seinem Alltag herausgerissen zu werden“, erzählt Erzieherin Doris Bauer, die in einer Kita des Studierendenwerks Heidelberg arbeitet. Der Blick in die Vergangenheit erleichtert der Erzieherin und ihren KollegInnen jedoch, mit der neuen Situation umzugehen. „Auch wenn derzeit nicht alle von uns Ihrer Berufung als Erzieherin folgen können, helfen wir uns mit positiven Erinnerungen an die schöne Zeit mit den Kindern und Kollegen – etwa an das Lachen und die Freude der Kinder beim Spielen und Entdecken“, berichtet Doris Bauer. Auch wenn das Ende der Kitaschließungen aktuell noch nicht absehbar ist, gibt es bereits erste Überlegungen, wie die Kinder dann wieder begrüßt werden können: „Vielleicht machen wir ein besonderes Frühstück mit Dingen, die es bei einem normalen Frühstück bei uns nicht gibt, sodass die Kinder merken, dass es sich um eine besondere Situation handelt. Dazu könnten etwa Brezeln, Kuchen, Wiener oder Käsehäppchen gehören.“

+++ 25.03.2020 +++

Auch viele Eltern sind momentan in einer Ausnahmesituation. Sie gehen teilweise beide arbeiten, können die Kinder aber nicht wie gewohnt zur Betreuung in die Kita geben. Machen sich diese veränderten Bedingungen im Umgang zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften bemerkbar? „Wir haben sehr verständnisvolle Eltern. Bei vielen sind beide berufstätig und sie betreuen die Kinder jetzt selbst zuhause“, erzählt eine Kitaleiterin aus Mönchengladbach. Anfangs habe es Anfragen gegeben, ob die Elternbeiträge trotz Schließung weitergezahlt werden müssten. „Wir haben ihnen mitgeteilt, dass der Träger hierzu noch keine Lösung hat und wir informieren, sobald es eine Lösung gibt. Die Eltern haben sich mit dieser Antwort zufrieden gegeben, und niemand hat sich beschwert“, sagt die Kitaleiterin. Die Notbetreuung, die auch ihre Kita anbiete, halte sie für eine gute Sache. „Die Ärzte und Pfleger sind für uns da, wenn wir krank sind und stellen ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Da ist es nur gerecht, dass wir für unser Geld auch arbeiten, den Ärzten und Pflegern unter die Arme greifen und ihre Kinder betreuen“, findet die Kitaleiterin. Dieser Meinung sei das ganze Team.

+++ 25.03.2020 +++

Von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind natürlich auch die Kitas in Niedersachsen betroffen. „Die Kollegen sind auf Abruf zuhause und werden bei Bedarf angerufen. Ansonsten gibt es einmal in der Woche montags ein Teammeeting - dazu mache ich mir am Freitag schon Gedanken“, sagt eine Kitaleitung aus Braunschweig. Aktuell ist in Kitas auch die Sorge vor Ansteckungen ein bestimmendes Thema. In der Braunschweiger Kita geht man damit jedoch gelassen um. „Wir haben das ganz offen im Team besprochen. Die Sorgen vor Ansteckungen sind aber gering, da wir uns an die Spielregeln und Hygienevorschriften halten, die uns auferlegt sind. Das Team geht mit einer großen Vorsicht miteinander um. Führungskräfte sind gefragt, mit Vorbild und ohne Panik voranzugehen“, findet die Kitaleitung. Sie achte darauf, die KollegInnen immer mit einzubeziehen und im Dialog zu bleiben. „Dann kann man das Team auch gut motivieren, durch eine solche Phase durchzukommen.“

+++ 24.03.2020 +++ 

Auch das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat die Notbetreuung in Kitas und Schulen zum 23. März ausgeweitet. „Wir waren vorab besorgt wegen der Ausweitung der Notbetreuung, insbesondere was die zusätzliche Infektionsgefahr betrifft. Aber die Gruppe hat sich gar nicht drastisch vergrößert. Es war letztlich dann nur eine Familie mehr“, sagt eine stellvertretende Kitaleitung aus Bergisch-Gladbach. In den gegenwärtigen Krisenzeiten ist es eine besondere Herausforderung, den Teamzusammenhalt in Kitas zu bewahren, da in vielen Einrichtungen Teile der pädagogischen Fachkräfte von zuhause arbeiten oder vorübergehend freigestellt sind. In der Kita in Bergisch-Gladbach sei dies aber momentan kein Problem. „Klar, es gab auch immer wieder Ängste, aber wir konnten uns gegenseitig sehr stärken. Und wir haben uns ganz viel telefonisch und über tägliche Nachrichten ausgetauscht, um uns weiterhin als Team zu fühlen“, berichtet die stellvertretende Kitaleitung. Über einen E-Mail-Verteiler bestehe außerdem fast täglich Kontakt zu den Eltern, die darüber allgemeine Infos erhielten.

+++ 24.03.2020 +++

In Kitas stellt sich in der derzeitigen Ausnahmesituation auch die Frage, welche Familien Anspruch auf eine Notbetreuung haben, um abzuschätzen, mit wie vielen Kindern geplant werden und wie viel Personal vorgehalten werden muss. In Hessen haben seit dem vergangenen Wochenende nun deutlich mehr Eltern einen Anspruch darauf, ihre Kinder in die Notbetreuung geben zu können. Denn das Hessische Sozialministerium hat die Kriterien für die Notbetreuung in Kitas und Schulen gelockert. Nun reicht es, wenn nur ein Erziehungsberechtigter (zuvor noch beide) der Berufsgruppe der sogenannten Funktionsträger angehört. Dazu zählen unter anderem Polizisten, Ärzte und medizinisches Personal sowie Verkäufer im Lebensmittel-Einzelhandel. Die veränderten Regelungen haben sich auch bei einer Kita mit 170 Plätzen in Hessen bemerkbar gemacht. „Wir hatten am Montag direkt mehr Kinder in der Notbetreuung“, berichtet der Kitaleiter. Er erlebt die Zusammenarbeit mit den Eltern in dieser schwierigen Phase positiv: „Wir haben bisher keine einzige Elternbeschwerde erlebt – nicht mal einen negativen Kommentar, und das bei 170 Kindern. Die Eltern kommen uns sehr entgegen: Diejenigen, die Kinder in der Notbetreuung haben, versuchen die Kinder auch mal eine Stunde früher abzuholen, damit wir nicht bis zum Ende bleiben müssen.“

+++ 23.03.2020 +++

Durch die flächendeckenden Kitaschließungen haben sich etliche Kitaträger um die Finanzierung ihrer Einrichtungen gesorgt. Doch nun können Träger, Kitaleitungen und Erzieherinnen aufatmen. In dem von der Bundesregierung am Montag beschlossenen Rettungspaket wurde auch an soziale Dienstleister wie Kitas und die Kindertagespflege gedacht. Bis September gilt vereinfacht zunächst die Garantie, dass Kitas, Kindertagespflege und andere soziale Dienstleister weiterhin Gelder wie im Normalbetrieb erhalten, auch wenn sie aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Krise nur reduziert arbeiten können. Bei entsprechendem Bedarf ist eine Verlängerung der Maßnahme bis zum Jahresende möglich. Kitas, Kindertagespflege und weitere soziale Einrichtungen müssen sich im Gegenzug aber so weit wie möglich verpflichten, Arbeitskräfte, Räume und Sachmittel zur Bekämpfung der Corona-Krise und ihrer Folgen zur Verfügung zu stellen. Von dieser Unterstützung ist abhängig, dass die Gelder weiter fließen. Zuvor hatten Verbände wie der Deutsche Kitaverband im Namen der freien Träger klare und einheitliche Regelungen seitens der Politik gefordert. Quelle: DER SPIEGEL (online)

+++ 23.03.2020 +++

Die Corona-Krise ist in den Medien und im Kitaalltag momentan das bestimmende Thema.  Auch viele Erzieherinnen und Kitaleitungen sind in Sorge, denn durch die Kitaschließungen stellen sich wichtige finanzielle und teilweise existenzielle Fragen. Doch trotzdem darf die Perspektive der Kinder in der Notfallbetreuung und zuhause nicht zu kurz kommen. Denn gerade jetzt brauchen Kinder achtsame Begleitung und Unterstützung. Lesen Sie dazu in unserem Blog den Kommentar einer Erzieherin.

+++ 23.03.2020 +++

Es ist für die meisten Eltern ungewohnt, dass ihre Kinder aufgrund behördlicher Vorgaben nicht in die Kita gehen dürfen. Aber wie können Eltern ihre Kinder sinnvoll zuhause beschäftigen? Wie kann man sie in dieser Ausnahmesituation unterstützen?  Zusammen mit ihrem Team hat sich eine Kitaleiterin aus Berlin Gedanken dazu gemacht. „Wir sind dabei einen Blog für unsere Eltern einzurichten mit Ideen für die Beschäftigung mit den Kindern zuhause. Außerdem bieten wir ab dieser Woche für die Eltern eine telefonische Beratung an, z. B. wenn es Schwierigkeiten und Fragen rund um die Betreuung und Erziehung der Kinder gibt“, sagt Kitaleitung Kati Nguimba. Zwei Kinder seien derzeit in Notbetreuung in der Berliner Einrichtung.

+++ 20.03.2020 +++

In Bayern sind seit 16. März alle Kitas bis zum Ende der bayerischen Osterferien am 19. April geschlossen. Für pädagogische Fachkräfte mit eigenen Kindern wie Erzieherin und Gruppenleitung Angelika Kirn ist die Situation eine besondere Herausforderung. „Ich habe meine schriftlichen Aufgaben montags und dienstags noch erledigt und bin die restliche Woche über Überstundenabbau und zur Betreuung meiner eigenen Kinder zuhause geblieben. Für die nächste Woche übernimmt mein Mann die Aufsicht“, sagt Kirn, die in einer Kita im bayerischen Rimsting arbeitet. „Das positive und für das Team sprechende Verhalten unserer Kitaleiterin sowie die persönliche Beratung des Trägers spielt für mich eine große Rolle, sodass ich mich in dieser Krisensituation sehr gut informiert, ernst genommen und gut aufgehoben fühle.“

+++ 20.03.2020 +++

Ärzte und Pflegekräfte sind in der derzeitigen Krise besonders gefordert. Sie werden gebraucht, um Corona-Patienten zu behandeln, können sich momentan schlecht um eigene Kinder kümmern und sind auf deren Betreuung angewiesen. Ein Träger aus Baden, der zwei Kitas mit insgesamt 120 Kindern betreibt – davon die Hälfte Kinder von Ärzten –, erlebt diese Auswirkungen gerade intensiv. Der Träger habe die kleinere Einrichtung geschlossen, in der zweiten Kita werde eine Notfallbetreuung angeboten. „Wir betreuen maximal zehn Kinder in der Notgruppe gleichzeitig. Derzeit arbeiten die Ärzte noch in Teilzeit, deshalb funktioniert das. Sollten die Ärzte aber wegen vermehrter Krankheitsfälle Vollzeit arbeiten müssen, wird es schwer, die Gruppen klein zu halten“, sagt eine Sozialpädagogin der Einrichtung. Wie es mit dem Homeoffice weitergeht, in dem inzwischen die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet, sei noch nicht abschließend geklärt. „Für die nächsten 14 Tage ist noch ausreichend Beschäftigung für die Heimarbeit da, danach könnte es aber knapp werden.“

+++ 20.03.2020 +++

Seit 17. März sind nun viele Kitas in Deutschland geschlossen. Pädagogische Fachkräfte sorgen sich teilweise um ihre Arbeitsplätze. Das Unternehmen Impuls Soziales Management aus Kassel, das bundesweit unter anderem 25 betriebliche und 13 öffentliche Kindertagesstätten betreibt, geht damit offen um. „Für Mitarbeiter, die sich um ihre Arbeitsplätze sorgen, wurde ein Schreiben aufgelegt und transparent kommuniziert, dass die Finanzierungsgrundlage derzeit noch unklar ist. Es besteht ein enger Austausch mit den Behörden und Eltern, beziehungsweise Unternehmen im Fall von Betriebskindergärten, um sicherzustellen, dass die Finanzierungen weiterlaufen“, sagt Lisa Janz aus der Geschäftsleitung. Wenn Elterngelder wegfielen, fehlten den Kitas Einnahmen in erheblichem Umfang, was Arbeitsplätze und die Existenz der Kitas gefährde. Daher appelliert Janz: „Wir bitten die Eltern, sich solidarisch mit den Kindergärten zu verhalten und die Elterngelder nicht einzubehalten, auch wenn gerade keine Leistung erbracht werden kann. Wir bemühen uns derzeit auf allen Ebenen darum, mit den Behörden eine Lösung zu finden, Elternbeiträge zurückzuerstatten und unsere Finanzierung damit auf anderem Wege sicherzustellen.“

+++ 19.03.2020 +++

Von den Einschränkungen durch die Corona-Krise ist neben Kitas, Kindergärten und Krippen auch die Kindertagespflege betroffen. Auf der Internetseite des Bundesverbands für Kindertagespflege e. V. finden Tagesmütter und Tagesväter Informationen zu finanziellen und rechtlichen Fragen sowie den einzelnen Regelungen in verschiedenen Bundesländern.

+++ 19.03.2020 +++

Die Lage in den Kitas kann sich durch die Corona-Krise sehr schnell verändern. Dies macht sich auch in der Arbeit der Kita Silberburg in einem Schulzentrum in Stuttgart bemerkbar. Anfang dieser Woche haben sich die 25 pädagogischen Fachkräfte und die Gesamtleitung Christa Weirich noch mit Vorbereitungs- und Portfolioarbeit, Dokumentationen und konzeptionellen Themen beschäftigt, da die Kinder bereits zuhause geblieben sind. Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, hat die Landesregierung Baden-Württemberg beschlossen, ab Dienstag, 17. März, landesweit alle öffentlichen und privaten Schulen, Kitas und Kindertagespflegeeinrichtungen bis einschließlich Ende der Osterferien zu schließen. Seitdem sind in der Kita Silberburg fast alle Fachkräfte zuhause und arbeiten an konzeptionellen Themen. „Eine Kollegin und ich haben lediglich zwei Kinder in der Notfallbetreuung“, sagt Kitaleiterin Christa Weirich. Stand: 19.03.20, 14 Uhr

+++ 18.03.2020 +++

Viele Leitungen und ErzieherInnen sind durch die corona-bedingten Kitaschließungen verunsichert. Themen wie Lohnfortzahlung und Arbeitszeit sind häufig nicht geklärt. Pädagogische Fachkräfte, die in Thüringen arbeiten, finden auf der Internetseite der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen wichtige Informationen zu arbeitsrechtlichen Themen. Dort heißt es etwa: „Hilfreich ist an dieser Stelle die Aussage des Thüringer Bildungsministers Helmut Holter, dass alle Finanzhilfen für genehmigte Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege nach den §§21 ff. Thüringer Kindergartengesetz weitergezahlt werden, solange der Einrichtungsbetrieb vorübergehend wegen der Auswirkungen des Corona-Virus eingestellt werden muss.“ Für Landesbedienstete (LehrerInnen und HorterzieherInnen) gebe es zudem die Zusage, dass diese weiterhin Lohnfortzahlung erhielten. Quelle: Internetseite der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen

+++ 18.03.2020 +++

Natürlich stehen auch Eltern in dieser Ausnahmesituation unter Stress. Denn viele müssen selbst arbeiten, wissen aber nicht, wie sie ihre Kinder betreuen sollen. Noch ist nicht absehbar, wann die Kitas wieder öffnen können. Elterliche Anfragen häufen sich daher bei Kitas und Trägern. „Einzelanfragen von Eltern überlasten die Systeme. Eltern sollten erstmal abwarten, welche Entscheidungen getroffen werden und sollen sich sicher sein, dass eine Lösung in ihrem Interesse gefunden wird“, so der eindringliche Appell einer pädagogischen Stiftung aus Norddeutschland. Als Leitung oder Fachkraft können Sie Eltern verdeutlichen, dass Sie ja durchaus Verständnis für deren ebenfalls schwierige Situation haben, aber dass nun genau dieses Abwarten und das Vertrauen auf eine bestmögliche Lösung notwendig sind.

+++ 18.03.2020  +++

Wie sieht die Lage in den Kitas in Deutschland derzeit aus? Um ein kurzes Stimmungsbild einzufangen, haben wir auf unserer Instagram-Seite eine kurze nicht repräsentative Umfrage durchgeführt. Demnach sind 62 Prozent der pädagogischen Fachkräfte, die sich daran beteiligt haben, weiterhin in der Kita, 38 Prozent dagegen zuhause (2918 Ja- und 1859 Nein-Stimmen). Von den in der Kita anwesenden ErzieherInnen beschäftigen sich 48 Prozent mit Organisation (Portfolio, Entwicklungsbogen etc.) und 52 Prozent mit der Notfallbetreuung von Kindern (1865 Stimmen Organisation, 2049 Stimmen Notfallbetreuung). Etwa 20 der teilnehmenden Fachkräfte haben mitgeteilt, dass sie sich mit beiden Aufgabenfeldern beschäftigen.

Stand der Umfrage: 17.03.20, 10 Uhr. Quelle: Instagram-Account ErzieherIn

 

 

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